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Deutsche Meisterschaft Hauptgruppe S–La am 17.03.2007 in Wetzlar
Deutsche Lateinmeisterschaften der Jugend
Paarnotizen
Korrektur:



Deutsche Meisterschaft Hauptgruppe S–La am 17.03.2007 in Wetzlar

Wetzlar ist in jedem Fall eine Reise wert und nicht nur wegen einer hochkarätigen Deutschen Meisterschaft. Man denkt bei dem Stadtnamen an Goethe, der hier als junger Jurist nach seinen Studien in der damals eleganten Messestadt Leipzig in die mittelalterlich geprägte und altehrwürdige Reichstadt Wetzlar als Praktikant an das Reichskammergericht kam, dem damals höchsten Zivilgericht des alten Deutschen Reiches. Eine große Neigung hatte er für trockene Aktendurchsichten sicherlich nicht, dafür aber mehr zur bereits anderweitig vergebenen Charlotte Buff, eine bildhübsche Tochter des Verwalters der Wetzlarer Niederlassung des Deutschen Ordens.

Hier in Wetzlar entstand Goethes erstes bedeutende Werk, die „Leiden des jungen Werthers“, das eine neue Epoche der aufkommenden bürgerlichen Literatur einläutete. Aber nicht nur das macht Wetzlar zu einer interessanten und anziehenden Stadt. Es sind die vielen malerischen und romantischen Winkel, die Fachwerkhäuser der am Hang gelegenen Altstadt, die Flusspartie an der Lahn und nicht zuletzt der alles überragende Dom. Einzigartig ist, dass dieser Bau aus rotem Sandstein unfertig blieb: Der linke Turm gelangte nie über das Sockelgeschoss hinaus, die Treppenrampe zum großen Mittelportal fehlt und hinter dieser gotischen Fassade entdeckt man das romanische Portal einer Basilika, der aus graugrünen Schalstein erbauten Vorgängerkirche, die zugunsten eines imposanteren Neubaues abgebrochen werden sollte – ein Glück, dass es nicht in vorreformatorischer Zeit geschah.

In diese herrliche Stadt vergab der Deutsche Tanzsportverband aus gutem Grund die Ausrichtung der diesjährigen Lateinmeisterschaft, steht hier mit dem Schwarz-Rot-Club doch ein erfahrenes Ausrichterteam zur Verfügung, das schon mehrfach Meisterschaften und andere hochrangige Tanzsportereignisse ausrichtete.

Das Programmheft wies 97 Paare aus, von denen schließlich nur 85 antraten. Das entspricht der Teilnehmerzahl des Vorjahres. Aus unserem Landesverband waren diesmal acht (2006 waren es fünf) von neun gemeldeten Paaren dabei. Damit konnte Sachsen von den 15 teilnehmenden Landesverbänden immerhin einen fünften Rang einnehmen. Nur Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Berlin und Bayern stellten mehr Teilnehmer.

Christoph Kies und Blanca Ribas Turon hatten aufgrund ihres vierten. Platzes im Vorjahr zwei „Sternchen“, das heißt, sie stiegen erst in der zweiten. Zwischenrunde in das Geschehen ein. Alle anderen mussten sich bereits in der Vorrunde der Konkurrenz stellen. Die erste Zwischenrunde erreichten nicht Heyden/Luckow, Wurch/Wurch und Pohle/Ritter. Alle drei Paare gaben ihr Bestes, aber diesmal war nicht viel mehr drin. Der olympische Gedanke der Teilnahme und der Trost, nicht abgeschlagen auf den letzten Plätzen eingeordnet worden zu sein, sollt für sie Motivation sein, ihr Leistungsvermögen weiter zu erhöhen. Endstation erste Zwischenrunde hieß es für Wellhöfer/Hopf, Steinkrauß/Murtasina und Bronst/Kräcker. Für Sebastian und Tina war ihre Platzierung sicher ein Erfolg, auch wenn man sie gern noch ein kleines Stück weiter vorn gesehen hätte. Woran es auch immer gelegen haben mag, Lennart und Regina wie auch Daniel und Marion konnten sich leider nur unter ihren tatsächlichem Potenzial positionieren. Das Paar Niemann/Davydova präsentierte sich deutlich besser als bei der Landesmeisterschaft und wurde prompt mit einem vorderen Platz in der zweiten Zwischenrunde belohnt.

