Übersicht
Landesmeisterschaften Sachsen - Die magische Sieben
Landesmeisterschaft der Hauptgruppe-S - Fast wieder ohne Christoph und Blanca
Landesmeisterschaft der Junioren - Über 1000 Zuschauer
Landesmeisterschaft der Jugend - Fleckerl bei der Lateinmeisterschaft



Landesmeisterschaften Sachsen - Die magische Sieben




Für die Wertungsrichter ein Graus! Für die Paare, die das Finale gleichauf nach Kreuzen erreicht haben eine Hoffnung: Finale mit sieben Paaren. Es ist schon verwunderlich, dass bei sieben Wertungsrichtern derart häufig eine solche Konstellation eintritt. Über alle Meisterschaften an beiden Tagen hinweg summiert waren es von den zwölf in Frage kommenden Turnieren immerhin die Hälfte, die mit sieben Paaren in die Endrunde gingen.

Nun zum ersten Tag in Chemnitz mit der Hauptgruppe: Vielleicht zum letzten Mal fand im Saal des Veranstaltungszentrums Forum eine solche Veranstaltung statt. An dem Ort, wo schon internationale Turniere die Gäste begeisterten, sollen Büros entstehen und dem Leerstand in der Stadt hinzugefügt werden: unfassbar. Viola Martin, Beisitzerin im Team der Turnierausrichtung sprach engagiert: „Für unseren Verein war es eine der wichtigsten Aufgaben, die Sitzplätze im Saal vollständig zu verkaufen“. Das war dem TSC Synchron Chemnitz gelungen, dazu mussten noch Stehplätze herhalten, es entstand eine richtig gute Stimmung. Statt trister Sporthalle gab es für die Akteure immer ein lebendiges gegenüber, so dass nicht nur für Platz und Sieg getanzt wurde.

Mittlerweile haben sich in der Hauptgruppe in Sachsen kontinuierlich über alle Startklassen hinweg ordentliche Felder etabliert. Die Sieger in der D Reinhard Müller/Annett Neumann, TSK Residenz Dresden, in der C Gleb Belov/Felicitas Timmler, TSC Excelsior Dresden, in der B Julian Haupt/Nicole Schönfeld, TC Grün-Gold Görlitz nahmen den außerordentlichen Aufstieg zu Landesmeisterschaften wahr. Einzig die Gewinner der A-Klasse, Walter Wolf/Jenny Müller, TSC Excelsior Dresden möchten weiterhin den geraden Weg über Punkte und Platzierungen bis zum Aufstieg gehen. Natürlich habe ich auch herumgehört, welche Einschätzungen es zu den Leistungen der Paare gibt: durchweg positiv. Nur in der B-Klasse kamen einige noch nicht mit der neuen Vielfalt der Bewegungen in ihren Programmen zurecht.

Höhepunkt war selbstverständlich die Sonderklasse mit den tänzerischen Aktionen von Christoph Kies/Blanca Ribas Turon (siehe Bericht im überregionalen Teil). Die es wussten waren froh, dass nach Krankheitsattacke beide am Start waren. Verständlich, dass Turnierleiter Dr. Horst Galle die Gäste um Nachsicht bat, ausnahmsweise auf den Siegertanz zu verzichten. Nach nur sieben Paaren bei der Meisterschaft im Vorjahr gab es diesmal mit neun Paaren, vervollständig mit dem Aufsteigern aus der A-Klasse, Peter Heß/Jeanette Weinhold, TK Orchidee Chemnitz wieder eine richtig gute Vor- und Endrunde.

Der zweite Tag in Leipzig galt dem tänzerischen Nachwuchs bis hin zu den Spitzenpaaren der jeweils höchsten Startklassen. Als ich im Internet beim Ausrichter STK Impuls Leipzig den Endstand der Zeitplanung mit den Starterfeldern sah, hatte ich heftige Sorgen für die Zukunft. In zwei bis drei Jahren sind die jeweils elf Paare der Jugend-B und -A in das Erwachsenenalter hineingetreten. Wenige werden dann noch unseren Verband bei den bis zu 18-jährigen repräsentieren, gelingt es uns nicht, wieder mehr Jüngste in den Vereinen zu aktivieren. Immerhin: die Kinder-D-Klasse konnte wieder ausgerichtet werden, jedoch nur mit Paaren aus Dresden. Von der derzeitigen medialen Tanzwelle haben die Vereine und Tanzschulen durchaus Nutzen, jedoch bis hin zu mehr Kindern und Jugendlichen in den Vereinen hat der Trend noch nicht durchgeschlagen. Dabei hilfreich ist aber durchaus der Austragungsort Neue Messe Leipzig. Über den ganzen Tag hinweg machten sich Messebesucher der Haus/Garten/Freizeit mit unserer Sportart bekannt. Zeitweise in Momentaufnahme habe ich bis zu 1200 Zuschauer gezählt. Vielleicht wird daraus eine neue Freizeitaktivität abgeleitet.

