Traditionsturniere

Versuch einer Zusammenstellung von M. Hölschke. Fortschreibung notwendig, erbitte Informationen an meine Adresse oder über e-mail: mh.ltv-sachen(at)t-online.de ! 8.01.2000.

In der DDR gab es einige herausragende Turniere, bei denen auf Grund staatlichen Interesses ausländische Paare beiderseits des “Eisernen Vorhangs” an den Start gingen, wobei der Kontakt unter den Paaren teilweise eingeschränkt war: Gleiches galt, wenn Paare der DDR bei internationalen Turnieren im sozialistischen Ausland waren und sie abgeschirmt von westlichen Paaren sich bewegen mußten.

Messepreis Leipzig: Chef des Vorbereitungskommitees in Verbindung mit der Stadt Leipzig war Dr. Horst Galle. Besonderes Interesse der staatlichen Stellen, um Weltoffenheit in der Messestadt zu dokumentieren. Das Turnier, ausgerichtet über mehrere Tage, war immer mit Toppaaren besetzt. Wegen infrastrukureller Nöte (kein Saal - Kongresshalle - in Leipzig zur Verfügung, Ausweichen bis nach Altenburg) wurde die traditionelle Turnierserie beendet.

Turnierserie Erfurt-Berlin-Frankfurt/Oder: Macher war Arnold Hook Berlin, der mit umfangreichen Beziehungen zu staatlichen Stellen hervorragend besetzte internationale Felder präsentieren konnte. Serie wurde nach der Wende nicht mehr fortgesetzt, auch, da die bisherigen Partner in Erfurt und FFO andere Interessen hatten.

Letzte besonderer Leistung Arnold Hooks: 1990 Vorbereitung eines Tanzsportverbandes der DDR, der nicht mehr zustande kam, wegen föderaler Länderstrukturen im wiedervereinigten Deutschland. Vermittlung erster Schulungsmaßnahme für Wertungsrichter der DDR im November 1990 in Zusammenarbeit mit dem LTV Berlin, Dozent: Franz Allert, heute Präsident des LTV Berlin.

Tanzfestival Dresden: Einzige Turnierserie der DDR, bei der Professionals und Amateure, teilweise im Wechsel, in einer Veranstaltung agieren. Hervorgegangen aus Zwingerpokal und Bezugnahme zum Pressefest der Sächsischen Zeitung stand das Turnier im besonderen Interesse der Stadt Dresden, die in der traditionsreichen Tanzstadt (Mary Wigmann, Gret Palucca, Ballettensemble der Staatsoper) einen ästhetischen tänzerischen Höhepunkt präsentieren konnte. Gründungsväter: Werner Graf (Tanzlehrer und internationaler Trainer) und Karl-Werner Jenke (Fotojournalist der Sächsischen Zeitung). Besonderes Verdienst Werner Grafs ist es, Beziehungslinien zum englischen Tanzsport aufgebaut zu haben, das sicherte immer hervorragende Besetzungen mit englischen Paaren und aus dem Commonwealth bis hin zu asiatischen Teilnehmern, wobei meist im Vorfeld künftige Weltmeister tanzten. Selbstverständlich dabei die besten Paare der DDR, das jeweils beste Paar Dresdens und die Paare der östlichen Nachbarn mit unterschiedlichen Qualitäten.

Daneben gab es Möglichkeiten der Informationen für die Trainer, erinnert sei an die erste Schulung mit Fischers aus Österreich oder später mit Klaus und Gitta Gundlach und anderen.

Glanzlichter sind die Jahrgänge mit den Lateinweltmeistern Donny Burns/Gainor Fairweather und den Standardweltmeistern Marcus und Karen Hilton. Im Professionalbereich war vor der Wende erstmals auch die Teilnahme eines Paares der Bundesrepublik Deutschland möglich, erinnert sei an Hans-Ulrich Busch/Renate Hilgert Berlin, wobei aktuell-politisch von einem besonderen Status Westberlins ausgegangen wurde. Im Amateurbereich war die Teilnahme von Paaren der BRD ausgeschlossen (siehe spätere Bemerkungen).

