![]() Sieger-Gruppenbild mit Medaillenkollektion |
Facetten hat der Tanzsport bekanntlich viele. Zahlreiche Verbände hat er auch. Und zuweilen haben diese Verbände einige Differenzen. Das es auch anders geht, zeigt die Zusammenarbeit zweier Dresdner Vereine: Irish Feet und Excelsior.
Dieser Glücksumstand bescherte den Clubräumen des DTV-Mitgliedsvereins die zweite Auflage eines überregionalen Irish-Dance-Turniers: Der „2. Feile Cos Gaelacha Sachsenmeisterschaft“, ausgerichtet von Irish Feet Dresden und der Albain School of Irish Dancing, ganztägig am 17.01.2008. Wir Standard/Lateintänzer würden es vermutlich schnöde mit 2. Sportturnier übersetzen. Man lernt dabei, dass die Feile nicht nur in deutschen Werkzeugkoffern zu finden ist, sondern hier vom gälischen Wort Fei für Wettbewerb abstammt.
Für ein solches Turnier benötigt man tatsächlich einen ganzen Tag, denn es geht Schlag auf Schlag: Die zahlreichen Tänze und Taktarten – die alle einzeln, in kleinen und größeren Grüppchen und selbstverständlich in unterschiedlichen Geschwindigkeiten, Alters- und Leistungsklassen (Basic, Primary, Main, Open) getanzt werden wollen - erfordern eine straffe Turnierleitung.
Die hatte Tec Dian aus Merseburg - so der Künstlername des Turnierleiters - auch zu bieten. In Kommandosprache wurden auf dem mit Spezialfußboden abgedeckten Parkett anstatt Walzer und Samba die Reels, Jigs und Hornpipes in den Alterskategorien over und under 15 angekündigt und an einer Klapptafel umgeblättert. Nicht verwunderlich, dass zwischendurch eine Tänzerin aufgeregt auf einen Mitstreiter zulief: „Los Roland, wir sind dran. Schnell, die Softschuhe anziehen.“ Das Schuhwerk ist in der Tat das augenfälligste Unterscheidungsmerkmal zwischen den zwei wesentlichen Tanzarten: Light Dances für geräuschloses Tanzen in Softschuhen. Heavy Dances, wenn der Rhythmus der Musik von einem kaum oder gar nicht (a)synchron verzögerten Echo der harten und lauten Polymersohle des Schuhs begleitet wird.
Irish-Dance betrachtet man als aufmerksamer Zuschauer zweckmäßigerweise im Stehen. Das Schauen auf die Füße und Beine sowie zuweilen auch unter das hochfliegende Röckchen der fast ausschließlich weiblichen Teilnehmer ist wesentlicher Blickfang. Daher sind die obligatorischen Strumpfhosen auch zu 90% blickdicht…
Während beim Standard/Lateintanzen mindestens 5 Wertungsrichter stehen müssen, darf beim Irish-Dance ein Wertungsrichter sitzen. Als Turniertänzer mag man es kaum glauben, aber die Mitglieder der Irish-Dance-Familie sind mit dem messerscharfen Urteil eines Jurors zufrieden. Meistens ist dies ein teurer Import aus Irland. Diesmal legte der Veranstalter das Wertungsgeschick in deutsche Hände: Anne Westerweg aus Iserlohn hatte den überaus anstrengenden Job. Sie genoss bei den Teilnehmern den notwendigen unumstößlich guten Ruf, wie in unseren Kreisen vielleicht ein Christoph Kies. Für den „Notfall“ hatte sie ein wesentliches Hilfsmittel auf dem Tisch: Ein Glöckchen. Wenn das klingelte, hatte sie ausreichend gesehen und die Tänzer verzichteten artig auf die Fortsetzung ihrer Darbietung. So muss der Turnierleiter nicht aufgeregt mit seinem Moderationszettel winken, um den Musikmann zum Herunterregeln der Lautstärke zu bewegen. Vielfach konnte die überwiegend sehr hörenswerte Musik – die keineswegs nach langweiliger Folklore klang – sogar weiterlaufen, weil der nächste Teilnehmer nahtlos an der Reihe war.