Natürlich war es für mich aufregend, unseren Kombinationsweltmeister von Runde zu Runde im Turnier zu erleben. Auch wenn viele der anwesenden Tanzsportfunktionäre mir gegenüber für Christoph und Blanca nicht nur einen Finalplatz, sondern den dritten Platz voraussagten, so blieb es spannend, denn: Auf dem Parkett sind alle Paare dem Urteil der Wertungsrichter ausgeliefert und leider nicht den guten Wünschen ihrer Sympathisanten.

Die Majorität der Wertungen ergab für unser Paar in vier Tänzen jeweils einen dritten Platz. Nur den Jive musste es an das Berliner Paar Tatarenko/Lischynska abgeben, die sich den vierten. Platz in der Gesamtwertung ertanzten. Zum ersten Mal einen dritten Platz für Christoph Kies und Blanca Ribas Turon – wir alle können uns für dieses Paar freuen und ihm für die in den letzten Jahren ständig steigenden tanzsportlichen Leistungen gratulieren.

Unangefochten verteidigten das deutsche Meisterpaar Birkehoj/Kravchenko seinen Titel wie auch Kulczak/Mabuse keinen Zweifel an ihren Anspruch auf den Vizemeister aufkommen ließen. Der fünfte Finalplatz ging mit dem Paar Kazlouski/Ritter nach Berlin. Die Ludwigshafener Ganopolsky/Magdalinova (im Vorjahr fünfte) mussten sich mit dem sechsten Platz begnügen und beendeten noch am Meisterschaftstag ihre Tanzpartnerschaft.

Eine sehr schöne Meisterschaft, die wir in der Rittal-Arena Wetzlar erleben durften. Wie wir alle es noch von der letzten Deutschen Standardmeisterschaft aus Leipzig in der Erinnerung haben, so gestalteten auch hier zahlreiche Kinder das Opening. Das Rahmenprogramm war vom Feinsten: Das A-Team des 1. Tanzclub Ludwigsburg als amtierender Deutscher Meister Standard und achtfacher Weltmeister, eine Breakdance/Hip Hop-Show mit dem You can dance-Finalisten Jimmie Surles und nicht zuletzt die Rock´n´Roll-Formation aus Gießen, eine der weltbesten Formation dieses Genres begeisterten alle Gäste des Meisterschaftstages. Kurz und bündig: eine rundherum gelungene und sehr schöne Deutsche Meisterschaft.

 

Dr. Horst Galle





Deutsche Lateinmeisterschaften der Jugend

Die Jüngsten waren Sachsens einzige „richtige Lateiner“

 

Platz zwei bei der Deutschen Juniorenmeisterschaft Latein, eine Woche später Platz 17 im letzten Juniorenjahr bei den bis zu drei Jahren Älteren – große Gratulation an Rami Schehimi und Lilli Hils vom Dresdner TC Saxonia. Sie tanzten Latein in der Art, wie es die Besten zeigten, natürlich vom Alter und der internationalen Erfahrung noch getrennt von der deutschen Spitze, aber klar vor allen anderen sächsischen Paaren, die die Einschätzung von LTVS-Sportwart Dr. Horst Galle für das Jahr 2006 bestätigten: „Wie bereits für das Jahr 2005 festgestellt werden musste, hat unser Landesverband in den letzten Jahren …im Latein an Boden verloren.“

Erinnerungen kamen auf an das Jahr 1999. Ein Jahr nach der Einführung der neuen Altersstruktur (bis dahin gab es nur die Bereiche „Schüler“, was die heutigen Altersgruppen Kinder, Junioren I und II umfasste, und „Junioren“, was der heutigen Jugend entsprach, und Gebietsmeisterschaften auch vor den Einzelentscheidungen) fanden damals in Erlangen die „Deutschen“ mit 75 Paaren statt – darunter sieben aus Sachsen – und dort waren vier unter den besten 13 Paaren: Frank Ekelmann und Lynn Müller-Hegemann (4.), Christoph Kies und Silke Zetzsche (6.), Lukas Cep und Claudia Köhler (12.) sowie Andreas Martens und Kathrin Schellig (13.). Damals hatte niemand das Argument gebracht, „Sachsen sind nun mal keine Lateiner“.

