Auch wenn der Winter dieses Jahr auf sich warten ließ, am 20. November schaute er das erste Mal in deutschen Landen vorbei. Genau der richtige Tag, um voller Tatendrang zum Deutschlandcup der Hauptgruppe A Latein zu reisen. Einer etwas beschwerlichen, den winterlichen Witterungsverhältnissen geschuldeten Anreise zum Trotz, schafften es dennoch 67 Paare an den Start. Im beschaulich-bayrischen Hirschaid, in der Nähe von Bamberg, idyllisch am Main-Donau-Kanal gelegen, befand sich unter den Startern eine kleine, gleichwohl feine sächsische Delegation. Die Turnierstätte, direkt an jenem bereits erwähnten Kanal befindlich, versprach schon rein äußerlich einen interessanten Wettkampf. In der als Mehrzweckhalle konzipierten Regnitz-Arena verstand es der Veranstalter, dem sportlichen Charakter der äußerst großzügig dimensionierten Halle ein Maximum an tänzerischer Eleganz einzuhauchen (inklusive weitläufig verlegtem Parkett). Ebenso verdienten sich die Umkleiden der Turniertänzer das Prädikat ausgezeichnet. Schade nur, dass man als Schlachtenbummler beim Kauf der Eintrittskarten in einen etwas sauren Apfel beißen musste – die günstigen Tribünenplätze á 10,- Euro durften, auf Nachfrage, nicht verkauft werden. Somit sah man sich genötigt, ein teureres Ticket für einen Tischplatz zu lösen, auch wenn man schon ahnte, ihn eh nicht zu Gesicht zu bekommen. Aber zurück zum tänzerischen Geschehen.
Schon ab der Vorrunde waren die Anwärter auf die besten 12 Plätze, sprich das Semifinale und Finale, mit etwas geschultem Auge zu erkennen. Erfreulich gutes bis sehr gutes Latein-Tanzen war zu sehen, natürlich mit dem ein oder anderen, qualitativen Ausreißer, sowohl nach oben, als auch nach unten. Bei letzteren fehlte es mal an Präsenz, mal an technisch-tänzerischem Vermögen. Als erste sächsische Vertreter mussten leider die drei an den Start gegangen Chemnitzer Paare die Segel streichen. Erick Heyden-Julia Luckow schafften es in die 49er Runde (35.-36.), Sebastian Bronst-Tina Kräcker arbeiteten sich bis in die 26er vor (18.). Das beste sächsische Ergebnis erzielten Willy Wurch-Linda Wurch. Mit einer konsequent guten Leistung stießen sie bis in Semifinale vor und belegten Rang 12. Das Feld wurde beherrscht von den Paaren aus Bayern, BaWü und NRW. Bestes Ergebnis für die „Neuen“ Bundesländer schafften die Frankfurt/Oderaner Bartosz Abramyk-Marion Hopf mit Finalanschlussplatz sieben.
Hervorzuheben wäre an dieser Stelle, dass der Landessportwart Sachsen, am Vortag beim Deutschlandpokal der Hauptgruppe II organisatorisch eingebunden, seinen Aufenthalt in Hirschaid verlängerte, um „seine“ Paare der Hauptgruppe tanzen zu sehen. Für die Zukunft bleibt zu wünschen, dass es in den nächsten Jahren wieder mehr sächsische Paare geben wird, die an diesen inoffiziellen deutschen Meisterschaften der Hauptgruppe A teilnehmen.
Alles in allem, ein schönes Turnier, in schöner Atmosphäre und mit ansprechenden Leistungen.
Tobias K.
In der Großsporthalle Tübingen waren insgesamt 123 deutsche Standardpaare bei ihrer Meisterschaft angetreten, um eine bestmögliche Platzierung zu erreichen. Unserem Landesverband vertraten 13 Paare, immerhin drei mehr als im Vorjahr. Wenn man bedenkt, dass Sachsen eher zu den kleinen Landesverbänden zu zählen ist, haben wir in diesem Jahr sogar eine überdurchschnittliche Beteiligung aufzuweisen.
Noch erfreulicher ist, dass alle Paare des Landestanzsportverbandes Sachsen die Vorrunde überstanden. Für einen stillen Beobachter war es allerdings nicht ganz einfach, die Vorrunde konzentriert zu verfolgen, denn hier war noch so mancher Schatten wahrzunehmen. Sicherlich ist es für alle S-Paare motivierend an einer „Deutschen“ teilzunehmen, aber für einen Zuschauer, der nicht aus der Szene kommt, wird damit unser Sport nicht von der attraktivsten Seite dargeboten.