Stichwort Irish-Dance-Familie: Bei der Fülle an einzelnen Turnieren – mindestens 16 Turniere konnte jeder Teilnehmer absolvieren – tanzen am Ende doch Alle gegen Alle und Jeder mit Jedem. Der Musikmann des Turniers erklärte mir: „Die Tänzer wollen gar nicht die Einzeltänze zu Kombinationsturnieren zusammenfassen, so wie im Standard/Latein üblich. Da gehen die einzelnen Besonderheiten und Vorlieben der Tänzer verloren.“
In einem Punkt können sich alle Turnierteilnehmer im Standard/Lateinbereich glücklich schätzen: Die Startgebühr. 3 € sind für einen einzelnen Tanz zu berappen, 6 € für eine Meisterschaft oder Trophy. Die „Flatrate“ für „all you can dance“ liegt bei 34 €. So entscheidet bei der Turnierauswahl nicht immer die Kondition, sondern manchmal auch der Geldbeutel. Zwangsläufig entstehen zuweilen Startfelder mit Pokalgarantie, wo man unerwartet schon vor dem Turnier als Sieger feststeht. Das tut dem Spaß an der Sache keinen Abbruch und die Wertungsrichterin fällt in jedem (Einzel)Fall geduldig ein Urteil.
Ein Aufstieg ist so leider nicht möglich, dazu müssen es schon mindestens 5 Konkurrenten sein. Allerdings war auch nicht jeder glücklich, als der Turnierleiter bei der großen gemeinsamen Abschlusssiegerehrung den Aufstieg verkündete: „Qualified for the next Level“. Denn dass heißt wieder von vorn anfangen mit den neuen Schrittfolgen der nächsten Leistungsklasse. Doch zuvor verbeugen sich alle Teilnehmer artig nach den Worten des Turnierleiters: „One, Two, Three, Take a bow“. Sozusagen rhythmischer Knicks und Verbeugung mit Ansage.
Schade, dass die Öffentlichkeitsarbeit für diese Veranstaltung kaum zu spüren war: Leider fanden so nur ca. 50 Enthusiasten den Weg zur Abendveranstaltung, der statt „Ball“ traditionell Ceili-Abend hieß. Dort gab es richtig sehenswerte und publikumswirksame Highlights mit ansehnlichen Startfeldern zu bestaunen. Allem voran das Hartschuh-Schnellsteppen (Fast Feet), wobei alle drei Final-Teilnehmer bis zur Maximalgeschwindigkeit von 220 Takten pro Minute korrekt auf den Füßen blieben. Genauso, wie nur ein Teilnehmer beim Steppen auf einem 60 cm großen Fassdeckel (Neat-Feet) von selbigem herunterfiel und die Wertungsrichterin so nach Stepqualität den ersten Platz an eine Tänzerin aus Dresden vergab. Das könnte man ruhig mal mit einem Standard/Lateinturnier kombinieren…
Beim Auftritt einer Prager Irish-Dance-Gruppe in der Kategorie Show sah man dann wirklich Irishdance mit Jazzdance-Elementen vom Feinsten. Die anderen Irish-Dance-Familien-Rudel aus Dresden, Cottbus, Goslar, Naumburg und Merseburg hatten da noch sichtbaren Trainingsrückstand. Der Applaus der deutschen Familie war bei dieser Leistung umso lautstarker.
Und wer noch nicht genug hatte, konnte am nächsten Tag bei einer Lecture der Wertungsrichterin gleich die richtigen Tipps fürs nächste Jahr mitnehmen, wenn hoffentlich im Januar 2010 der „3. Feile Cos Gaelacha“ wieder in Dresden-Dobritz angepfiffen wird.
U. Trodler
Sieger-Gruppenbild mit Medaillenkollektion
![]() Blanca und Christoph vor dem Dresdner Zwinger |
Was gefällt Dir an Dir ganz besonders?
Blanca: Mein starker Charakter.
Christoph: Die Fähigkeit konzentriert an einem Ziel zu arbeiten, Durchhaltevermögen.
Welches Projekt (politisch, sportlich…) würdest Du beschleunigt wissen wollen?
B.: Soziale Projekte für Kinder und Familien
C.: Zentralisierung und damit Verbesserung der Bildungspolitik.
Was treibt Dich an?
B.: Mein Ehrgeiz
C.: Der Ehrgeiz besser zu sein als andere. Die Qualität meiner Vorbilder.
Wem würdest Du mit welcher Begründung einen Orden verleihen?
B.: Bill Gates, weil er einen Großteil seiner Gewinne in allgemeinnützige Projekte steckt und Nelson Mandela – ein mutiger, bewundernswerter Mann.
C.: Blanca, weil sie mich seit 6 Jahren ausgehalten hat.
Auf welche eigene Leistung bist Du besonders stolz?
B.: Dass ich mit 19 Jahren von zu Hause, meiner Familie und Freunden, weg bin, um in Deutschland zu tanzen. Es war keine leichte Entscheidung.
C.: In schwierigen Situationen immer die richtigen Leute gefragt zu haben und somit gegen die unterschiedlichste Konkurrenz über Jahre immer die Nase vorn gehabt zu haben.
Als Kind wolltest Du sein wie…?
