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Weihnachtstanzturnier um den „Großen Preis der Stadt Limbach-Oberfrohna“ 2005 – Internationalität auf hohem Niveau
Mauerfall beim TNW-Pokal



Weihnachtstanzturnier um den „Großen Preis der Stadt Limbach-Oberfrohna“ 2005 – Internationalität auf hohem Niveau

Mittlerweile 13 Jahre besteht nun schon die schöne Tradition eines vorweihnachtlichen, internationalen Einladungsturniers beim Tanzklub „Orchidee“ Chemnitz - und jedes Jahr versteht man sich von Neuem darauf, durch Evolution statt Revolution ein kleines Highlight zu setzen. In diesem Jahr bestachen die Nennungen – es waren immerhin Paare aus acht Nationen angekündigt, darunter aus den Niederlanden, Deutschland, Polen, Russland, der Tschechischen Republik, Österreich, Slowenien und Italien, wobei der Fakt, dass dann „nur“ sieben Nationen am Start waren der Sache keinen Abbruch bedeutete. Die Stadthalle in Limbach-Oberfrohna, turniererprobt und in festliche Eleganz getaucht, bot erneut einen exzellenten Rahmen für die in einen Ball gefassten Turniere in den Standard und Lateinamerikanischen Tänzen.

Besonders im Standard gefiel die hohe Leistungsdichte. Nach der Vorrunde waren vier Paare klar auf Finalkurs, aus Italien Michael di Liberto/Denise di Liberto, aus Russland Anton Trubin/Maria Shkrebtienko, sowie aus Deutschland Oliver Thalheim/Tina Spiesbach und Daniel Winkler/Anna Geuchmann. Im Finale spielten Oliver und Tina ihre ganze Routine aus und konnten sich am Ende doch deutlich vor den Russen Anton und Maria durchsetzen. Auf Platz drei tanzten sich Daniel und Anna, gefolgt vom Geschwisterpaar aus Italien. Den fünften Platz erreichten die Österreicher Diethard Govekar/Regina Baier.

Im Latein schien sich ebenso ein deutscher Sieg durch David Jühlke/Debbie Seefeldt abzuzeichnen. Nach starker Vorrunde und gewonnener Samba im Finale, begann in der Cha Cha Cha die Aufholjagd durch deren stärkste Konkurrenten, die ausdrucksstarken Polen Mariusz Nosal/Marlena Fital, welche letztlich das Lateinturnier für sich entscheiden konnten. Auf Platz drei kamen die ebenfalls starken Russen Evgeny Orlov/Anastasiya Chernyshova, gefolgt von den Niederländern Ruben Monfrooy/Linda Simonis, welche mit ausgesprochen lateinamerikanischer Ausstrahlung auffielen. Überglücklich ertanzten sich die Italiener Antimo Natale/Veronica Ramello Platz fünf. Den sechsten Platz erreichten die zweiten Deutschen im Finale, Martin Scammel/Katja Vörtler.

Am Ende des Abends war es dann auch Martin und Katja vergönnt, den „Großen Preis der Stadt Limbach-Oberfrohna“ des Oberbürgermeisters für die beste Leistung über Zehn Tänze entgegenzunehmen. Publikumsliebling des Abends wurden Oliver und Tina.

Die Gruppe „Happy Feeling“ zeigten sich wieder in Bestform und begleitete sowohl Publikum, als auch Turnierpaare musikalisch hervorragend durch den Abend. Sie ließen es sich sogar nicht nehmen, die Showeinlagen des Nachwuchses des TK „Orchidee“ Chemnitz zu instrumentieren.

Alle Beteiligten lobten die gute Vorbereitung und Durchführung der Veranstaltung, das Publikum war ebenso angetan, wie die Turnierpaare und deren Betreuer. Der Ehrenbürgermeister der Großen Kreisstadt Limbach-Oberfrohna, in Vertretung des Oberbürgermeisters anwesend, zeigte sich restlos begeistert und wünschte sich und der Stadt für die Zukunft viele weitere, solch herausragende Tanzsportereignisse.

