Lachen und Lernen

Wertungsrichter-C Erwerbslehrgang in Leipzig

Wer hätte gedacht, dass Psychologie so unterhaltsam sein kann! Prof. Dr. Hans Schellenberger hatte wohl die richtige Wortwahl für trockenen Stoff, die einhellige Meinung der Teilnehmer: in keinen anderen Unterrichtseinheiten haben wir so viel gelernt und gleichzeitig gelacht. Angenehm war auch die Tatsache, dass mit Burkhard Distel ein Mediziner konferierte, der in die DTV-Paarbetreuung eingebunden auch etwas vom Tanzen verstand. Die Themen TSO, Wertungsgrundsätze, Rhythmik gestalteten Rolf Herrmann (RH) und Dr. Horst Galle vom Landestanzsportverband Sachsen. Die Namen Asis Khadjeh-Nouri (AKN) (zuständig für Standard) und Florencio Garcia-Lopez (FGL) (verantwortlich für Latein) aus dem Pool der Bundestrainer bedürfen unter Tänzern keiner weiteren Erläuterung.

Unter den  28 Teilnehmer bewarben sich acht sächsische Kandidaten für die C-Lizenz, dazu Gäste aus Hamburg, Schleswig-Holstein, Berlin, Sachsen-Anhalt, Hessen, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz.

TJ: „Florencio, ich freue mich Ihnen nach dem Sommerseminar in Bad Kissingen hier in Leipzig wieder zu begegnen. Ist das Ihr erster Lehrgang mit dem neuen Umfang an Unterrichtseinheiten?“

FGL: „So ist es, und ich finde die Erweiterung auf die 90 UE richtig, da kann man ausführlicher auf die Inhalte eingehen. Insbesondere das Training des Wertens nimmt gebührenden Raum bei anschließender Diskussion mit den Teilnehmern und Dozenten ein. Der Meinungsaustausch ist wichtig, um bei allen Teilnehmern den Blickwinkel zu schärfen.“

TJ: Ich habe viele bekannte Gesichter jetziger und früherer aktiver Tänzerinnen und Tänzer gesehen, das war sicher ein Zugewinn?“

AKN: „Bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren einige aus der deutschen Spitze und solche dabei, die bei den Profis aktiv sind. Das brachte die Würze bei den seminaristischen, fachkundigen Gesprächen.“

TJ: „In der Diskussion ist immer noch ein Vorschlag, als Voraussetzung für die Wertungsrichterausbildung eine Trainer-Lizenz zu besitzen, unterstützen Sie das? Und wäre dann der WR-Erwerbslehrgang wieder in kürzerer Zeit zu absolvieren?“

FGL: „Das Anliegen unterstütze ich, die durch bereits vorhandenes Wissen eingesparten UE könnten noch mehr zur visuellen Übung, z.B. Video-Auswertungen und Probewerten bei einem realen Turnier genutzt werden, wie auch manche Landesverbände erst nach mehreren Probewertungen die Lizenz aushändigen.“

TJ: „Sachsen gestaltet seit Jahren Lehrgänge in kompakter Form, der Effekt der Kostenminderung für Fahrten und Unterkünfte neben den Lehrgangskosten ist unbestritten. Sollte aber die Prüfung unmittelbar am Ende angesiedelt sein?“

FGL: „Da habe ich die Meinung, dass die Prüfung mit einer zeitlichen Trennung vom eigentlichen Lehrgang stattfinden sollte, etwa zwei Wochen danach, um nachzuarbeiten, vielleicht um auch dazwischen noch einmal ein Turnier zu besuchen.“

RH: „Unsere Erfahrung ist, dass nach Lehrgangsende bis zur Prüfung kaum jemand Zeit findet, sich mit der Materie zu beschäftigen. Als Kompromiss könnte ein Tag zur Rekapitulation anberaumt werden, danach die Prüfung.“

Peter Podgurski (Glinde): „Als Teilnehmer finde ich vom Zeitaufwand her das Kompaktangebot gut, es wird natürlich damit erkauft, dass man nach einem Tag der Lehre mit solcher Stundenanzahl abends nicht mehr in der Lage ist, noch nachzuarbeiten. Aber noch eine andere Bemerkung: Danke der Lehrgangsleitung für die angenehme Betreuung!“

 

Für das Tanzjournal (TJ): Michael Hölschke

Neue sächsische Wertungsrichter-C (alphabetisch): 

