Liebe Tanzsportfreunde,
das Präsidium des Landestanzsportverbandes Sachsen wünscht Ihnen allen einen schönen Jahresabschluss und das Allerbeste für 2009. Bleiben Sie gesund und dem Tanzsport verbunden. Und nehmen Sie den Dank für die geleistete Arbeit 2008 im Ehrenamt, als Turnierfunktionäre, als Übungsleiter und Trainer entgegen.
Unsere Entwicklung ist gut, beim diesjährigen Verbandsgespräch mit dem Landessportbund konnte uns bestätigt werden, dass der Tanzsport eine Mitgliedersteigerung hat, die prozentual gesehen von keinem anderen Landesfachverband erreicht wurde. Wir wissen, dass dazu auch Gruppen gehören, die anderen Verbänden angehören und um die wir uns zu kümmern haben. Wir wissen aber auch, dass es noch viele Tanzsportinteressenten gibt, die noch nicht in der Sportbewegung integriert sind und an denen wir noch viel mehr interessiert sein müssen.
Die in 2008 gestartete Initiative in der Zusammenarbeit mit Kindergärten und Grundschulen war ein vielversprechender Anfang. Wir wollen ihn auch mit dem finanziellen Anreiz weiterführen. Aber auch der demographisch immer größer werdende Bereich derer, die aus dem Berufsleben ausscheiden, soll beachtet werden. Darüber müssen wir nachdenken, gute Vorschläge sind gefragt.
Erfolge sind das eine, Erfolge organisieren das andere. Das geschieht oft unbemerkt und in vielen Fällen auch unbeachtet in den Vereinen. Wohl dem, dass es dort die vielen Ehrenamtlichen gibt, die das bewerkstelligen. Ihnen gilt unser aller Dank und die Aufmunterung, weiter für den Verein und den Tanzsport im Landes Sachsen zu wirken. Einige Auszeichnungen konnten wir vornehmen. Einige Vereine scheinen es nicht zu wissen, dass wir eine Verleihungskommission haben, der man Auszeichnungsvorschläge unterbreiten kann. („Nachtigall,...“)
Die Leistungssportbäume wachsen nicht in den Himmel. Christoph Kies und Blanca Ribas Turon haben mit ihrem dritten Weltmeistertitel 10Tänze in Folge alles überstrahlt. Die Nachfolger müssen gehegt und gepflegt werden. Vereinsarbeit und Kaderarbeit des Landesverbandes können das nur gemeinsam erreichen, hoffen und wünschen wir uns eine gute und erfolgreiche Zusammenarbeit für 2009.
Dietrich Rupp
Präsident LTV Sachsen
wie wir die „Rehlein“ der Altersgruppe bis 13 Jahre liebevoll italienisch benennen, die am Breitensporttag des Tanzsportklubs Residenz Dresden, am ersten Sonntag im Dezember, zum Teil das erste Mal Wettbewerbsluft witterten. Der Saal im Vereinsheim war knackevoll. Zum Glück (aber zugleich wäre es eine Bereicherung gewesen) waren trotz Einladung unsere böhmischen Tanzsportfreunde nicht angereist, denn der Saal wäre aus allen Fugen geraten. Es genügten schon 16 Paare im Standardteil und 24 Paare für die Lateindisziplin, die alle Ressourcen von der Organisation bis zum Catering voll beanspruchten. Natürlich sind die Vereine hoch erfreut, dass wieder viele Kinder starteten, die sicher in absehbarer Zeit auch mit „richtigen“ Startbüchern in die Tanzszene gehen werden.
Dazu lief die Abnahme des Deutschen Tanzsportabzeichens und weitere Altersgruppen im Breitensportbereich der Erwachsenen bis hin in die Seniorenaltersgruppen, die zum Teil schon im Vorjahr hier zugegen waren. Die Gewinner der einzelnen Altersgruppen sollen hier gern genannt werden.
