Europameisterschaften über 10 Tänze in Wien
Deutsche Meisterschaften der S-Klasse in Zwickau
Fortsetzung nach ungewollter Pause - 17. Kinder- und Jugendwochenende Dresden
Internationales Herbstturnier - 40 Jahre TSC Synchron Chemnitz
13, 26, 60, 70 - Zahlenspiele beim Bersteinturnier
60 Jahre Grün-Gold Leipzig – die Geschichte
Tanz mit den Partnerstädten



Europameisterschaften über 10 Tänze in Wien


Jaaaaaaa- Dieser Schrei erschütterte die mit 1.500 Zuschauern fast vollbesetzte Wiener Stadthalle am 17.11.2007 um 23:26 Uhr. Einige Fans sprangen aus Ihren Sitzen, viele hatten die Arme hochgerissen oder fielen sich um den Hals. Soeben hatte der Moderator durch die Ansage "Second place: couple number seven..." Misa Cigoj & Alexandra Malai auf das Treppchen gerufen und wurde dabei mitten im Satz unterbrochen. Ein Vizeeropameister wurde garantiert selten so bejubelt wie an diesem Abend. Da die Geräusche aus der "deutschen Ecke" kamen, war den meisten Anwesenden klar, dass dieser Erleichterungsjubel nicht ursächlich den Slowenen galt. Es war zur Freude der knapp 100 deutschen Fans im Saal genau das Paar für den obersten Platz übrig geblieben, was sie sich ersehnt hatten.

Eine Minute zuvor musste das mit Sicherheit unglückliche russische Paar vorzeitig zum Siegertreppchen ausrücken. Daraufhin gaben sich die beiden verbliebenen Paare entgegen der Tradition schon vorher die obligatorischen Platzierungsküsschen. Durch die Bezwingung des ärgsten Widersachers war beiden Paaren bereits zu diesem Zeitpunkt mindestens der halbe Steinbruch vom Herzen gefallen. Als Christoph und Blanca zum Abschluss des Abends das oberste Treppchen erklimmen durften, wurde ihnen ein ebenso stimmgewaltiger Siegerjubel zuteil. Da der deutsche Fanblock schräg hinter dem Siegerpodest lag, brauchten die Sieger-Fotografen diesmal flinke Finger am Abzug, denn Christoph & Blanca suchten umdrehenderweise häufiger den Blickkontakt zu ihren Fans.

Mit diesen glücklichen Augenblicken war der Höhepunkt eines rundum gelungenen "Betriebsausfluges" dreier Dresdner Sportvereine an die Donau erreicht. Alle blümeranten Erinnerungen an das Wetter, den kaputten Bus und die tragische WM-Silbermedaille exakt zwei Jahre zuvor waren überwunden. Nur das Wetter auf der Strecke von Dresden nach Wien war ähnlich bescheiden. Sowohl der Bus als auch der Fahrer waren in Topform. Als wir vorfristig um 6 Uhr morgens am Ziel ankamen, hat sich Dietrich Rupp in seiner Funktion als Präsident der Dresdner Delegation freiwillig vorgeschickt, um "Witterung" aufzunehmen. Da vor 7 Uhr nur der Pförtner dienstbereit war, bewahrte der Busfahrer seine Insassen durch eine kleine Stadtrundfahrt vor evtl. gesundheitlichen Folgen des Wiener Morgenfrost-Wetters.

11 Paare nutzen diesmal die Chance eines um 50% ermäßigten Eintritts und meldeten sich als Teilnehmer der Wiener-Walzer-Konkurrenz. So hatten alle diejenigen, die sich nicht für einen Stadtbummel bis zum Nachmittag entschlossen hatten, ein Vormittags-Programm zum Mitfiebern. Bis zur 3. Runde galt es auszuscheiden, um nichts von der Europameisterschaft verpassen zu müssen. Die Wertungsrichter waren kooperativ mit und ließen die überzähligen Kreuze weg. Ein Paar schaffte es erst gar nicht bis zur Vorrunde. Es gehörte zu insgesamt 11 von 221 Paaren dieses Wettkampfs, die sich zwar eine Startnummer holten und den ermäßigten Eintritt sicherten, aber wohl doch lieber stadtbummelten. Für 2 weitere Paare war nach einer Runde Schluss, 5 Paare haben genau zweimal zwei Minuten im Kreis gewalzert. Alle 3 A- und S-Klassen-Paare schafften es in die dritte Runde und hätten ab jetzt Turnierkleidung anlegen dürfen. Zum "Glück" für den Fanblock machte keiner von seinem Recht Gebrauch, denn zumindest zwei Paare waren akut "weiterkommgefährdet" und hätten mit Turnierkleidung vermutlich noch eine 4.Runde tanzen sollen.