Wie schwer es andere Landesverbände ebenfalls haben, zeigte der Gaststatus aus den Nachbarländern Brandenburg und Thüringen. Teilnahme in der Junioren-I-B und II-B war in den vergangenen Jahren nichts ungewöhnliches, aber in der Jugend-D?

Ein Leben für den Tanzsport, das gibt es allerorten. Bei uns trifft das besonders für Sabine Herrmann aus Leipzig zu. Als Sportkoordinatorin des Landestanzsportverbandes sorgte sie dafür, dass beim Landessportbund Sachsen (LSB) unsere Sportart ihren Stellenwert erhielt und hoffentlich nach ihrem vom Brötchengeber LSB verordneten Abschied auch behält. Und das in den neuen Zeiten eines Deutschen Olympischen Sportbundes. Herzlichen Dank, die Goldene Ehrennadel des LSB kann nur ein minimales Zeichen der Anerkennung für ihren persönlichen Einsatz sein.

 

Michael Hölschke

 

Wertungsrichter HGR:

Dieter Bauerschäfer, 1. TSC Grün-Gold Leipzig
Dr. Gunnar Lippmann, TSC Synchron Chemnitz
Lutz Peinke-Dean, TC Saxonia Dresden
Werner Pinkwart, TSC Leipzig
Dietrich Rupp, TSC Excelsior Dresden
Kurt Haas, TSG Fürth, LTVBY
Uta Schulz, TSC Rot-Gold Potsdam, LTVBr

 

Wertungsrichter KIN/JUN/JUG:

Gerd Ackermann, TSC Silberschwan Zwickau
Dieter Bauerschäfer, 1. TSC Grün-Gold Leipzig
Thomas Grusser, TSC Excelsior Dresden
Sabine Herrmann, TK Blau-Gold Leipzig
Ringo Hölschke, TSK Residenz Dresden
Prof. Dr. Karl-Heinz Schimmel, TC Schwarz-Silber Halle, TVSA
Hans-Joachim Schmiede, TC Kristall Jena, TTSV



Landesmeisterschaft der Hauptgruppe-S - Fast wieder ohne Christoph und Blanca



Bei der letzten Landesmeisterschaft im Herbst fehlten Christoph Kies und Blanca Ribas Turon nicht ohne triftigen Grund, waren sie doch für den DTV zum Worldcup nach Asien unterwegs. Diesmal wäre es fast wieder so gekommen, sie nicht tanzen zu sehen, einhergehende ansteckende böse Viren waren unterwegs und hätten den Start fast zunichte gemacht. Christoph und Blanca hatten sich wieder aufgerappelt und man merkte ihnen die Krankheitsattacke kaum an. Sie siegten mit „Full House“ an Bestwertungen, sehr zur Freude derer, die extra nach Chemnitz gekommen waren, um die 10-Tänze-Weltmeister agieren zu sehen.

Danach war alles offen, nur ein weiteres und ein halbes Paar aus der vorjährigen Serie bewarben sich wieder um Anerkennung. Konstantin Niemann/Anastasia Dawydova legten für den zweiten Platz vor, jedoch Daniel Wellhöfer/Marion Hopf kippten, nach gleichauf in der Cha Cha, ab der Rumba das Ergebnis zu ihren Gunsten. Sebastian Bronst/Tina Kräcker hakelten sich mit der neuen sächsischen Errungenschaft Lennart Steinkrauß/Regina Murtasina. Sebastian und Tina hatten die deutliche Mehrheit der vierten Plätze auf ihrer Seite. Erik Heyden/Julia Luckow freuten sich sichtlich über ihren Finalplatz.