Michael Hölschke
![]() Das 10. DTSA für die Tanzpaare Rupp und Bühn von Excelsior Dresden |
Zu Beginn lohnt es sich, näher hinter das DTSA - das deutsche Tanzsportabzeichen - zu schauen. Die Tanzschulen haben eine parallele Abzeichenwelt bestehend aus einem erfindungsreichen Mix von Edelmetallen und Superlativen, um die tanzbegeisterte Kurskundschaft mit immer höheren Leistungsansprüchen über mehrere Jahre bei der Stange zu halten.
Der DTV hält ein etwas schlichteres Abzeichen-Programm bereit: Bronze, Silber, Gold, Gold, Gold (ab und an mit Kränzen und Zahlen verziert …). Viele Turnierpaare halten sich angesichts der 5 Tänze und 8 Basicfiguren als Kriterium für ein goldenes Abzeichen bei der Prüfungsbeteiligung vornehm zurück. Bei den Breitensportlern klappt das mit der Begeisterung für ein weiteres Abzeichen schon besser. Es muss außer dem Wert des Goldes noch einen Anreiz für viele Abnahmen geben: die Erwähnung im Tanzspiegel für die Paare mit den meisten Abnahmen. Da man für „ganz oben“ eine Zahl an Prüfungen jenseits der 25 benötigt, wird klar, dass nur Paare aus den „gebrauchten“ Bundesländern an der Spitze liegen können, die „neuen“ sind einfach noch zu jung an Jahren.
Umso erwähnenswerter ist deshalb der Rekord eines Paares, dass an allen 10 DTSA-Abnahmen des TSC Excelsior teilgenommen hat: Jürgen und Barbara Bühn. Die Erwähnung im Tanzspiegel ebenso redlich verdient haben sich Dietrich & Ursula Rupp. Beide Paare bringen es somit auf Gold mit Kranz und Zahl 10. (Rupp´s waren einmal in der Fremde aktiv, um Bühn´s nicht entwischen zu lassen). Beide Paare liegen damit fast ganz vorn in Sachsen und hoffen auf viele Nachmacher aus dem Verein.
Erfreulich, dass sich an jenem dritten Adventssamstag insgesamt 39 Tänzerinnen und Tänzer den kritischen Augen des Prüfers Michael Hölschke präsentiert haben. Alle haben die Kriterien für die jeweiligen Abzeichen erfüllt. Ohnehin steht der Spaß bei einer solchen Abnahme (meist) im Vordergrund und Misserfolge sind extrem selten.
Nach der DTSA-Abnahme war noch nicht Schluss. Unter dem bewährten Motto „Der Tanzclub stellt sich vor“ präsentiert sich der Verein in seinen Trainingsräumen traditionell jedes Jahr in der Adventszeit.
Dass diese Veranstaltung sowohl für Tänzer als auch für Gäste ein richtiges Highlight ist, kann man an zwei Dingen festmachen. Die Paare aller Tanzgruppen des Vereins sind nahezu vollzählig dabei und selbst die Stehplatzkapazität ist meistens nahezu erschöpft. Stichwort aus der Überschrift: „geplatzte Nähte“. Die Trainingsgruppen gaben mit ihrem Programm alles für beste Werbung für zuschauende, potenziell-künftige Mitglieder, die natürlich alle Gruppen gut gebrauchen können.
Für viele Paare hat diese Vorstellung vor Freunden, Verwandten und Interessierten noch einen weiteren positiven Aspekt: Die feierliche Überreichung der Leistungsprämien des Excelsior-Förderkreises, die als Trainingskostenzuschüsse für die insgesamt 21 Treppchenplätzen auf Landes- Gebiets- und Deutschen Meisterschaften übergeben werden konnten.