B.: eine Balletttänzerin, die ich als Dreijährige auf einem Werbeplakat vor einer Ballettschule gesehen habe. Immer wenn ich in dieser Straße war, habe ich das Plakat meiner Ma gezeigt.
C.: Michael Jackson
Wie kannst Du am besten entspannen?
B.: Mit meinen Freundinnen etwas unternehmen, reden, spazieren gehen oder mit Lesen.
C.: Bei einer Runde Snooker und einem Früchtetee.
Was ist für Dich eine Versuchung?
B.: shoppen gehen
C.: Eine schöne Frau…
Was war Dein schönster Lustkauf?
B.: mein iPhone
C.: Ein iPhone von Apple.
Welches Lied singst Du gern?
B.: Ich singe lieber nicht, weil es ganz ganz schrecklich ist.
C.: Ich würde gern singen können!!!
Gib uns eine Lebensweisheit…
B.: Liebe ist das Einzige, das mehr wird, wenn man sie gibt.
C.: Behalte Dein Ziel im Blick.
Für welchen Künstler würdest Du viel Geld ausgeben?
B.: Mikhail Baryshnikov, einen russischen Balletttänzer.
C.: Dali
Wo hättest Du gern Deinen Zweitwohnsitz?
B.: Hab´ schon zwei: Barcelona und Dresden.
C.: Barcelona
Was kannst Du besonders gut kochen?
B.: Leider nix, ich habe doch keine Zeit zum Kochen lernen.
C.: Gut ist relativ…Aber Pasta jeder Art bekomme ich weich.
Mit wem würdest Du gern einen Monat lang tauschen?
B.: Mit dem Papst, um in der katholischen Kirche manche Dinge zu verändern z. B. das Thema Verhütung, Aids….
C.: Einen halben Monat mit einem Taxifahrer und den anderen halben Monat mit Frau Merkel.
Hier kannst Du drei Bücher loben/empfehlen…
B.: Alle Bücher von Jorge Bucay, mein Lieblingsautor. Auch Ana Frank Diary hat mich sehr berührt und De Parte De la Princesa Muerta
C.: „Wir Kinder vom Bahnhof zu“, „Der perfekte Mann“ von Morten Feldmann und natürlich „The Ballroom Technique“ und „The Laird Technique of Latin Dancing“.
Wo bleibst Du beim Zappen hängen?
B.: Ich gucke selten fern und wenn, dann Dokumentarfilme mit wissenschaftlichen Hintergrund oder über Kriege, aber auch „Wer wird Millionär“.
C.: Immer bei Eurosport oder wissenschaftlichen Dokumentationen.
Wo wird weggezappt?
B.: Talkshows
C.: Bei fast dem ganzen Rest (Privatsender, Talkshows, Reality-TV, Verkaufsshows…)
Dein Lieblingsschauspieler?
B.: George Clooney
C.: Umma Thurman, Michel Pfeiffer
Deine Lieblingsschauspielerin?
B.: Angelina Jolie, Penélope Cruz
C.: schwierig, schwierig
Deine Lieblingsfigur in der Geschichte?
B.: Abraham Lincoln
C.:
Was sagt man Dir nach?
B.: ein besonderes Charisma
C.: Ich sei ein „spröder, unerzogener, unsympathischer Klotz“, O-Ton AKN.
Was magst Du an Dir gar nicht?
B.: Das sind so viele Sachen, dass sie gar nicht alle hier hin passen.
C.: Meine oft zu negativen Gedanken und Einstellungen.
Abschlussbemerkung:
B.: So ein Interview mit solch ungewöhnlichen Fragen hab´ ich noch nie gehabt.
C.: Ich lese regelmäßig den Focus und als Allererstes immer die letzte Seite mit dem Interview.
Vielen Dank für das Gespräch! Es fand statt, während der Zugfahrt von Hamburg nach Dresden.
Heike Herzberg
Wie in den vergangenen Jahren trafen sich auch an diesem Wochenende 17./18.01.09 Hunderte von Tänzern, um in der Wiley-Sporthalle im bayrischen Neu-Ulm das Auftaktturnier der baden-württembergischen Trophy - Serie zu tanzen.
Für uns hatte sich die weite Anreise von rund 500 km auf jeden Fall gelohnt. Es sah so aus, als hätten wir mit vier mal Platz 3 in allen Standardturnieren der HGR und HGR II S-Klasse das unterste Treppchen fest gebucht. Mit einem 2.Platz hätten wir zumindest die gleiche Platzsumme wie die Anzahl der Donautanzsporttage erreicht, welche zum 11. Mal stattfanden.