Die 1. Zwischenrunde mit 84 Paaren (hier fehlten noch die gesetzten zehn Paare mit zwei Sternchen) bedeutete für einige von uns die Endstation. Sicherlich haben sich dabei nicht alle der eigenen Vorstellungen erfüllt, doch keines der hier „hängen“ geblieben Paare aus Sachsen tanzte schwächer als zuvor, im Gegenteil man sah sie sogar über sich hinauswachsen. Zum Beispiel Martin Scammel und Katja Vörtler (TSC Excelsior Dresden) konnten ihr Vorjahresergebnis um 18 Plätze verbessern. Für das Geschwisterpaar Koschkar (STK Impuls Leipzig) als frisch gebackenes S-Paar war der 74. Platz sogar ein persönlicher Erfolg.
Die 2. Zwischenrunde mit 49 Paaren, darunter nunmehr alle gesetzten Paare, bestritten noch sieben Paare aus unseren Vereinen. Hier wurde es augenscheinlich, dass unsere Paare über sich hinauswuchsen. Ihre tänzerischen Leistungen wurden belohnt, denn fünf Paare schafften den Sprung in die Runde der besten 25 Paare. Es ist erfreulich, dass die Geschwister Weigel (TSC Serenade Dresden) mit Platz 39 ihren vorjährigen Rang (37.-40.) verteidigen konnten. Für Ronny Hörig und Henriette Schaller hingegen mag es enttäuschend gewesen sein, im Gegensatz zum Jahr 2004 den Sprung in die nächste Runde nicht geschafft zu haben. Wenn man aber ihren den Umständen geschuldeten reduzierten Trainingsaufwand in Betracht zieht, ist ihr diesjähriger 33. Platz hoch zu bewerten.
In der dritten Zwischenrunde (25 Paare) ging es schließlich um den Einzug in das Semifinale. Fünf sächsische Paare waren noch dabei, darunter die „Überflieger“ André Vörtler und Sophia Weis (TSK Residenz Dresden). Beide stiegen erst zur Landesmeisterschaft in die „S“ auf und ertanzten sich hier und heute einen hervorragenden 17. Platz. Martin Reiss und Corinna Sadowski (TC Rot-Weiß Leipzig) platzierten sich auf Rang 24 (im Vorjahr 23.) und verteidigten recht souverän in der stärker gewordenen Konkurrenz ihr Vorjahresergebnis.
Im Semifinale war die Überraschung komplett: Noch drei Sachsen dabei. Das ist in der Geschichte unseres Landesverbandes der bisher größte Erfolg. Im Kleinen Finale (verdeckte Platzwertung) ergab sich dann die Reihenfolge. Daniel Winkler und Anna Geuchmann (STK Impuls Leipzig) bestritten ihre erste Sonderklassen-Meisterschaft und landeten auf Anhieb auf den elften Platz. Für uns alle eine große Freude und sicherlich für den DTV eine neue Entdeckung. Wenn dieses Paar dabei sogar einige Zweien und Dreien kassieren konnten, also damit von einigen Wertungsrichtern sogar auf Platz acht und neun gesehen wurden, ist das ein gutes Zeichen für das Leistungspotential der Beiden. Hervorheben muss man auch den geteilten Platz Sieben des Deutschen Kombinationsmeisters Christoph Kies/Blanca Ribas Turon, denn sowohl vor als auch hinter ihnen lagen Standardspezialisten. Viele hätten Christoph und Blanca auch gern im Großen Finale gesehen, aber darüber im Nachgang zu philosophieren ist müßig. Freuen wir uns in Sachsen vielmehr darüber, dass wir neben diesem Paar auch mit Oliver Thalheim und Tina Spiesbach (TC Rot-Weiß Leipzig) ein weiteres starkes Standardpaar haben, was ebenfalls mit hervorragenden internationalen Erfolgen aufwarten kann.
Insgesamt gesehen, für Sachsen eine erfolgreiche Deutsche Standardmeisterschaft. In den Leistungen der Paare spiegelt sich auch die erfolgreiche Arbeit ihrer Heim- und unseres Landestrainers wider. Wir dürfen stolz sein.