Eine Hoffnung der Zuschauer erfüllte sich nicht. Die Weltmeister sind doch nicht gekommen. Bei freiem Eintritt und im Angesicht des Showauftritts der anderen S-Klassen-Paare (besonders sehenswert: Rumba und Slowfox wurde gemeinsam getanzt) war am Ende zum Glück niemand wirklich böse. Vielleicht sind sie nächstes Jahr wieder dabei…
U. Trodler und ein weiterer Autor
so hieß es beim „Workshop Coaching“ mit Sabine Karkó, Sportmentalcoach aus Berlin. Der Einladung ins Vereinsheim des TSK Residenz Dresden waren Teilnehmer aus sieben Vereinen am vierten Advent gefolgt. Die Erweiterung der Thematik Richtung „Paarharmonie“ ließ sicher etwas vom Harmoniebedürfnis in der Weihnachtszeit aufkommen. Der Termin war nicht verkehrt, ist doch vom Turnierkalender her weniger im Angebot, manches Paar ist auch ein wenig turniermüde und ein anderes Thema weckt Neugier.
Außer Betonung der Harmonie war der Vortrag und die Arbeit in den Gruppen rational klar um Inhalte, optimale Verständigung, Methoden gespannt. Aussagen am Beginn des Workshops zur Thematik der Einladung: wie: „ich konnte mir erst einmal gar nichts unter dem Thema vorstellen“, „mal sehen, was auf mich zukommt“ und von Wissenden „ich brauche konkretes Handwerkszeug“, mündeten die Auswertungen zum Ende in der Runde hin zu: „ich brauche erst einmal die Definition meiner Bedürfnisse“, „mir ist das Erkennen meiner eigenen Stärken und Schwächen wichtig“ über methodische Ansätzen: „mir wird ein konkreter, von mir selbst gewollter Trainingsplan weiterhelfen“ zu ganz persönlichen Aussagen.
Sicher wurde klar, dass es neben Techniktraining in Gruppen- und Einzelaktivitäten eben auch andere Bereiche gibt, die auf den tänzerischen Erfolg mittelbar und unmittelbar Einfluss haben. Die Einzelpersonen des Paares und das Paar in seiner Gesamtheit haben die vielfältigsten Möglichkeiten, sich selbst zu erkennen und zu entwickeln.
Allerdings ist wichtig: man muss dran bleiben! Die Gefahr ist, schnell wieder in Routine bei der Abwicklung seines Trainings zu verfallen, immer wieder ist „Verständigung“ erforderlich, um Miss“verständnisse“ auszuschließen.
Sabine Karkó konstatierte: „Ihr habt Interesse, sonst wäret ihr nicht gekommen, gleichzeitig danke, dass ihr bereit ward, euch derart zu öffnen“. Und danke auch der Teilnehmer anderer Vereine, dass der Residenz über Standard und Latein hinaus ein überfachliches Angebot unterbreitet hat.
Michael Hölschke
![]() Die Weltmeister mit dem Präsidenten des LTVS und Vereinsvorsitzenden 2x Rupp |
Am 29.11.2008 war optimales Christoph&Blanca-WM-Titel-Wetter – Mistwetter mit leichtem Schneefall – so wie in Wien 2005 (Beinahe WM-Titel) und 2007 (EM-Titel) sowie Moskau 2006. Aus Tokio 2007 ist das Wetter nicht so exakt überliefert.
Das „Indoor-Wetter“ in der Berliner Max-Schmeling-Halle beschreibt das ganze Gegenteil: Rauchschwaden loser Saalhimmel bei strahlendem Scheinwerferschein und bester Fernsicht von allen Plätzen auf die gelungene Kulisse mit dem roten Einmarschteppich der Akteure durch ein nachempfundenes Brandenburger-Tor.
Dafür gebührt dem LTV Berlin als Veranstalter und dem Berliner Publikum ein dickes Lob für diese sensationelle WM. Die Organisation und die Zuschauerresonanz von ca. 5.000 Besuchern brachen weltweit viele Rekorde und setzen neue Maßstäbe. Wann ist es je vorgekommen, dass man bei einem Tanzsportevent vor der ausverkauften Halle angesprochen wird, ob man denn nicht noch eine Karte hätte…? Viele tänzerische Großveranstaltungen müssen bei der Besucherzahl mit einer Null weniger am Ende leben.