Somit nahm der Fanblock pünktlich kurz nach 15 Uhr seine "Arbeit" auf. Immer, wenn das Paar 14 auf der Fläche erschien, wurde es systematisch lauter und ansonsten wieder ruhiger. Wir hatten zwar das Transparent vergessen, aber ansonsten war für jeden ein Winkelement, Rassel- oder Klappergerät vorhanden. In der Vor- und Zwischenrunde schonten sich alle Beteiligten spürbar. Da Christoph&Blanca speziell im Standardteil der Zwischenrunde so ihre "Huddeleien" mit Paaren hatten, die sich ab und zu mitten auf ihrer Tanzbahn befanden, sahen andere Mitfavoriten zunächst gefälliger aus. Gerade, als die Ersten begannen, sich Sorgen zu machen, kam der Weckruf für unser Paar und seine verständlicherweise unausgeschlafenen Fans. "Los jetzt Blanca, zeig uns was." Diese Parole hatte der Cheforganisator für jeden im Saal deutlich vernehmbar ausgegeben. Daraufhin ging ein leichtes Raunen durch das Publikum aber es war die Initialzündung!

Christoph & Blanca gingen jetzt deutlich mehr aus sich heraus. Unsere Delegation gab sich nun nicht länger der schwelenden Müdigkeit hin, nahm die sprichwörtlichen Streichhölzer aus Ihren Augen und klatschte sich wach. Die Konkurrenten aus Russland und Slowenien versuchten mit vielen Schraubensaltos und hohen technischen Schwierigkeitsgraden gegen die schwer zu übertreffende Flächenpräsenz des deutschen Paares anzukommen. Misa Cigoj probierte zusätzlich kleine Showeinlagen, um das Publikum auf der gegenüberliegenden Seite in seinen Bann zu ziehen. Im Rahmen dieser Selbstdarstellung ließ er seine Dame aber nicht immer gut aussehen. Die russischen Vizeweltmeister waren sehr athletisch und in ihrer Geschwindigkeit in Latein schwer zu stellen. Allerdings fehlte speziell in Standard etwas mehr Ausstrahlung nach außen. Die Lockerheit der deutschen Meister im Finale war beeindruckend. Während die Gegner versuchten, kampfstark die restlichen Kohlen aus dem Keller zu holen, war den Favoriten die Leichtigkeit und der Spaß am Tanzen anzusehen. Es muss eine Freude für die Wertungsrichter gewesen sein, dem Paar 14 Einsen und Zweien auf den Zettel zu schreiben. Platzziffer 16 - nur erste und zweite Plätze - lautete das Rekordergebnis für die erstmaligen Europameister. Hoffen wir, dass Sie sich noch nicht so bald bei den Profis "zur Ruhe setzen" und weitere solche Mammutwettkämpfe über insgesamt 45 Tänze (Siegertanz mitgezählt) erfolgreich abschließen können.

Insgesamt gab es an diesem Abend drei Deutsche Siege. (Ferrugia/Köhler IDSF Standard, Kazlouski/Ritter Jugend Latein) Ein halbes Dutzend deutscher Spitzpaare kam in den Finals in den Genuss des sächsischen Fanblockings und bedankte sich artig. Die Veranstalter, die vor zwei Jahren die Übermacht des deutschen Geräuschpegels nicht einkalkuliert hatten, waren abends zur Gegenwehr vorbereitet. Musste der ORF 2005 noch Bild- und Tonmaterial "umschneiden", um den Jubel "österrreichisch" im TV erscheinen zu lassen, sollten Showeinlagen diesmal alle Anwesenden zum Mitmachen animieren. Eine Formation der österreichischen Kaderpaare und die ranghöchsten salzburgischen Profis Gschaider/Stöckl mit einer Walzer-Solokür traten im Rahmenprogramm auf. Für die weltmeisterlich qualitätsverwöhnten deutschen Augen waren die Auftritte durchwachsen aber das heimische Publikum wurde gut mitgerissen. So rief der Turnierleiter dann die Fanblöcke aller 6 Finalnationen einzeln zur Tonprobe auf. Von pianissimo

wie Italien bis sehr laut wie Deutschland waren alle Nuancen vertreten.