Erfolgreich für uns „Residancler“ war auch der zweite Platz von Jochen Luther & Janine Mühlmann (TSK-Residenz Dresden) in der Hgr II B Latein. Für den Aufstieg in Standard sammelten auch Dr. Rico Czaja & Martina Steffen (TC Rot-Weiß Leipzig) mit ihrem Sieg und einem dritten Platz in der Hgr II A sowie dem fünften Platz in der Hgr A jeweils wertvolle Punkte und Platzierungen an diesem Wochenende. Die fehlerhafte Anmeldung zum Lateinturnier wollten die beiden leider doch nicht nutzen.
Die Startfelder waren wie gewohnt sehr groß, was das Einhalten der Zeiten schwierig werden lies. Da die Teilnahme der Siegerpaare in der nachfolgenden Klasse nicht eingeplant war, hätte man durch geschickteres Schachteln auf den drei Flächen sicher manche Verzögerung bzw. Verspätung vermeiden können. Der Stimmung tat es jedoch keinen Abbruch, vor allem wenn die bejubelten Lateiner auf der Fläche erschienen. Und selbst, als sich der Saal zum Sonntagabend entgegen langsam lichtete, gelang es der Turnierleitung, durch aktive Animation noch einmal, alle Zuschauer zum rhythmischen Beifall beim letzten Quickstep zu motivieren. Das komplette Turnier wurde zügig und flüssig moderiert, des Weiteren wie selbstverständlich festgestellt, dass man nach einer Lateinendrunde wieder „zum richtigen Tanzen übergeht“, als eine der vielen Vorrunden für die Standardsektion aufgerufen wurde. Die Lateintänzer werden es der Turnierleitung bestimmt nachsehen, so dass wir uns mit großer Wahrscheinlichkeit wieder alle am ersten April- Wochenende zum zweiten Turnier der TBW-Trophy im baden-württembergischen Karlsruhe treffen.
R. Hölschke
Beim 7. Neujahrspokal am 10. und 11. Januar 2009 in der Sachsenhalle in Chemnitz gingen Tänzerinnen und Tänzer aus 54 Vereinen aus ganz Deutschland an den Start. Kleiner Wermutstropfen trotz allem: einige Startklassen mussten auch in diesem Jahr abgesagt werden. Besonders hart traf es die Paare der JUN II, die mangels Beteiligung komplett – D bis B Standard und Latein – abgesagt werden mussten, was auch besonders schmerzlich für den TSC SYNCHRON Chemnitz war, der selbst zwei Junioren-II-Paare ins Rennen schicken wollte. Bleibt zu hoffen, dass es beim 8. Chemnitzer Neujahrspokal wieder klappt!
Durch eine ab Mittwoch einsetzende „Krankheitswelle“ (Abmeldungen kamen z. T. telefonisch bis 23:30 Uhr am Vorabend) wurde das bis dahin recht gut besetzte Starterfeld in einigen Klassen ziemlich „ausgedünnt“ und brachte Freitagabend noch das endgültige Aus für die HGR A Latein. Bedauerlicherweise war eines der gemeldeten Paare aus dem Norden des Landes bereits schon Freitag auf dem Weg nach Chemnitz. Krankmeldungen (und das Winterwetter) sind jedoch die Dinge, die der Veranstalter nicht beeinflussen kann.
Von Krankheit blieben auch diesmal unsere Wertungsrichter nicht ganz verschont. Nachdem zwei ausfallende Wertungsrichter 5 Tage vor dem Turnier noch ersetzt werden konnten, musste ein Wertungsrichter krankheitsbedingt am Turniertag fern bleiben. Ein großer Dank geht deshalb an dieser Stelle an die Sonnabend kurzfristig „eingesprungenen“ Wertungsrichter Lutz Zetzsche und Thomas Rings sowie den am Sonntag noch einmal angereisten Michael Hölschke.
Ihre Premiere hatten beim 7. Chemnitzer Neujahrspokal die Seniorenpaare. Die zahlenmäßig Stärksten waren jedoch wieder einmal die Jüngsten: 13 Paare in Standard bzw. 15 Paare in Latein gingen am 11.01.2009 in der Kinderklasse D an den Start!
Angemerkt sei: wir wünschen uns zukünftig etwas weniger Organisationsstress im Vorfeld – über Meldungen (auch zu ungewöhnlichen Zeiten) sind wir ja sehr erfreut, aber die unzähligen Anfragen (es könnten fast 30 gewesen sein!) zur Anzahl von startenden Paaren oder ob das Turnier denn stattfindet (zu allen möglichen Tages- und Abendzeiten) lösten bei uns einen vorübergehenden „Tanzkollaps“ aus.
Zum Schluss sagen wir „Danke“ an die fleißigen Helferinnen und Helfer des TSC SYNCHRON Chemnitz. Mit Zuversicht und Spannung sehen wir schon jetzt dem 8. Chemnitzer Neujahrspokal 2010 entgegen!
A. Thiele