Dem TSC Synchron Chemnitz ist zu verdanken, zwei Erfolgskomponenten für die Landesmeisterschaft beigesteuert zu haben: Werbung für einen voll besetzten Saal, wobei der Ansturm auf Zutritt nur noch mit Stehplätzen befriedigt werden konnte, und den Saal selbst, der einen angenehme, unaufdringliche Harmonie ausstrahlte. Es scheint nur, dass selbiger in Zukunft nicht mehr zur Verfügung stehen könnte, Eigentumswechsel und Umwidmung zum Bürobau steht an, die Wege des Kommerz sind verschlungen.

 

Michael Hölschke




Landesmeisterschaft der Junioren - Über 1000 Zuschauer

Der Austragungsort für die sächsische Landesmeisterschaft war wieder exzellent ausgewählt, die Glashalle der Neuen Messe Leipzig gab ein lebendiges Flair für die Meisterschaft ab. Ein Ort, an dem übrigens schon eine Deutsche Meisterschaft stattgefunden hat. Um die Parkettfläche und an den Aufgängen zu den Ausstellungshallen drängelten sich zeitweise bis zu 1200 Zuschauer, die neben ihren Messebesuch zugleich die Wirkung jüngster und junger Akteure im Tanzsport auf sich wirken ließen. Begleitet von Radio PSR und den im Wechsel moderierenden Turnierleitern Dr. Horst Galle und Rolf Herrmann wurden die Gäste mit Informationen gefüttert. Die Hoffnung bleibt, dass einige Zuschauer selbst oder Ihre Kinder den Weg zum Tanzsport finden.

Im sportlichen Teil war es der Tag von Rami Schehimi und Lilli Hills, die souverän die Paare dominierten, das galt auch für Gregor Ehrlich/Laura Korndörfer, die sich seit Jahren hinter Rami und Lilli als Zweite begnügen müssen. Zum Siegestrio gehörten auch Henry Brehme/Sophia Kuske.

Die Paaranzahl ist Anlass zu größter Sorge, nur sechs sächsische Starter gingen in den Wettbewerb. Das siebente Paar, Ludwig Schütz/Giulia Radtke als Gäste des Landes Brandenburg waren mit Platz vier zugleich Meister ihres Landes.

Sabine Herrmann, Sportkoordinatorin des Landestanzsportverbandes wurde aus ihrem Dienst für den Tanzsport verabschiedet, sie „darf nicht mehr“, so sagt es der Landessportbund. Ihr Herz hing immer an der Förderung der jungen Tänzerinnen und Tänzer, die organisatorische Begleitung des vorbildlichen sächsischen Kaders war ihr Hauptjob. Danke mit der Goldenen Ehrennadel des Landesssportbundes Sachsen.

 

Michael Hölschke




Landesmeisterschaft der Jugend - Fleckerl bei der Lateinmeisterschaft

Der Wiener Opernball ließ grüßen. Daniel Wellhöfer und Marion Hopf hatten sich beworben und wie es sich dort gehört kamen die ausländischen Teilnehmer in die hinteren Reihen. Von dort tanzten sie sich nach vorn und wurden schließlich mit der „Fleckerl-Krone“ geehrt. Ihr Auftritt ergab einen schönen Kontrast zu den latein- und nordamerikanischen sowie spanischen Rhythmen der Jugendmeisterschaft.

Schade, Benedikt Grünberg/Isabell Derichs mussten ihren Start verletzungsbedingt nach der Samba abrechen. Mögen sie bis zur Deutschen wieder fit sein. Wie schon bei den Junioren siegten auch hier, abzüglich weniger „Einsen“ Rami Schehimi/Lilli Hills. Insgesamt gut, dass es bei Meisterschaften sieben Wertungsrichter gibt, eingeladen aus drei Landesverbänden. Manchmal sah es so aus, dass es wechselseitig vor der Bühne und im gegenüberliegenden Teil ganz andere Optiken gab. Ein objektives Urteil kam dennoch heraus. Phil Schwarick/Franziska Schöne verbesserten sich stark gegenüber dem Vorjahr auf Platz zwei, gern hätten auch Sebastian Lucke/Ingrid Altmann an dieser Stelle gestanden, die gleichermaßen einen guten Sprung nach vorn machten.

Insgesamt war es ein Meisterschaftswochenende, wo gehäuft wie noch nie so Finals mit sieben Paaren ausgetanzt wurden.

 

Michael Hölschke