Franz Allert, als oberster Hüter des deutschen Tanzsportes, führte gewohnt souverän durch das 10-stündige Programm. Er ließ sich auch nicht aus der Ruhe bringen, wenn ihm der Name eines der vielen Ensembles im Rahmenprogramm nicht rechtzeitig zugetragen wurde.
Dieses war in der Tat Berlin-erlesen, tänzerisch-musikalisch bunt und reichhaltig. Der Tanz der Vampire der Berliner Kinder war genau der richtige Einheizer. Der Auftritt der Showformation des Berliner Turnerbundes zwischen den Finals mit integriertem musikalischem Matten und Turngeräte Auf- und Abbau große Klasse. Reine Platzgründe sind es, dass nicht alle Punkte des Rahmenprogramms Erwähnung finden. Was nicht heißen soll, dass die vielen ungenannten Cheerdance, Jazz/Moderndance und Standardtanzformationen nicht sehenswert gewesen wären.
Die Entdeckung dieses Turniers waren die Finnen Markus&Maria Hirvonen. Bei ihrer dritten WM-Teilnahme konnten sie sich nach zwei 18./19. Plätzen auf den 9. Platz vorarbeiten und wurden vom fachkundigen Publikum vollkommen zu Recht zum charmantesten Paar gekürt. Ihr jugendliches Aussehen, der spritzige Tanzstil und dass in der Vorrunde gerissene Lateinoutfit des Herrn - welches 3 Runden „durchhalten“ musste - bildeten die perfekte Dramaturgie für diesen Erfolg.
Zur Mission Titelverteidigung:
Auf den Schultern der Titelverteidiger muss ein Steinbruch gelastet haben. Der Erwartungsdruck zur Titelverteidigung im eigenen Land war durch Presse, Funktionäre und Fans immens hoch. Der Germany-Fanblock bastelte erfolgreich an einem neuen Konzept, wie man diesen Erwartungsdruck bei unseren Lieblingen irgendwie lindern könnte.
Jenny Müller, Franziska Schöne und Sylvia Jumel produzierten in einer „heimlichen Überraschungs-Kommandoaktion“ durch mühevolle Handarbeit – um evtl. Fragen nach höheren Stückzahlen im Ansatz zu ersticken – die Arbeitskleidung für die Abendveranstaltung. 68 knallgelbe, sehr begehrte Fanblock-T-Shirts. Diesmal konnte man die Fans nicht nur hören, jeder konnte Sie auch sehen…
Phil Schwarick als künstlerischer Leiter trichterte den Leuten den „Blanca, Blanca, Christoph go for Gold“-Slogan ein. Das zwischenzeitlich unkoordinierte „Fangeschrei“ – die Berliner ertrugen es geduldig – wurde durch die Dirigentin Ursula Rupp zum Finale hin gesteigert und in geordnete Bahnen gelenkt. Auch wenn der Dirigentenposten im Finale ersatzlos gestrichen werden musste, wegen Freihaltung eines nicht erkennbaren Fluchtweges.
Lohn der Mühe: Gewinn eines Sonderpreises in der Kategorie bester Fanblock – eine eigene Kinovorstellung für alle Fans, gestiftet von Cinemaxx. Der nicht zu unterschätzende Dänemark-Fanblock wurde auf den zweiten Platz verwiesen.
Zum tänzerischen Finale:
Zum Glück für die Titelverteidiger tanzten auch die Mitfavoriten das Standardfinale mit der angezogenen Handbremse. Die Situation war sowohl für Publikum und Wertungsgericht reichlich unübersichtlich. Bis auf das russische Paar, das in Standard nicht so Recht in Schwung kam, waren alle Paare ganz eng beisammen. Der Ausgang schien ziemlich ungewiss.