Dr.H.Galle
Mit der Zahl „555“ in seinem Wertungsrichterbuch beendete Dr. Wolfgang Ihme, TSC Serenade beim Pokal der Euroregion Erzgebirge in Freiberg/Sa. seine Jurorentätigkeit.
Für den Landesverbandtanzsportverband Sachsen zeichnete Pressesprecher Michael Hölschke Dr. Wolfgang Ihme mit der Verdienstmedaille in Silber aus. Damit wird an seine aktive Zeit als Tänzer der Sonderklasse mit seiner Frau Eva-Maria, sein Engagement bei der Ausrichtung des Tanzfestivals Dresden und an seine jahrzehntelange Wertungsrichtertätigkeit in der höchsten Lizenzstufe für unseren Verband gewürdigt.
![]() Die Gesamtsieger Daniel Wellhöfer/Lisa Kern |
Denkt man an Bitterfeld, dann fallen einem Braunkohlentagebaue und an eine umweltverschmutzende chemische Großindustrie ein. Chemiebetriebe gibt es wieder, sauber und umweltfreundlich. Die Braunkohlengroßtagebaue aber gehören der Vergangenheit an. An ihrer Stelle ist eine Seenlandschaft getreten, die mit der sie umgebende Naturvielfalt ein lohnendes Ausflugsziel sind und sei es nur zu einem Tagesbesuch. In dieser Landschaft eingebettet liegt das verträumte Dorf Friedersdorf, von dem der Chronist im Jahre 1815 nur zu berichten wusste, dass es aus 55 Häusern besteht und dass auf seinen Fluren man nach „Pfeifenton“ gräbt. Aus diesem fertigte man damals in Bitterfeld vorzügliche Töpferwaren und Tabakspfeifen.
Heute strömen die Bitterfelder nicht wegen des Tones nach hier, sondern wegen der alljährlich stattfindenden Bernsteintanzturniere für die Hauptgruppe A in den Standard- und in den lateinamerikanischen Tänzen. Auch das 11. Turnier in Serie war längst vor seinem Termin restlos ausverkauft. Der besondere Reiz dieser Veranstaltung liegt in der Live-Musik: Sowohl zum Turnier als auch für den Publikumstanz spielen zwei erstklassige Formationen. Seit einigen Jahren werden die Wertungsrunden vom P-D Show Orchester begleitet. Diese repräsentative Band hoch qualifizierter Musiker ist ein firmeneigenes Tanz- und Unterhaltungsorchester der Firmengruppe Preiss-Daimler. Nicht minder qualifiziert sind die Musiker der Fritz-Quint-Band, die vor mehr als 35 Jahren gegründet wurde und seit den 80er Jahren auch Tanzturniere, darunter Deutsche Juniorenmeisterschaften, aber auch Europa- und Weltmeisterschaften begleitete. Seit dem Vorjahr spielt diese Band zum Publikumstanz.
Dankbar wird vom Publikum auch das im Eintrittspreis inbegriffene reichhaltige Speisen- und Getränkeangebot angenommen. Nicht zu glauben ist es für die Besucher, dass dieses alles in einer Sporthalle stattfindet, die in einem vielstündigen Kraftaufwand aller Mitarbeiter des Initiativkreises Bitterfeld – Wolfen erneut zu einem repräsentativen Ballsaal verwandelt wurde.
Glaubte der Initiativkreis Bitterfeld – Wolfen mit seinem Geschäftsführer Klaus Suchantke als Veranstalter und der TSC Grün-Gold Leipzig mit seinem Präsidenten Dieter Bauerschäfer als Ausrichter bereits beim Jubiläumsturnier im Vorjahr, dass die damaligen Startmeldungen nicht mehr zu übertreffen wären, so wurden sie in diesem Jahr eines Besseren belehrt: Von den 22 gemeldeten Standardpaaren waren 21 am Start, darunter acht aus Tschechien. Bei den Lateinern waren 27 gemeldet und schließlich 24 angetreten, darunter 13 tschechische Paare.