Daniel Beuter                        STK Impuls Leipzig
Marina Gerlitz                        STK Impuls Leipzig
Jana Hölschke                    TSK Residenz Dresden
Jens Hofmann                    TK Orchidee Chemnitz
Jennifer Leonhardt                  STK Impuls Leipzig
Mario Müller                         TSV Brand-Erbisdorf
Anja Pritzsche                    TSC Silberpfeil Pirna
Anne Weber                          TC Saxonia Dresden



Der Tag der Jüngsten und Jungen

Sächsische Landesmeisterschaften Latein

Ein geharnischtes Programm stand für diesen Tag an: elf Turniere aller Kinder-,  Junioren- und Jugendklassen teilten sich die beiden Turnierleiter Rolf Herrmann und Dr. Horst Galle in der Moderation. Die geplante zwölfte Klasse KINDER-C fiel aus, da half auch nicht der Aufstieg zweier Paare des TC Saxonia Dresden aus der KINDER-D-Klasse. Nicht zu übersehen ist jedoch der Mangel an Nachwuchs, wenn auch diejenigen die am Start sind gute und sehr gute Leistungen besonders in der JUNIOREN-I und -II-B aufs Parkett bringen. Hervorragend die Felder der JUGEND-B und –A, hier sah der Dozent bei der Wertungsrichter-C-Ausbildung (siehe Artikel) und Wertungsrichter bei der Landesmeisterschaft Florencio Garcia Lopez viele zu formende Talente. Und weiter ist bedenklich, dass voriges Jahr noch 24 Vereine mit ihren Paaren zur Meisterschaft antraten, in diesem Jahr gerade mal 18. Immer weniger Vereine haben offensichtlich den Tanzsport in ihrem Kalkül, und immer weniger Vereine werden in der Zukunft als potenzielle Ausrichter von Landesmeisterschaften in Erscheinung treten.

Der Saal in der Prager Straße in Leipzig hat schon viele Meisterschaften gesehen. Voriges Jahr an gleicher Stelle gab es viele emotionsgeladene Diskussionen um die Einhaltung der Kleiderordnung. Dieses Jahr hat es die Turnierleitung clever gemacht und im Wechsel zwei Kommissionäre zur Kontrolle eingesetzt. Natürlich gab es im Einzelfall wieder Disput, der Tenor war aber, Hilfe zu geben, um die Paare vor unliebsamen Überraschungen und Disziplinierungen bei Deutschen Meisterschaften zu schützen. Und wer sich nicht ganz sicher war, konnte sich noch vor dem Wettbewerb mit seiner Kleidung in Augenschein nehmen lassen, um danach ganz entspannt beim Turnier anzutreten.

Anders als sonst gewohnt gab es in zwei Turnieren keine offene Wertung nach jedem Tanz. Der Grund: angehende Wertungsrichter-C sollten keine Möglichkeit haben, sich etwa nach dem ersten Tanz an den sieben regulären „Leitwertungsrichtern“ zu orientieren. Die Zahlen wurden dann geballt am Turnierende verkündet (übrigens ein Verfahren, welsches früher in unseren Breiten immer angewandt wurde, Anpassung im Verlaufe des Turniergeschehens war nie möglich. Jeder möge selbst beurteilen, was besser ist: offen oder verdeckt, dann aber mit ermüdenden Zahlennennungen). Zumindest in der Sektion Latein konnten die Prüflinge nicht allzu viel falsch machen, denn außer beim Sieger waren die Anzeigen sehr gemischt.

Zusätzlich war noch zu verkünden, dass der ausrichtende STK Impuls Leipzig sein 20-jähriges Bestehen feiert. Dazu gab es Glückwünsche von der Stadt Leipzig und vom sächsischen Landesverband und seinen Vereinen.

 

Michael Hölschke

 

Wertungsrichter: 

Dr. Karl-Heinz Schimmel, TC Schwarz-Silber Halle 
Ilona Ackermann, TSC Silberschwan Zwickau
Gerd Ackermann, TSC Silberschwan Zwickau
Sabine Herrmann, TK Blau-Gold Leipzig
Ulrich Herrmann, TK Blau-Gold Leipzig
Renate Hölschke, TSK Residenz Dresden
Ringo Hölschke, TSK Residenz Dresden
Ursula Rupp, TSC Excelsior Dresden
Dietrich Rupp, TSC Excelsior Dresden
Werner Pinkwart, TSC Leipzig
Dieter Bauerschäfer, 1. TSC Grün-Gold Leipzig
Hans-Joachim Schmiede, TC Kristall Jena
Florencio Garcia Lopez, TSA Kirchheimbolanden