Ergebnis: Zahlengemisch vom Feinsten für Turnierleiter/Beisitzer-Schulungen. Ein Beispiel: Christoph&Blanca haben den Tango unter 4 Paaren mit einer Majorität auf dem dritten Platz gewonnen, weil sie sich keine 6 einhandelten. Alle 5 nichtrussischen Paare gewannen je einen Standardtanz und verteilten sich kunterbunt auf die Plätze. Das russische Paar gewann dafür Latein.
Hat es das in der WM-Historie jemals gegeben, dass jedes Finalpaar mindestens einen Tanz gewonnen hat…?
Endlich: In der Samba platzt der Knoten bei Christoph&Blanca. Hoffnung keimt auf. Der Fanblock zündet seinen Ernstfall-Reserve-Schlachtruf „Blanca ist viel g…(schöner) als der Rest“. Dieser Weckruf und die akute Gefahr einer Brustentblößung wegen Unpässlichkeiten mit Blancas Lateinkleid-Schulteraufhängung schienen die erwünschte befreiende Ablenkungswirkung zu entfalten. Christoph führte auf der Fläche bei laufender Cha-Cha-Runde galant eine Notreparatur durch, bevor das Problem vor der Rumba endgültig behoben wurde.
Allerdings konnten sich jetzt auch die Mitfavoriten vom Druck befreien und damit auf den letzten Schluck die Podiumsplätze erobern. Das war Pech für das dänische Paar, die dank der heilenden Kraft des eigenen Fanblocks souverän auftraten und nur mit 2 Platzziffern vom Podium ferngehalten wurden.
Nach dem Turnier mit verdeckter Wertung waren im Fanblock bange Minuten zu überstehen. Spannung pur, keiner sagte etwas. Doch die Unsicherheit, ob sich der schlichtere, aber musikalisch formvollendete Stil der Titelverteidiger gegen die mehr oder weniger musikalisch ausgereiften zusätzlichen Schwierigkeitsgrade der Konkurrenz durchsetzen würde, war den Gesichtern anzusehen.
Als am 30.11.2008 0:23 Uhr der ersehnte „Gottseidank-Erlösungsjubel“ die Max-Schmeling-Halle erschütterte - der zweite Platz für Slowenien wurde verkündet – fielen viele Steine von den Herzen zahlreicher erwartungsdrückender Gäste. Wir sind und bleiben Weltmeister. Hoffentlich auch noch nächstes Jahr in Spanien.
Das Bad in der Menge des Fanblocks war für die neuen Weltmeister viel schwieriger als z.B. in Wien, wo nach der Veranstaltung die Fläche ungehindert gestürmt werden konnte. Das öffentliche Interesse des deutschen Funk und Fernsehens wollte befriedigt sein. Da die Geduld der Fans auf eine harte Probe gestellt wurde, ergab sich der letzte Fanblockgesang des Abends uneinstudiert zwangsläufig: „Gebt uns unsren Weltmeister zurück, Weltmeister zurück, Weltmeister zurück…“
Für einen kurzen Moment hatte die Anhängerschar Glück, dann ereilte alle der Räumungsbefehl. Zu einer perfekten Organisation gehört ohne Fan-Gnade auch das zeitgerechte „Rauskehren“ der letzten Besucher zum pünktlichen Aufräumen der Halle.
Berlin, es war perfekt von vorn bis hinten, wir (incl. der rausgekehrten Fans) kommen gerne wieder.
![]() erfolgreicher Auslandsstart von M. Ziebegk u. Jenny Müller |
Anlässlich des „Großen Preises der Stadt Chomutov/Cz“ am 07.12.2008 wurde auch ein Tanzpaar mit Wertungsrichter vom Landestanzsportverband Sachsen eingeladen. Diese Einladung nahm das Tanzpaar vom TSC Excelsior Dresden, Marcus Ziebegk – Jenny Müller war.