Das Fernsehen der DDR übertrug die Veranstaltungen in repräsentativen Sendungen. Das Turnier hat die Wende überstanden, wenn auch statt Festival an drei Abenden nur noch an einem Abend ausgetragen. 1999 war der 30. Jahrgang.

Darüber hinaus gab es Internationale Traditionsturniere, die im Wirkungsfeld der Klubs in Zusammenarbeit mit (Träger-) Betrieben und staatlichen Institutionen ausgerichtet wurden, die dem Bedürfnissen nach kultureller und ästhetischer Unterhaltung nachkamen. Das Publikum konnte wenigstens an einem solchen Abend ein wenig das Gefühl bekommen, nicht ganz von der Welt abgenabelt zu sein. Hier wirkten mit Fingerspitzengefühl wieder persönliche Beziehungen der Ausrichter in den Vereinen (Klubs/Tanzkreise). Die dem Zentralhaus für Kulturarbeit der DDR nachgeordneten Bezirkskabinette wachten über Anzahl der eingeladenen Länder streng nach Schlüssel sozialistisches und kapitalistisches Ausland. Zugelassen waren in der Regel Dänemark, Belgien, Österreich (das auch sonst für die DDR immer eine wichtige Vermittlerrolle spielte). Absolut nicht möglich war die Teilnahme von Paaren aus der Bundesrepublik Deutschland. Das änderte sich erst Ende der 80-er Jahre mit der Ausgestaltung von Städtepartnerschaften, in diesem Kontext der Städtepartnerschaft z.B. Hamburg/Dresden tanzte auch erstmalig Asis und Iran Khadjeh-Nouri beim Tanzfestival in Dresden. Asis Khadjeh-Nouri ist heute Landestrainer im LTV Sachsen.

Salzpokal Halle: Immer zu Ostern fester Termin im Volkshaus Halle, eines der Turniere, die ebenfalls Präsens im Fernsehen der DDR hatte. Macher über Jahre: Joachim Domeratzki (nach der Wende nicht mehr im Tanzsport) und Lothar Fehrecke vom Blau-Silber Halle, 1999 verstorben. Das Turnier hat die Wende überstanden, wird seit einigen Jahren aber nicht mehr ausgerichtet.

Internationale Dresdner Tanzturniertage: Internationale Turniertage im schwerer Konkurrenz zum Tanzfestival Dresden, ausgerichtet von den Klubs Technische Universität Dresden und Casino Dresden in Zusammenarbeit mit der Tanzschule Nebl. Besonders auf die Besucher aus dem akademischen Klientel der TU Dresden ausgerichtet, die hervorragend besetzte internationale Felder angeboten bekamen und festliche Bälle erlebten. Nach der Wende mit der Umstrukturierung der Klubs und dem Ausstieg der TS Nebl aus dem Sportbetrieb Ende der Serie.

Chemnitz: wird noch geschrieben

Pokal der Landeskrone Görlitz: Jährlicher kultureller Höhepunkt in der Neißestadt. Ursprünglich initiiert von der Tanzschule Werner Ullrich in Zusammenarbeit mit dem Tanzkreis Grün-Gold. Heute gemeinsam ausgerichtet von der Stadthallen- und Tourismus GmbH und dem TC Grün-Gold Görlitz unter der Federführung von Manfred Holz. Besonderer Aspekt sind die kulturellen Beziehungen im Dreiländereck Sachsen/Böhmen/Schlesien.

Töpferpokal: Turnierserie über jeweils drei Tage in der Oberlausitz in den Städten Bischofswerda/Bautzen/Zittau in Zusammenarbeit mit der Handwerkerschaft der Region für Blaudruck/Töpferei/Pfefferküchlerei. Nach der Wende beendet, seit 1999 der Versuch des Blau-Gold Bischofswerda, mit einem Abend an die Traditionen anzuknüpfen.

FRÖSI-POKAL wird noch geschrieben

Messemännchen wird noch geschrieben