 

Tobias Krüger

 

 

Alle Ergebnisse unter www.tk-orchidee-chemnitz.de/ergebnisse/wtt2005/index.htm




Mauerfall beim TNW-Pokal

Um es vorwegzunehmen: unsere zwei Sachsen-Mannschaften belegten wie im Vorjahr mit der ersten Mannschaft einen zweiten (87) und mit der zweiten Mannschaft einen dritten Platz (96,5).  Wenn BaWü mit seinen Spitzenpaaren am Start gewesen wäre, hätte es mit Sicherheit ein anderes Ergebnis im Finale gegeben. So mussten sie sich mit Platz sechs (138,5) zufrieden geben , Hessen den vierten (115) und Berlin den fünften Platz (128) überlassen. Das vierte Mal in Folge gewann TNW (80) mit seiner ersten Mannschaft. Einfach Klasse, da war nicht ´ran zu kommen. Insgesamt gingen zehn Ländermannschaften an den Start und eine Mannschaft „Ländermix“.

So einfach wie sich die Berichterstattung jetzt liest, war es denn doch nicht. Vorab waren ein paar Hürden zu überwinden, die so manche kritische Situation ergaben. Zum einen eine nicht ganz korrekte Mannschaftsaufstellung, die sich wie immer anhand der Ergebnisse aus den Landesmeisterschaften und denen der DM ergibt. Diese wurden zwar korrigiert, hätte aber im Vorfeld verhindert werden können. Zum Glück gibt es aber immer aufmerksame Eltern, vielen Dank! Zum anderen fielen nach und nach unsere Ersatzpaare aus, einmal durch Paartrennung, zweimal durch Krankheit, davon eins direkt am Tag unserer Abreise. Natürlich geht die Gesundheit unserer Paare vor, so dass wir das aller erste Mal ohne Ersatzpaare die weite Fahrt nach Duisburg angetreten sind, in der Hoffnung, dass nun kein Paar an unseren nächsten zwei Zusteigepunkten in Grimma und Leipzig fehlen würde. Die Fahrt ging gut und zügig, während der Reise wurde die Zimmeraufteilung gemanagt, die Speisekarte für die Pizzeria rumgereicht und die Vorstellungsnummer der Ländermannschaften besprochen. Wie immer unter Regie der Jugendlichen selbst. Die Requisiten dazu befanden sich bereits an Bord, jede Menge Pappe, DDR-typische Klamotten, wie Dederonblusen, FDJ-Hemden, Pionierhalstücher und Käppis für Soldaten. Die Eltern unserer TänzerInnen verfügen ganz offensichtlich über einen großen Fundus. Noch am gleichen Abend wurde die Vorstellung geprobt und ein Trabi und eine Mauer gebastelt. Eine Überraschung gab es noch für uns: Sabine Herrmann wurde gebeten, kurzfristig als Wertungsrichterin einzuspringen, was sie auch tat. Wir Sachsen sind eben hilfsbereit. Übrigens war sie die einzigste Frau im Wertungsgericht.

Wie gewohnt begann das Turnier mit dem Vereinsmannschaftswettkampf Latein, wo der STK Impuls Leipzig eine Mannschaft stellte und dort ebenfalls das auf eins gesetzte Paar nicht an den Start gehen konnte. Leider ist es dem Verein trotz intensiver Bemühungen nicht gelungen, ein Ersatzpaar aus einem anderen sächsischen Verein zu gewinnen. Vorort erklärte sich ein Ersatzpaar des Vereins TSG Erkelenz bereit, uns ihr Paar Wladislaw Pawlovski und Ines Glehn zur Verfügung zu stellen. Damit war es Erik Benicke mit Ly Ngyuen und Henry Brehme mit Sophia Kuske möglich, sich unter den insgesamt 22 Vereinsmannschaften zu beweisen. Gut gekämpft und das erste Mal bei einem solchen Wettkampf am Start, belegten sie als Neulinge einen wackeren 16. Platz, herzlichen Glückwunsch. Ich würde mir wünschen, wenn noch mehr Vereine unseres Landesverbandes diese Möglichkeit des Leistungsvergleiches nutzen würden. Ich spreche hier von drei Junioren-Paaren pro Verein. Ich bin mir sehr wohl der Tatsache bewusst, dass zu dieser Zeit die Vorbereitung auf die Lateinmeisterschaften auf Hochtouren läuft, aber dieses Turnier ist gleichzeitig ein sehr schöner Jahresabschluss und für manches Paar die letzte Möglichkeit in ihrer Altersklasse an den Start zu gehen. Andererseits ist die Mitfahrgelegenheit in unserem Reisebus günstig und rechnet sich wesentlich besser, je mehr mitfahrende Tänzer sind, zumal unser Fanblock dadurch noch schlagkräftiger werden würde. Ebenso sind Eltern und Großeltern immer gern als Begleiter gesehen.