Acht Jahre später hörte man die Ansage recht oft, denn die in erfreulich großer Zahl angetretenen Sachsen waren doch weit entfernt von der deutschen Spitze – eben mit Ausnahme von Schehimi/Hils, die als einzige die 24er-Runde erreichten. Die Weißwasseraner Sebastian Lucke/Ingrid Altmann kamen in die 49er-Runde (aber ohne Chance auf ein Ergebnis ähnlich Schehimi/Hils). Die anderen acht sächsischen Paare – die Dresdner Benedikt Grünberg/Isabell Derichs mussten wegen Verletzung „passen“ – blieben in der Vorrunde hängen. Die Kreuze dieser acht Paare gingen von „null“ bis „Zwölf“ (von 35 möglichen) – und 16 Kreuze brauchte man für die 1. Zwischenrunde. Die meisten Sachsen waren zu „brav“, zu wenig „lateinisch“.

Bei den Junioren I startete mit den Leipzigern Henry Brehme und Sophia Kuske nur ein sächsisches Paar, das nach dem Erreichen der zweiten Runde bei den Junioren II eigentlich auch in „seiner“ Altersklasse nicht nur die Besten der Ausgeschiedenen aus der Vorrunde sein wollten, doch zu der wie bei der Jugend an der Spitze „russisch bestimmten“ Meisterschaft fehlte auch ein Tick Erfahrung, wie man sich noch besser darstellen kann.

 

Ronn





Paarnotizen

Bei den am zweiten Märzwochenende gemeinsam mit dem Landestanzsportverband Brandenburg ausgetragenen Meisterschaften im Seniorenbereich gab es folgende sächsische Landesmeistertitel (Zahl in Klammer: Platz in der Gesamtwertung)

 

SEN-II-A

1. (2) Tilo Kaiser/Kerstin Kaiser, TC Rot-Weiß Leipzig

2. (4) Dieter Kunze/Elke Kunze-Dusch, TSC Silberschwan Zwickau

3. (5) Gerd Rösler/Gabriela Rösler, TSK Residenz Dresden

 

SEN-II-S

1. (2) Frank Roscher/Dr. Kerstin Roscher, TSZ Dresden

2. (3) Detlef Hildebrandt/Sabine Hildebrandt, TC Rot-Weiß Leipzig

 

SEN-III-S

1. (3) Karl-Heinz Richter/Heidi Richter, TC Saxonia Dresden

 

SEN-C(LAT)

1. (2) Frank Siegert/Cornelia Schicke, TC Saxonia Dresden

2. (6) Vincenc Aust/Kerstin Brandt, TC Rot-Weiß Leipzig

 

SEN-S(LAT)

1. (2) Frank Siegert/Cornelia Schicke, TC Saxonia Dresden

2. (3) Roberto Weigel/Cordula Höchsmann, TSC Serenade Dresden

 

Im Auftrag des Präsidiums des Ladestanzsportverbandes ehrte Dieter Bauerschäfer (Beauftragter für den Seniorensport und Breitensportwettbewerbe) die sächsischen Meister mit Urkunden und Pokalen.

 

Michael Hölschke





Korrektur:

In den Turnierergebnissen des Landestanzsportverbandes der Ausgabe 04/2007 wurde in der Hauptgruppe-C auf Rang fünf das Paar Baumann/Roth genannt. Das ist falsch, richtig ist die Platzierung: 5. Wolf/Waldinger, TSZ Dresden. Wir bitten das Paar und den Verein um Entschuldigung.

 

M.H.