Übersicht
Sachsen sammeln Weltranglistenpunkte in der Goldstadt
Paarnotizen - Neues Senioren-S-Paar
Der Tanzsportclub SYNCHRON Chemnitz und seine Turniere
LM 2006 - Ausdauer belohnt
LM 2006 - Spannung pur, knappe Entscheidung



Sachsen sammeln Weltranglistenpunkte in der Goldstadt

Inzwischen gute Tradition für den Auftakt des IDSF-Wettkampfkalenders ist der Goldstadtpokal in Pforzheim Ende Januar. Auch für die 45. Auflage hatten viele Paare der Lateinweltspitze gemeldet – der Ausrichter freute sich mit insgesamt 65 Paaren über deutlich mehr Resonanz als in den letzten Jahren.

Für Sachsen war es gleich eine Generalprobe für die kommenden Meisterschaften. Die zwei favorisierten Christophs - das Herren mit diesem Namen sächsische Landesmeister werden, ist inzwischen auch eine kleine Tradition geworden – trafen hier aufeinander. Beide durften die gleiche Anzahl an Runden tanzen, wobei sich der Christoph mit der Blanca dank der Sternchen die Vorrunde „ersparten“.

In der Runde der letzten 24 waren noch einige der neuen deutschen Paarkonstellationen zu sehen. Der Christoph mit der Elena konnte am Ende einen guten 21. Platz belegen.

Die sächsischen Meister schafften zusammen mit drei weiteren deutschen Paaren den Sprung ins Semifinale, welches in der Abendveranstaltung mit Ball und Live-Musik ausgetragen wurde. Dort konnten Sie sich zum Vorjahr um zwei Plätze auf den achten. Platz verbessern, direkt hinter dem zweitbesten Deutschen Paar dieses Abends Vosnük/Simon, die den Anschlussplatz bildeten. Aus sächsischer Sicht kann sich diese Reihung im Finale der bald kommenden deutschen Lateinmeisterschaft gerne wiederholen…

Unangefochtene Sieger des Turniers wurden die Amerikaner Katsevmann/Manusova.

Blanca und Christoph wären keine echten 10-Tänzer, wenn Sie nicht auch das parallel ausgetragene Standardturnier bereichert hätten. Der vierte Platz belegt die Hochform, hinter den Spezialisten Massold/Deck, Segatori/Sudol, und den deutschen Vizeweltmeistern Sascha und Natascha Karabey.

 

U. Trodler




Die Sportlergala und die damit verbundenen Ehrungen der Sportler des Jahres 2005 der sächsischen Landeshauptstadt waren eine der Sternstunden des sächsischen Tanzsports.

Christoph & Blanca sind seit einigen Jahren in der Kategorie Mannschaft für den Preis nominiert, aber die Berichterstattung in den Medien sorgt für einen ungleich höheren Bekanntheitsgrad der übermächtigen Konkurrenz wie Dynamo Dresden, Dresden Monarchs oder Dresdner Eislöwen (Sieger 2005).

Deshalb existiert eben dieser Förderpreis, um herausragende Leistungen außerhalb der Hauptsportarten zu würdigen. Der Beinahe-Weltmeistertitel von Wien 2005 war eine solche Leistung und wurde in Dresden glücklicherweise auch so wahrgenommen. So machte Dietrich Rupp, Präsident des Landestanzsportverbandes Sachsen, als Laudator das Sportpublikum mit den beiden Tänzern bekannt und Oberbürgermeister Ingolf Roßberg deutete bei der anschließenden Übergabe der Urkunden an, dass die Beiden nicht ganz zufällig direkt an seiner Seite platziert wurden. Das Stadtoberhaupt, am Tisch von seiner Gattin und Blanca optisch sehenswert eingerahmt, genoss den Abend sichtlich und nutzte außerhalb seiner protokollarischen Zwänge die Zeit intensiv zum angeregten Gespräch mit Christoph und Blanca. Er war beeindruckt von der Geschichte der feurigen Spanierin, die mit 19 Jahren ohne ein Wort Deutsch in Petto von Barcelona in die Fremde auszog, um mit einem sehr ehrgeizigen Elbflorentiner Weltmeisterin zu werden.

Die Zuschauer kamen zwar nicht in den Genuss ihrer Paso-Doble Show, dennoch konnte die Dramaturgie ihres Auftritts am späteren Abend nicht besser sein: Kurz zuvor zeigten überwiegend Damen eines Chemnitzer Modeteams, dass Kleidung in armeegrünen Tarnfarben im kommenden Jahr der Renner werden. Sie versuchten sich dazu ballgemäß an einer eilig einstudierten Jazzdance/Lateinchoreographie, die vielleicht zwei Damen tatsächlich beherrschten. So stolperte die wenig selbstbewusst wirkende khakifarbene Mehrheit, immer eine Nebenfrau im Augenwinkel suchend, von einer asynchronen Peinlichkeit in die nächste.