Die Vorstellungen der einzelnen Vereins - und Ländermannschaften war wieder ein Höhepunkt. Immer wieder sind wir aufs Neue gespannt, was die einzelnen Mannschaften so zu bieten haben. Spitzenmäßig gefiel uns die Aufführung der Techno-Enten der Ländermannschaften von BaWü. Aber unsere sächsische Aufführung war auch nicht zu verachten. Das Thema: Mauerfall, eine Idee von André in Zusammenarbeit mit Daniel und letztendlich nur möglich mit allen sächsischen Tänzern und Tänzerinnen, wo jeder eine Hauptrolle als Darsteller einnehmen musste und diese exzellent ausführte. Dargestellt wurde die Wiedervereinigung zwischen Ost und West, meines Erachtens auch heute noch ein brisantes Thema, aber gut gelungen, weil bestens in Szene gesetzt.

Spannend die Rundenauslosung: und wieder beide Sachsen-Mannschaften in einer Runde gegen Nordrhein-Westfalen 1 und 2 und BaWü 1, so dass für uns schon klar war, dass TNW 1  sich direkt für das Finale qualifizieren wird. Diese Konstellation hatten wir im vergangen Jahr auch schon mal, Sachsen 1 und 2 gegen TNW 1. Um eine solche Situation vermeiden zu können, wäre eine mögliche Lösung, die Final-Mannschaften des Vorjahres zu setzen und die übrigen Mannschaften zuzulosen, wie es auch in anderen Sportarten gehandhabt wird.  

In Gruppe 2 qualifizierte sich die Mannschaft aus Hessen direkt für das Finale. Während des Turniers wurden wir über die Ergebnisse der in Slowenien stattfindenden Jun. – WM Standard durch die Turnierleiter Boris Exeler (kommissarischer Bundesjugendwart) und Wolfgang Kilian auf dem Laufenden gehalten. Wolfgang Kilian, der Landesvorsitzende der Jugend von Nordrhein-Westfalen, führte während des Turniers mit Sabine Herrmann, die mittlerweile bereits zum 12. Mal beim TNW-Pokal war, ein Interview durch. Übrigens waren wir mit unseren zwei Sachsen-Mannschaften erstmals mit nur einem TNW-erprobten Paar am Start, den Geschwistern Koschkar. Alle anderen waren entweder mit anderen Partnern, beim Vereinsmannschaftswettkampf  oder noch nie in Duisburg zum Ländermannschaftswettkampf. Während der für unsere Tänzer viel zu langen Pausen, gab es genügend Gelegenheit zum Mittanzen, die Stimmung war ausgelassen. Aber auch uns fiel auf, dass zu wenig mitreisende Fans „am Start“ waren bzw. diese zu zeitig das Turnier verlassen haben. Das Finale ging reibungslos über die Fläche, wie das übrige Turnier auch. Schon vorab haben unsere Paare die geschmackvollen beleuchteten Pokale, mal etwas ganz anderes, bewundert, von denen wir nun gleich zwei mit nach Hause nehmen konnten. Einer davon als Wanderpokal.

Allen Paaren ein herzliche Dankeschön für die hervorragende Leistung und den an den Tag gelegten Teamgeist. Den mitfahrenden Eltern, Müttern und Omis ebenfalls Danke für die Betreuung und Hilfe vor Ort, wie z. B. Brötchenschmieren u. v. a. m.

 

Unser Landesverband wurde vertreten;

 

1. Mannschaft: André Vörtler/Sophia Weis; Felix und Sophia Koschkar; Daniel Wellhöfer/Lisa Kern; Marcel Kunitzsch/ Elisa Seifert
2. Mannschaft: Christian Langer/Jenny Müller; Martin Rikowsky/Lisa Forker; Sebastian Lucke/Ingrid Altmann; Sebastian Herrmann/Sandra Hirschfeld

Klar für uns, dass wir im kommenden Jahr zum 29. TNW-Pokal wieder an den Start gehen werden, zumindest ist es so geplant.

 

Heike Herzberg