Bis Mitternacht durfte mit den Siegern gefeiert und danach (endlich) im Bus geschlafen werden. Trotz dichten Dauernebels brachte uns der Busfahrer unspektakulär und sicher durch die Waschküche wieder nach Hause.

 

Ulrich Trodler





Deutsche Meisterschaften der S-Klasse in Zwickau

Zum ersten Mal in ihrer Geschichte fand die deutsche Meisterschaft der Sonderklasse in den Standardtänzen in Zwickau statt. Die ca. 3000 Zuschauer durften sich am 3.11.2007 in der glänzend präparierten Zwickauer Stadthalle an 107 deutschen Standardpaaren erfreuen.

Die spannendste Frage des Abends war, wer die ins Profilager gewechselten achtfachen deutschen Meister Sascha und Natascha Karabey beerben würde. Infrage dafür kamen in erster Linie zwei Paare: die frisch gebackenen Vizeweltmeister Benedetto Ferruggia/Claudia Köhler (Schwarz-Weiß Club Pforzheim) und die WM-Sechsten Simone Segatori/Annette Sudol (1. TGC Redoute Koblenz u. Neuwied).

Erfreulich aus sächsischer Sicht war, daß nach der Vorrunde noch alle elf sächsischen Paare am Start waren. Nach der ersten Zwischenrunde mussten nur Thomas Bühn/Melanie Kaiser (TSC Excelsior Dresden, 77.-78. Platz), Christian Sennewald/Anne Krüger (TSK Residenz Dresden, 69.-73.) und Erik Heyden/Julia Luckow (TSC Excelsior Dresden, 58.-59.) die Segel streichen. Acht sächsische Paare zogen in die zweite Zwischenrunde ein – sicherlich bei der Leistungsdichte ein toller Erfolg, zumal alle acht Paare ihr bisher bestes Resultat erreichten.

In der „Achtundvierziger“ war dann aber für die meisten Sachsen Schluß. So wurden Martin Herrmann/Elisabeth Wiedenbruch (STK Impuls Leipzig) 47. - 48. Daniel Beuter/Jenny Kampfrath (STK Impuls Leipzig), Marcel Kunitzsch/Elisa Seifert (TC Rot-Weiß Leipzig) und Benedikt Grünberg/Isabell Derichs (TSK Residenz Dresden) teilten sich die Plätze 42-46, und Jens Kaiser/Ulrike Schulz (TC Rot-Weiß Leipzig) die Ränge 40-41. Die genannten Paare trennten maximal zwei Kreuze voneinander. Einen weiten Sprung nach vorn schafften Thomas Grusser/Claudia Seidel (TSC Excelsior Dresden), die den 31. Platz belegten.

Mehr als erfreulich war das Abschneiden von Daniel Wellhöfer/Marion Hopf (STK Impuls Leipzig), die erstmals die Runde der letzten 24 Paare erreichten und Vierundzwanzigste wurden.

Im Semifinale und im Finale waren aus Sachsen nur noch die amtierenden Weltmeister über zehn Tänze, Christoph Kies/Blanca Ribas Turón (TSC Excelsior Dresden) im Wettbewerb, die sich trotz starker Konkurrenz klar für das Finale qualifizierten (44 von 45 möglichen Kreuzen) und Fünfte wurden.