Als Christoph mit Hut und brustfreiem Sakko das Publikum wieder auf Betriebstemperatur vorgewärmt hatte, betrat auch Blanca zum Cha Cha die Fläche. Die beiden zündeten ihr Latein-Feuerwerk. Allerdings schloss Christoph nach wenigen Sekunden Bekanntschaft mit der Metalleinfassung einer Parkettplatte. Vor 1500 Zuschauern im Kongresszentrum auf dem Hosenboden sitzend, dachte er eine Sekunde nach, wie viele Jahre es wohl her sein mag, dass sich ein solch ungewolltes Element in seine Choreographie einschlich. Danach benutzte er sein unnachahmliches Showtalent für ein „Stand up like a champion“ und setzte das Lateinfeuerwerk fort. Die Rumba ohne Hut und Sakko lebte von Blancas enormer Ausdrucksstärke, so locker und gelöst hat sie bisher selten erotisch geknistert. Der charmante OB und Christophs kleines Missgeschick machten es wohl möglich…

Später kam im Übrigen noch einmal das Chemnitzer Modeteam mit einer Dessous-Präsentation zum Zug. Er in Feinripp und Sie in Spitzen-Body samt Netzstrumpfhose zeigten niveaufrei das Cha Cha - Programm eines Tanzschul-Grundkurses. Der Übergang zurück von Weltklasse zu Holzklasse war perfekt gelungen. Für die Pechvögel in Unterwäsche blieb nur ein Fazit: Mal verliert man, mal gewinnen die Anderen. Schön, wenn man zu den Anderen gehören darf.

 

U. Trodler




Paarnotizen - Neues Senioren-S-Paar

Mit fünf gewonnen Tänzen siegten Ralf und Andrea Partuschke, TSK Residenz Dresden im Nord-Rhein-Westfälischen Herford beim Turnier der SEN-II-A mit 22 teilnehmenden Paaren und stiegen damit in die SENIOREN-II-S auf. Damit hat Sachsen ein weiteres Sonderklassenpaar der Senioren.

 

www.gruen-gold-herford.de

 

M.H.




Der Tanzsportclub SYNCHRON Chemnitz und seine Turniere

 

Eine Betrachtung der letzten Winter-Saison

Wenn das Wetter uns langsam nach drinnen treibt, dann beginnt für den TSC SYNCHRON die Zeit der Turniere. Wir haben uns ein interessantes „Dreierpack“ geschaffen, welches so abläuft:

Sonderklasse international – Breitensport international – Jugend national.

Die zeitlich kurze Aufeinanderfolge kostet Kraft bei der Organisation, zeichnet aber ein, so meinen wir, einzigartiges Bild unseres Sportes in der Region.

1. Sonderklasse

Alles beginnt im November mit dem Flaggschiff, unserem dreitägigen „Internationalen Herbstturnier“, einem Einladungsturnier für die Sonderklasse mit Livemusik und Gästetanz. Dieses Turnier reicht mit seiner Tradition bis Mitte der siebziger Jahre zurück! Dreimal ausverkaufte Säle im Erzgebirge und Chemnitz schaffen eine einzigartige Atmosphäre, wie sie nur von selbst tanzendem Publikum ausgehen kann. Wir denken, für die Tanzpaare ist es eine sehr angenehme Erfahrung, nicht nur Paare aus sieben anderen Nationen zu treffen, sondern auch durch die lange Drei-Tage-Tournee Zeit für persönliche Kontakte zu haben. Nur wegen der schönen Preise kommen die Paare sicher nicht, auch wenn der erste Platz in diesem Jahr mit einem handgeschnitzten Tanzpaar und am anderen Tag mit Meißner Porzellan geehrt wurde, unsere Sponsoren sich also Mühe gaben. Jeder Tag hält ein anderes Turnier bereit (reine Publikumswertung, sowie Standard bzw. Latein wie gewohnt mit Wertungsrichtern), so werden die Karten jedes Mal neu gemischt. Und alle kommen gerne wieder, das Publikum sowieso. (Bild 1 gesonderte e-mail)

2. Breitensport

Es folgt am ersten Adventswochenende das Weihnachtslandturnier für Breitensportler, standesgemäß durchgeführt im Erzgebirge, wo es mit seinem Namen auch hingehört. Das ist das jüngste Turnier der Serie, 2005 fand es das dritte Mal statt. Hintergrund war die Idee, Breitensportlern ein Turnier zu bieten, wie es sonst nur wenige Paare der S- oder A-Klasse kennen lernen. Wiederum ein liebevoll ausgeschmückter ausverkaufter Saal, internationale Beteiligung (!), Livemusik und die Durchführung als Ballabend schufen ein ganz einzigartiges Ambiente, wie es die Breitensportpaare bisher noch nie erlebt hatten, gemeinsames Stollenessen inklusive. Und das Beste ist, dass jedes Paar, das gern teilnehmen möchte, sich einfach anmeldet, denn es gibt keine Beschränkung wie bei Einladungsturnieren der Sonderklasse. Die Paare, die da waren, freuen sich schon auf den nächsten Advent. (Bild 2 gesonderte e-mail)