Am 2. Adventssonntag war der festliche Saal des Kulturhauses von Chomutov bis auf den letzten Platz mit interessierten Zuschauern gefüllt. Elf Turniertanzpaare der Startklasse A/S aus Tschechien, Polen, der Slowakei, Bulgarien und Deutschland gingen beim Standardturnier an den Start. Erfreulich aus sächsischer Sicht war, dass unser Tanzpaar mit ihrer tänzerischen Leistung bereits in der Vorrunde sehr positiv in Erscheinung trat. 6 Tanzpaare wurden für das Finale aufgerufen. Darunter auch Marcus und Jenny. Bereits bei der ersten offenen Wertung für den Langsamen Walzer zeigte sich, dass unser Tanzpaar nicht nur das Publikum sondern auch das internationale Wertungsgericht mit ihrer Leistung überzeugte. Diese beeindruckende Leistung setzte sich bei den darauf folgenden vier Wertungstänzen fort, so dass Marcus und Jenny das Standardturnier mit fast allen „1“ gewannen.
Zwischen dem Standard- und Lateinturnier traten Kinder- und Jugend - Showtanzgruppen vom veranstaltenden Tanzclub „Startanz Chomutov“ auf. Darunter auch die Weltmeisterformation, die ihren Titel am 20.11.2008 in Riesa gewann. Leider besitzen wir in Sachsen (noch) nicht solche hervorragenden Showtanzgruppen. Dafür aber Jazz und Modern Tanzgruppen, die wiederum der tschechische Tanzverband nicht hat.
Beim Turnier in den lateinamerikanischen Tänzen starteten 14 Tanzpaare. Hier dominierten die tschechischen Tanzpaare. Umso erfreulicher, dass neben fünf tschechischen Tanzpaaren und einem polnischen Tanzpaar auch Marcus und Jenny wieder das Finale erreichten. Der 1. und 2. Platz ging verdient nach Tschechien. Unser Paar erreichte im Finale den 7. Platz.
So war für Marcus und Jenny der Start am 2. Adventssonntag in Chomutov ein erfolgreicher Auslandsstart.
G.Z.
![]() Limbach-Oberfrohna Die Offiziellen mit dem Siegerpaar |
>> Atmosphäre und Tanzen vom anderen Stern <<
Am 6. Dezember 2008 trafen sich wieder einmal die besten Turniertanzpaare Deutschlands und Europas zum traditionellen Weihnachtstanzturnier in der Stadthalle Limbach-Oberfrohna. In diesem Jahr fand das Turnier erstmalig für die SEN I S-Klasse in den Standardtänzen statt. Mit bangen Erwartungen sah man diesem Event entgegen - letztlich völlig unbegründet. Alle 15 eingeladenen Paare waren am Start, darunter etliche Landes- und Staatsmeister. Das hochkarätig besetzte Feld sollte für Spannung von der ersten bis zur letzten Minute sorgen - und tat dies auch.
In der Vorrunde tanzten sich die Paare warm. Umringt von den zahlreich anwesenden Gästen war Zeit, sich an die Fläche, den Saal und die Atmosphäre zu gewöhnen. In der Zwischenrunde tanzten die Paare dann so frei und überzeugend auf, daß es selbst ausgewiesenen Kennern schwer gefallen sein dürfte, die Platzierungen zu benennen. Jeder der Anwesenden im Saal bekam nun Tanzsport auf allerhöchstem Niveau geboten.