Im Finale kam es dann zum Showdown der Favoriten Ferruggia/Köhler und Segatori/Sudol. Die Vizeweltmeister aus Pforzheim präsentierten sich in außergewöhnlich guter Form und gewannen alle fünf Tänze klar. Segatori/Sudol verbuchten zwar fünf der fünfundvierzig Bestnoten für sich, mussten sich aber Ferruggia/Köhler in Zwickau geschlagen geben. Ebenso deutlich Dritte wurden Stanislaw Massold/Christine Deck (Grün-Gold-Club Bremen). Die Wertungen der Plätze vier bis sechs waren zwar etwas abwechslungsreicher, aber nicht minder deutlich. Oliver und Jasmin Rehder (TTC Rot-Gold Köln) wurden Vierte, Christoph Kies/Blanca Ribas Turón Fünfte und die Neulinge im Finale Valentin Lusin/Renata Busheeva (TD Tanzsportclub Düsseldorf Rot-Weiß) Sechste. Bis auf letztgenanntes Paar waren alle anderen Paare Vorjahresfinalisten (in der gleichen Reihenfolge).

Abschließend bleibt zu erwähnen, dass die vom TSC Silberschwan Zwickau ausgerichtete Deutsche Meisterschaft hervorragend organisiert war. Das Rahmenprogramm mit der Lateinformation vom Grün-Gold-Club Bremen war ein absolutes Highlight und riss die Zuschauer zu Beifallsstürmen hin.





Fortsetzung nach ungewollter Pause - 17. Kinder- und Jugendwochenende Dresden


Die Veranstaltung erfreute sicher reger Beteiligung


Zum Auftakt der fünften Jahreszeit waren auch die „Nummernzieher“ für jeden Spaß zu haben

Nach einem Jahr Pause wegen interner struktureller Unebenheiten ist das traditionelle Kinder- und Jugendwochenende in Dresden wiedergeboren. An einem anderen Ort in der noch neuen Lößnitzsporthalle in Radebeul bei Dresden, die sich schon bei einem gemeinsamen Unternehmen der Vereine Serenade Dresden und Rot-Gold Meißen im März 2007 bewährt hatte, fanden wir für das Schwerpunktturnier des Landestanzsportverbandes Sachsen eine neue Austragungsstätte.

Natürlich Zittern im Vorfeld, wird das Turnier wieder angenommen? Es ist gut gegangen: mehr als 250 Starts an beiden Tagen sorgten für eine rege Resonanz. Auch schon Tradition ist die Verbindung zu Paaren und Wertungsrichtern aus unserem Nachbarland Böhmen, auf die man sich verlassen kann. Dank auch an die Vereine mit den meisten Startmeldungen: Brillant Gera aus Thüringen und hier aus der sächsischen Landeshauptstadt die Vereine Galaxy und Saxonia Dresden.

Besondere Überraschung war die Beteiligung in der KIN-I/II-D. Nach Jahren fast regelmäßigen Ausfalls der Turniere gingen 13 Paare in der Standardsektion und neun in Latein an den Start, damit war das Kinderturnier das einzige, das eine Zwischenrunde erforderlich machte. Sind wir durch die Talsohle ? Vielleicht: die Hoffnung stirbt zuletzt.

Der Spaß sollte natürlich auch nicht zu kurz kommen: am Sonntag 11.11. wurde mit Klingeln und Lärmen um 11.11 Uhr die fünfte Jahreszeit lautstark eingeläutet.

 

M. Hölschke

 

Stimme aus Berlin:

„ .... da man ja als Veranstalter (fast nie) ein Feedback - außer vielleicht ein negatives - bekommt, will ich mich doch mal zu diesen Zeilen hinreißen lassen. Wir hatten nämlich viel Freude bei Ihrer Veranstaltung (nicht nur über das Ergebnis unsere Kids, was ja auch toll war). Der Rahmen war wirklich toll. Der Ort war mit Radebeul gut gewählt. Gab es doch durchaus bezahlbare Unterkünfte in der Nähe. Die Räume waren richtig gut (im Gegensatz zu der Halle vor 2 Jahren, wo wir auch waren und wo es uns eigentlich gar nicht gefallen hat, denn dort war die Atmosphäre doch recht kalt). Es war genug Platz für die Paare und Zuschauer da und es hat Spaß gemacht den Turnieren zu folgen.

Auch will ich hier ein Lob an die beiden Turnierleiter loswerden. Sie haben wirklich erfrischend durch das Turnier geführt. Auch wenn es mit dem Umziehen eng wurde, wurde geduldig gewartet ...

Also macht weiter so. Wir sind mit größter Wahrscheinlichkeit im nächsten Jahr wieder da.