3. Jugendsport

Die Jugend schließlich kommt gleich Anfang Januar zu Ihrem Recht. Dann findet der Neujahrspokal unseres Vereins statt, im Landesverband Sachsen als Schwerpunktturnier gelistet. Kinder und Jugendliche aller existierenden Klassen und Altersgruppen (Zwei-Flächen-Turnier) bekommen die Möglichkeit geboten, rechtzeitig vor den Lateinmeisterschaften den Trainingsstand zu kontrollieren oder eben einfach mal bei einem Turnier zu tanzen und viele `zig andere Tanzpaare zu treffen. Alle zwei Jahre kommt der Bundeskombipokal dazu, immer dann weitet sich die Veranstaltung wie 2006 geschehen auf zwei Tage aus und man bekommt nebenbei noch Spitzensport zu sehen. Auch bei diesem Turnier gibt sich unser Verein die gleiche Mühe wie bei den Ballveranstaltungen oben. Auch wenn der handgeschnitzte Pokal oder das Meißner Porzellan nicht möglich sind, so gehen doch alle Finalisten mit Geschenken oder gar Pokalen nach Hause. (Bild 3 gesonderte e-mail)

Alle diese Veranstaltungen sind mit ausführlichen Berichten bzw. den Ergebnissen und vor allem vielen Bildern auf unserer Internetseite www.tsc-synchron.de nachlesbar. Wir fangen dann schon mal an, uns auf die nächste „winterlich heiße“ Saison vorzubereiten.

 

Gl




LM 2006 - Ausdauer belohnt

Für Gregor Ehrlich/Laura Korndörfer, TSZ Borna/Neukirchen, haben sich die Ausdauer gelohnt. Nach jahrelangem geduldigen Anstehen gehört nun der Titel in der JUN-I-B den beiden. Die ihnen bisher vor der Nase stehenden Rami Schehimi/Lilli Hills, TC Saxonia Dresden, nun in der nächsten Altersgruppe, dominierten mit allen Bestwerten die JUN-II-B. Niemand anderes konnte an sie heranreichen. Zu den weiteren Paaren im Feld gab es die Stimme einer Fachfrau, Andrea Garcia Lopez: „Ich sehe ein gutes Potenzial, leider aber noch nicht voll austrainiert“.

Der ausrichtende TK Blau-Gold Leipzig hat sich gerade für die jungen Paare und deren Eltern in Verbindung mit der Neuen Messe Leipzig etwas einfallen lassen: Jedem Aktiven zugeordnet gab für die Begleitperson eine freie Eintrittskarte im Wert von 7,00€. Wer Lust hatte, konnte sich außerdem noch die Ausstellung „Haus, Garten, Freizeit“ anschauen.

 

Michael Hölschke




LM 2006 - Spannung pur, knappe Entscheidung

In der JUG-A kam es zum mit Spannung erwarteten Kräftemessen zwischen dem Neuzugang aus Brandenburg, Bartosz Abramyk/Marion Hopf und Daniel Wellhöfer/Lisa Kern, beide für den Sporttanzklub Impuls Leipzig startend. Die Gäste und Fans mussten sich zur Ermittlung der Meister in Geduld üben: es gab diesmal nach jedem Tanz keine offenen Wertungen. Der Grund: das Turnier war für die 30 in Leipzig neu auszubildenden Wertungsrichter-A die Nagelprobe für das praktische Werten in der Lateinsektion. Auch das offizielle Wertungsrichterteam war damit im „geschlossenen Raum“. Während der dann in Summe verkündeten Wertungen blieb die Spannung bis zuletzt erhalten: Eine einzige „Eins“ gab den Siegeszuschlag für Bartosz und Marion.

Auf Platz drei und vier zwei Dresdener Paare: Christian Langer/Jenny Müller, TSC Excelsior Dresden, die sich ständig gut weiterentwickeln, und die neue Paarkonstellation Benedikt Grünberg/Isabell Derichs, TSK Residenz Dresden, die noch im Findungsprozess sind.

Die Landesmeisterschaft war eine hervorragend Werbung für den Tanzsport, wo sonst, als bei einer Messe, hier in der Glashalle der Neuen Messe Leipzig (wo übrigens schon eine Deutsche Jugendmeisterschaft stattfand) nahmen so viele Besucher von unserer Sportart Notiz.

Unterstützt wurde die Meisterschaft von Radio PSR, dessen Moderator gekonnt tanzsportliche Information mit aktuellen Ergebnissen von den Olympischen Winterspielen in Turin mischte.

 

Michael Hölschke