Letztlich qualifizierten sich 6 Paare für ein überragendes Finale. Als noch recht junges und frisches Paar in der SEN I S errangen mit sehr elegantem und reifem Tanzen Fabian Lohauß & Simone Brauchschweig Platz 6. Robert & Birgit Panther wußten mit starkem Ausdruck und viel Erfahrung zu Punkten und kamen am Ende auf Platz 5 ein. Mit äußerst positiver Ausstrahlung und tollem Partnering ertanzten sich die Landesmeister Baden-Württembergs Michael & Angelika Groß überglücklich Platz 4. Um das Treppchen wurde es nun spannend. Eric & Charlotte Voorn, die niederländischen Meister, sicherten sich den 3. Platz. Als Mitfavoriten gestartet und etwas gehandicapt nach einer Verletzung im Quickstep der Vorrunde, tanzten die Beiden souverän bis zum Finale durch, bewiesen Nervenstärke und Durchhaltevermögen, was Ihnen letztlich ihre Platzierung sicherte. Nach einem Jahr Babypause erst wieder frisch ins Turniergeschehen eingestiegen, krönten die Österreicher Philipp & Sandra Kaufmann ihre Leistung an diesem Abend mit dem 2. Platz. Dynamisch und sehr souverän konnten sie sich, außer in Tango, vor Eric & Charlotte behaupten. Unangefochtene Sieger und damit Gewinner des "Großen Preis der Stadt Limbach-Oberfohna" wurden die Landesmeister aus Schleswig-Holstein und 3. der Deutschen Meisterschaft, Thorsten Strauß & Sabine Jacob. Ihr Tanzen war an diesem Tag nach Meinung der Wertungsrichter, und nicht nur dieser, "Outstanding".
Auch für die Paare unseres Vereins sollte dieser Abend ein besonderer sein.
Katrin Dinges-Schroth & Tilo Schroth, erst im September in die A-Klasse aufgestiegen, nutzten die Chance, an diesem Turnier teilnehmen zu dürfen. Sie tanzten locker und frei auf und waren dabei gewohnt ausdrucksstark, konnten allerdings dem hohen Niveau der anderen Paare (noch) nichts entgegensetzen und erreichten am Ende, trotz allem zufrieden, Platz 15.
Silke Ludwig & Kai Schönherr wiederum wollten versuchen, das Unmögliche möglich zu machen und sich in solch einem starken Feld behaupten. Dies sollte ihnen in überragender Manier gelingen. Noch etwas verhalten in der Vorrunde, tanzten sie in der Zwischenrunde gelöst und ihr vermutlich bestes Turnier in diesem Jahr, was am Ende mit Final-Anschlußplatz 7 belohnt wurde und jegliche Erwartung übertraf. Zudem konnten sie auch die Stimmen des Publikums für sich gewinnen und wurden Publikumsliebling. Als Dank an die Fans zeigten sie ihre tolle Slow Waltz Kür.
Das Rahmenprogramm gestaltete sich in diesem Jahr sehr abwechslungsreich. Den Ball eröffneten die Kindergruppen von Inna Gräßler, die in einer hinreißenden Wiener Walzer Formation gemeinsam ihr Können zeigten. Jessica Langer & David Neubert präsentierten dem Publikum, wie man schon in jungen Jahren überzeugend lateinamerikanisch tanzt. Als kleines Highlight traten die Norddeutschen Meister im Breakdance, Finn & Max, auf, die mit viel tänzerischer Akrobatik die Gäste im Sturm nahmen. Den Abschluß bildete die Musical-Stage-Company ShowBiss!, die mit Melodien zwischen Blues und Swing verzauberte.
Musikalisch führten wie gewohnt HAPPY FEELING durch den Abend. In einem wahren Mammut-Programm begleiteten sie nicht nur die Gäste beim Tanz, sondern auch die Turnierpaare. Letztere waren voll des Lobes für die ausgezeichnete Live-Musik. Gewohnt sicher war auch Moderator und Turnierleiter Jürgen Schimmel. Unser Stellvertretender Vorsitzender wußte mit viel trockenem Humor und Charme zu überzeugen.
Alles in allem war es eine tolle Veranstaltung, im O-Ton aller Beteiligten eine der Besten, wenn nicht gar die Beste in der 16jährigen Geschichte dieses Events. Sowohl tänzerisch, als auch atmosphärisch eine der schönsten Veranstaltungen, die es je gegeben hat – darin waren sich alle einig. An dieser Stelle danken wir allen Sponsoren, Förderern und Helfern, die dies überhaupt erst möglich gemacht haben - VIELEN DANK!