Viele Grüße aus Berlin





Internationales Herbstturnier - 40 Jahre TSC Synchron Chemnitz


Vinokurov-Luft

„3 Tage – 3 Städte“ – unter diesem Motto stand vom 09. bis 11. November das Internationale Herbstturnier des Chemnitzer Tanzsportclubs Synchron. An drei Tagen gaben Paare aus dem In- und Ausland in zwei Turnieren und insgesamt 3 Showgalas ihr Bestes.

Der Startschuss fiel am Freitag in Annaberg-Buchholz unter erschwerten Bedingungen – der Winter musste sich für seinen ersten Auftritt in diesem Jahr unbedingt unseren Turnierstart aussuchen. Leider konnte deshalb aufgrund von gesperrten Straßen unsere Kindergruppe nicht auftreten, doch die kleine Emily Thiele meisterte den Auftritt, völlig unbeeindruckt von den vielen Gästen im Saal, auch allein ganz wunderbar. Das Turnier, eine Showgala in den Standard- und Lateintänzen startete pünktlich um 20 Uhr im komplett ausverkauften „Haus des Gastes Erzhammer“. 12 Paare gingen an den Start, 7 Nationen waren vertreten. Es schien ein bisschen so, als wollten die 250 Annaberger Gäste beim Schautanz um den Bergstadtpokal, einem wunderschönen geschnitzten Tanzpaar, der Entscheidung der acht Wertungsrichter vorgreifen. Denn zum Publikumsfavorit wurden mit knapp 60% aller Stimmen genau das Paar gekürt, welches dann an den folgenden beiden Tagen in Chemnitz und Schneeberg sowohl bei dem Turnier der Standardtänze als auch im Bereich Latein den Sieg einheimste: Evgeny Vinokurov/Christina Luft aus Solingen.

Samstag – Chemnitz. Pünktlich um 19 Uhr begann der Einlass in die Halle 2 der Chemnitz Arena. Vorher waren die Helfer unseres Clubs jedoch schon stundenlang damit beschäftigt, die Halle behaglich zu dekorieren, die Paare an Ort und Stelle zu bringen und letzte Vorbereitungen zu treffen. Von der ganzen Aufregung bemerkten die Besucher nichts, sie kamen in Erwartung eines schönen Abends. Und das wurde er: Das Turnier in den Standarttänzen konnte beginnen und wieder verzauberten Evgeny und Christina das Publikum. Christina tanzte in ihrem kimonoartig geschnittenen Kleid mit asiatischer Hochsteckfrisur und brachte damit einen Hauch Exotik nach Chemnitz. Mit sechsmal der Ziffer Zwei schafften es die Tschechen David Voráč/Anna Zdráhalová auf den zweiten Platz. Den dritten Platz ertanzten sich Tomas Valicek/Denisa Halicka aus der Slowakei. Erik Heyden und Julia Luckow (TSC Excelsior Dresden) ertanzten sich einen vierten Platz. Ronny Göpfert und Olivia Thiele aus unserem eigenen Verein gaben uns viel Grund zur Freude an diesem Abend – sie tanzten sich mit ungeheurer Ausdrucksstärke überraschend ins Finale und belegten am Ende Platz 5.

Ein ganz besonderer Höhepunkt waren die Auftritte des Studio W.M. Großartig und mitreißend präsentierte die 28- köpfige Musicaltruppe Ausschnitte aus Grease, Aida, König der Löwen, der Rocky Horror Picture Show und einigen mehr. Unvergesslich wird uns auch der Soloauftritt zu Ehren des Siegerpaares bleiben, eine Version von Whitney Houstons „One moment in time“. Wann hat man zum letzten Mal Tränen in den Augen von Zuschauern entdecken können und Gänsehaut bekommen, weil „es einfach so schön“ ist?

Das Finale unseres dreitägigen Turniermarathons fand dann am Sonntag in Schneeberg statt. Dieser letzte Veranstaltungsort ist für uns immer ein ganz besonderes Highlight. Alle sind schon aufeinander eingespielt, die Paare kennen sich und uns. Das Schneeberger Publikum ist selbst zum großen Teil im Tanzen aktiv und sorgt von der ersten bis zur letzten Minute für gute Stimmung und anspornenden Beifall.

Aber nun der Reihe nach: Das Turnier wurde um 16 Uhr mit dem Auftritt unseres Tanznachwuchses eröffnet. Unser Sportwart Jens Thiele hat zusammen mit seiner Tochter Olivia, die für die Choreographie verantwortlich zeichnet, wochenlang mit der mädchendominierenden Kindertruppe für diesen Auftritt geübt. Danach erfolgte der Einmarsch der Paare und die offizielle Begrüßung mit zwei Liedern, wieder hervorragend vorgetragen von zwei Sängerinnen des Studio W.M. Das Turnier in den lateinamerikanischen Tänzen ging ohne besondere Vorkommnisse über die Bühne, die Paare präsentierten sich in ihren wunderschönen Kleidern elegant und schwungvoll. Beim Sieger gab es keine Überraschung – auch das Lateinturnier gewannen Evgeny Vinokurov/Christina Luft mit großem Vorsprung. Ab Rang zwei war etwas mehr Spannung angesagt. Die zweite Platzierung errangen die Luxemburger Nicolae Colav/Andreia Gaspar, auf das bronzene Treppchen stiegen die Tschechen Tomáč Hnilica / Jana Sedlářová. Danach folgte die Showgala in den Standardtänzen, in der auch unser Paar Ronny und Olli wieder mit von der Partie waren.

Bei der Wahl des Publikumlieblings gab es in Schneeberg eine kleine Überraschung: Die Besucher sahen am liebsten das Paar Nr. 5 Eric Heyden/Julia Luckow aus Dresden. Die beiden lagen 15 Stimmen vor Evgeny und Christina. Den 3. Platz belegte das russische Paar Mikhail Kornev / Anastasia Korbakova.

Auch dieses Herbstturnier, insgesamt das 15. in Folge, welches es allerdings unter anderem Namen bereits zu DDR-Zeiten gab, fand in einem würdigen Rahmen statt, es war anstrengend wie immer, aber die Organisation hat gut geklappt und wir freuen uns schon auf die Fortsetzung im nächsten Jahr.

 

Kati Mau

TSC Synchron Chemnitz





13, 26, 60, 70 - Zahlenspiele beim Bersteinturnier


Waleri Wolf/Ksenia Makhortova, TSC Rose Forst, gewannen beide Disziplinen

Turnierleiter Dr. Horst Galle machte den Abend an Zahlen fest: zuerst eröffnete er das 13. Bernsteinturnier mit der Hoffnung, es möge alles am Abend gut gehen, die „13“ eine Glückszahl und nicht die „verflixte 13“ sein.

Die anderen Zahlen gehörten dem 1. TSC Grün-Gold Leipzig und seinem Präsidenten Dieter Bauerschäfer zugeordnet. 26 Jahre lang steht er als Präsident an der Spitze seines Clubs, der in diesem Jahr sein 60-jähriges Bestehen feiert. Nebenbei hat Dieter Bauerschäfer auch noch seinen runden 70. Geburtstag absolviert. Alles zusammen ist Anlass genug, ihn für sein gesamtes Engagement zu ehren. Sein Hauptverdienst ist sicherlich, den Tanzkreis „Grün-Gold“ über die schwierigen Umstrukturierungen 1990 in den gemeinnützigen Verein 1. TSC Grün-Gold Leipzig zu führen. Und sichtbar ist auch sein „Kind“, das Bernsteinturnier, welches in unmittelbarer Nachbarschaft seines Wohnortes Bitterfeld zusammen mit dem Initiativkreis Bitterfeld-Wolfen und mit Unterstützung des Landessportwartes Sachsens jedes Jahr Anziehungspunkt in der Region ist.

Dieter Bauerschäfer wird mit der Ehrennadel des Landessportbundes in Gold geehrt. Ulrich Herrmann, Lehrwart Sachsens gratuliert ebenfalls für den sächsischen Verband und überreicht charmant ein Blumengesteck an Christel Bauerschäfer. Denn schließlich, so der Autor, der im Namen des TSK Residenz Dresden herzlich gratuliert, steht „hinter jedem erfolgreichen Mann eine starke Frauenpersönlichkeit“.