Alle Ergebnisse gibt es unter www.tk-orchidee-chemnitz.de/useruploads/files/menu.htm
![]() Training JMD Schwarz Weiß Freiberg | |
![]() Ina Hoppe in Aktion JMD Schwarz Weiß Freiberg |
Freiberg als Turnierausrichter zum Saisonstart 2009
Turniertanz und Jazz-Modern-Dance sind in sächsischen Vereinen leider immer noch selten als gleichberechtigte Leistungssportarten nebeneinander anzutreffen. Um so erfreulicher ist es da, dass sich unter den neun sächsischen Vereinen, die in der Wettkampfsaison 2009 mit insgesamt 15 Mannschaften an den Start gehen, auch drei traditionsreiche Turniertanzvereine finden, deren Formationen sich in der recht jungen Sportart JMD behaupten wollen. Einer von ihnen ist der TSV Schwarz-Weiß Freiberg, dessen Formationen in diesem Jahr sowohl in der Verbands- als auch Jugendverbandsliga vertreten sein werden.
Dabei ist der Verein, dessen Geschichte immerhin bis ins Jahr 1963 zurückreicht, kein echter Newcomer im Bereich JMD. Bereits 2003 begann der Verein sein Angebot an Tanzsportarten zu erweitern und etablierte unter der Leitung von Victoria Klame die Formation „Intoxication“, die sich innerhalb kurzer Zeit in die Oberliga tanzte. Doch mit dem Weggang der Trainerin gelang es dem Verein nicht, die Mannschaft und Ligaplatz zu halten und man musste wieder ganz von vorn anfangen: Trainersuche, Mitgliederwerbung, Mannschaftsaufbau.
Ende des Jahres 2006 übergab man den Bereich JMD in die Hände von Ina Hoppe, die als ehemalige Turniertänzerin selbst eine Brücke zwischen beiden Tanzsportarten schlägt. Seither erfreut sich die Freiberger JMD-Abteilung stetig wachsender Beliebtheit und zählt mittlerweile zu der mitgliedsstärksten Sektion des Vereins. Der Schwerpunkt der Trainingsarbeit lag von Anfang an beim Aufbau einer neuen Formation für die Wettkampfteilnahme und bereits nach einem Jahr fanden sich acht Mitglieder zur Mannschaft „Black&White“ zusammen. Nachdem die Tänzerinnen und ihre Trainerin in der vergangenen Saison ihr Wettkampfdebüt in der Verbandsliga 2 Süd-Ost gaben, wagt man sich in Freiberg nun in ein bislang unerschlossenes Gebiet – der Ausrichtung des ersten Freiberger JMD-Turniers zum Saisonauftakt der Verbands- und Oberliga.
Das Turnier wird bereits am 01. März 2009 in der Ernst-Gruber-Sporthalle in Freiberg stattfinden. Mit diesem zeitigen Saisonstart sind aber nicht nur die teilnehmenden Formationen vor eine große Herausforderung gestellt. Auch die Funktionäre und Helfer des TSV Schwarz-Weiß, die zwar schon so manches Standard- und Lateinturnier vom Breitensport bis hin zur Landesmeisterschaft erfolgreich ausgerichtet haben, müssen sich innerhalb kurzer Zeit mit den Regularien, den Wettkampfbedingungen - und Abläufen im JMD vertraut machen. So ziehen nun alle gemeinsam an einem Strang, ob Turniertänzer, Wertungsrichter, Breitensportler oder Jazz-Tänzer. Für viele von ihnen wird es sicher der erste JMD-Wettkampf sein, den sie erleben werden. Bleibt zu hoffen, dass sich durch eine solche Zusammenarbeit die gegenseitige Wahrnehmung und Unterstützung der Tanzsportarten nicht nur in Freiberg steigert!
Ina Hoppe