Im sportlichen Teil stellen sich 15 Standardpaare und 19 Paare im Lateinfeld dem Wettbewerb. Es war ein sportlichen Messen mit unseren böhmischen Nachbarn, die unter der Leitung von Vladimir Mazac (Teplice) und Jan Lastovka, Herausgeber der Dance Time (Praha) fast die Hälfte der Starter stellten. Ihre Teilnahme ist höchste Anerkennung wert, denn im kleinen Grenzverkehr mit der Tschechischen Republik sind die A-Paare benachteiligt, ihr Verband erkennt keine Punkte und Platzierungen an. Sie kommen tatsächlich nur um der sportlichen Freundschaft willen.

Das Standardfinale war überwiegend deutsch besetzt, wobei ein spannender Zweikampf zwischen Gregor Pagel/Isabel Bauer, STK Impuls Leipzig und Waleri Wolf/Ksenia Makhortova, TSC Rose Forst ausgetragen wurde, der letztlich zu Gunsten von Waleri und Ksenia ausging.

Wie würde es im Lateinteil aussehen, schließlich sind wohl unsere Nachbarn von Natur aus temperamentvoller. Erst einmal das umgekehrte Bild, das Finale war mehrheitlich tschechisch besetzt. Doch auch hier schafften es Waleri und Ksenia (15 Jahre!), ihre unmittelbaren Kontrahenten Petr Sikula/Eliska Pelikanová, STK Ùstí nad Labem auf Platz zwei zu verweisen. Zum Besonderen des Abends gehörte auch, dass der Klangkörper P-D Show-Orchester die Paare mit ausgezeichneter Turniermusik unterstützte.

Zum 13. Male gibt es nun in der Statistik ein bestes deutsches Paar über beide Disziplinen mit Waleri Wolf/Ksenia Makhortova, TSC Rose Forst, aber die Namen zeigen schon: dahinter steckt auch slawischer Ursprung!

 

Michael Hölschke





60 Jahre Grün-Gold Leipzig – die Geschichte

In diesem Jahr begeht der 1. TSC Grün-Gold Leipzig 1947 e. V. sein 60-jähriges Clubjubiläum, er ist damit einer der ältesten Tanzkreise des Landes Sachsen und Mitteldeutschlands. Ei gegebener Anlass sich an die vergangenen 60 Jahre zu erinnern. Am 5. September 1947 begann alles: Die Tanzschule Seifert sowie das Ehepaar Weihmann und Hasso Busch gründeten den Tanzkreis Grün-Gold Leipzig. Bereits am 15. Februar 1948 richtete der Verein in den damaligen „Reichshallen“ (später Kulturhaus „Einheit“) sein erstes großes Nachwuchsturnier aus. Am 1. August 1948 übernahmen Helmut Seifert und Christa Naumann (später ebenfalls Seifert) das Training des Tanzkreises Grün-Gold Leipzig, wobei die eigentlichen Wurzeln jedoch in Bitterfeld liegen. Denn Robert Seifert sen. hatte mit seiner Frau und Tochter Erika sein Betätigungsfeld nach Bitterfeld verlegt und die Tanzschule in Leipzig an seinen Sohn Helmut übergeben. Eine sehr gute, trainingsintensive und erfolgreiche Zeit des Grün-Gold Leipzig beginnt. Der Tanzkreis wird ein bedeutender Faktor im Turniertanz der damaligen DDR. Die größten tanzsportlichen Erfolge konnte der Club in den Jahren 1957 bis 1974 feiern. Zahlreiche Meistertitel konnten Paare des Grün-Gold in diesem Zeitraum erringen, wobei Hasso und Brigitte Busch mit fünfzehn Titeln am erfolgreichsten waren. Das Ehepaar Weihmann mit sieben, Ehepaar Dr. Wildführ mit fünf und das Ehepaar Christel und Dieter Bauerschäfer (1973/74) zählten dabei ebenso zu den erfolgreichsten Paaren des Grün-Gold. 1958 erfolgen erste Einladungen für Paare des Grün-Gold in´s Ausland. Sie fahren nach Krakow und Bratislava. Viele weitere internationale Kontakte entstehen in den Folgejahren zu Klubs in Budapest, Wien, Brno, Warschau, Utrecht, Pribor, Wales, Jelena Gora und Kiew. 1974 ist ein sehr ereignisreiches Jahr für den Tanzkreis. Grün-Gold schließt sich als Kulturgruppe (Volkskunstkollektiv) dem Kulturhaus „Einheit“ beim Baukombinat Leipzig an und nennt sich nun „Klub für Gesellschaftstanz (KfG) Grün-Gold Leipzig“. In den Nachfolgejahren werden zahlreiche bedeutende Tanzturniere organisiert wie z. B. das „Internationale Turnier um den Messepreis der Stadt Leipzig“ (1970-1982), die internationalen Tanzturniere zum Nationalfeiertag der DDR, internationale Turniere zum Leipziger Volkszeitung-Pressefest oder die Nachwuchsturniere um den Bauarbeiterpokal des Baukombinates Leipzig, um nur einige zu benennen. Mit der Wende erfolgte eine Neuorientierung des Turniertanzens.. Endlich gehörten wir zum Sport und nicht mehr zur Kultur. Grün-Gold wurde im Oktober 1990 als gemeinnütziger Verein unter der Nr. 104 mit dem Namen 1. Tanzsportclub (TSC) Grün-Gold Leipzig 1947 e. V. in das Vereinsregister Leipzig eingetragen. Im November 1995 wurde erstmals das Bernsteintanzturnier in enger Zusammenarbeit zwischen dem Veranstalter Initiativkreis Bitterfeld/Wolfen, dem Ausrichter 1. TSC Grün-Gold Leipzig 1947 e. V. und dem Sportwart des Landestanzsportverbandes Sachsen ausgetragen. Dieses Turnier ist inzwischen zu einer festen Größe in der Region Bitterfeld/Wolfen geworden und erfreut sich zunehmender Beliebtheit.

Ein Dankeschön gebührt allen Trainern und Übungsleitern des Clubs für die jahrelange und erfolgreiche Arbeit in den vergangenen 60 Jahren. Die Namen Helmut und Christa Seifert, Lothar Regehr, Hans-Ulrich und Dina Fexer, Rolf und Sabine Herrmann, Manfred Dudeck, Gernot Zielonkowski und Lars Schmidt sind manchem Tanzsportinteressierten noch in sehr guter Erinnerung. Der 1. TSC Grün-Gold Leipzig 1947 e. V. hat derzeit 107 Mitglieder und unter Anleitung der Trainerin Dorothea Heger wird in verschiedenen Gruppen trainiert. Die jüngsten Mitglieder sind noch keine 10 Jahre alt, einige Senioren haben das Alter von 70 Jahren bereits überschritten. Im Club werden Standard-und lateinamerikanische Tänze vorwiegend im Breitensportbereich aber auch HipHop und gesellige Tänze trainiert, die sich besonderer Beliebtheit bei den Mitgliedern erfreuen.

 

Dieter Bauerschäfer

Präsident des 1. TSC Grün-Gold Leipzig





Tanz mit den Partnerstädten

Der TSV Schwarz-Weiß Freiberg hatte eine Idee für sein jährliches Novemberturnier der Paare der Hauptgruppen und im Breitensport. Er fand bei den Stadtvätern Gehör: nicht nur die Fußballer der Partnerstädte Freibergs sollten sportliche Kontakte pflegen, sondern auch die Tänzer. Zu den Partnerstädten gehören unter anderen Darmstadt in Hessen, Clausthal-Zellerfeld in Niedersachsen, Pribram in Böhmen, Walbrzych in Polen (die Städte in Frankreich und Israel waren doch zu weit abseits) .

Bis auf die Hessen waren alle gekommen und es entwickelte sich auf der Ebene Breitensport bei jeweils drei Standard und Lateintänzen eine prächtige Stimmung, dazu trug auch der besondere Rahmen des Städtischen Festsaales bei. Zum Bedauern der „Clausthaler Tanzbären“ blieb der Kontakt auf den Wettbewerb beschränkt, sie wünschten sich, dass die Akteure sich auch nach dem Tanzen noch in lockerer Runde zusammenfinden könnten. Auf ein nächstes Mal, da kann das dann anders eingefädelt werden.

 

Michael Hölschke