Auch diese Starterfelder mit Paaren aus unserem Nachbarland im Rahmen des kleinen Grenzverkehres machen den besonderen Reiz der Bernsteinturniere aus. Erstmalig musste der Ausrichter in diesem Jahr nach Ablauf der Meldefrist gemäß TSO später eingehenden Meldungen Absagen erteilen. In jedem Fall war der sowieso schon enge Zeitplan dem Platzen nahe. So wechselten nach dem Entree (dargeboten vom Kinder- und Jugendballett Bitterfeld – Wolfen) in rascher Folge Turnierrunden mit Publikumstanz und noch weiteren Show-Einlagen des Ballettes. Glücklicherweise brauchte in jeder Disziplin nur eine Zwischenrunde getanzt zu werden, um auf die festgeschrieben Anzahl von Finalteilnehmern zu kommen.
Im Standardturnier traten im Finale sieben Paare an. Souverän gewannen die Leipziger Daniel Wellhöfer/Lisa Kern (STK Impuls) mit 31 von 35 möglichen „Einsen“ vor den beiden Tschechen Michael Kurtis und Alena Starecková (TK Grandance Kromeriz), die sich vom dritten Rang der Zwischenrunde nach vorn tanzen konnten.
Ungeplant verzögerte sich der Startbeginn des Lateinturniers um 45 Minuten, da zwei tschechische Paare infolge einer Autopanne noch auf der „Strecke“ waren. Dank einer vorgezogenen Showeinlage des Ballettes konnte die Wartezeit überbrückt werden. Auch hier ging die Rechnung der Turnierleitung auf: Von der 24-paarigen Vorrunde kam man über zwölf Paare der Zwischenrunde direkt zum Sechserfinale. Auch hier ließen die Leipziger Wellhöfer/Kern nichts anbrennen und gewannen unangefochten alle fünf Tänze (30 „Einserwertungen“). Sehr sicher platzierte sich auf den 2. Rang das junge tschechische Paar Artur Alexandrov und Barbora Kozaková.
Elf Paare tanzten in diesem Jahr beide Disziplinen. Als bestes Allround-Paar konnten Daniel Wellhöfer/Lisa Kern dafür den Ehrenpreis in Empfang nehmen. Damit konnte Daniel den Gesamtsieg und den Standardsieg (im Vorjahr mit anderer Partnerin) wiederholen.
Erfreulich, dass wiederum viele Ehrengäste aus Politik und Wirtschaft durch den Turnierleiter Dr. Horst Galle begrüßt werden konnten. Stellvertretend sollen Herr Dr. Reiner Haselhoff, Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft und Arbeit des Landes Sachsen-Anhalt, sowie der Vertreter des Hauptsponsors, Herr Wilfried Karwath (Vorstand der Kreissparkasse Bitterfeld) erwähnt werden. Weit mehr als 20 Sponsoren wären zu nennen, die alle zum Gelingen der Veranstaltung beitrugen. Gut im Griff hatte der Turnierleiter das gesamte Ballturnier, das seine 800. Veranstaltung war, die er als Wertungsrichter oder Turnierleiter mitgestaltete und gewohnt sicher und informativ durch den ganzen Abend führte.
1. TSC Grün-Gold Leipzig
Wertungsrichter
Dieter Bauerschäfer, 1. TSC Grün-Gold Leipzig; Rolf Herrmann, STK Impuls Leipzig; Ulrich Herrmann, TK Blau-Gold Leipzig; Michael Hölschke, TSK Residenz Dresden; Vladimir Mazac, KST Centrum Teplice; Miloslav Pecina, TK S-L Mariánske Lázne; Dr. Christel Schimmel, TC Schwarz-Silber Halle
Wir haben den Tag des Tanzens mit unserer nunmehr seit einigen Jahren durchgeführten Veranstaltung „Der Tanzclub stellt sich vor“ verbunden, die vorrangig dafür gedacht war und ist, den Verwandten, Freunden und Bekannten zu demonstrieren, welche Fortschritte unsere Paare im abgelaufenen Jahr erreicht haben und mit welchen Platzierungen bei wichtigen, insbesondere Meisterschaftsturnieren sie aufwarten konnten.
In diesem Jahr wollten wir die DTV-Aktion zusätzlich nutzen, Nichtmitglieder anzusprechen mit der Hoffnung, sie neugierig zu machen und eine Mitgliedschaft ins Auge zu fassen -ein immer wieder schwieriges Vorhaben.
Das Salsa-Schnupperangebot kam gut an. Da wir es bisher nicht im Breitensport hatten, nutzten es auch viele unserer Breitensportler. Die Übungsleiter/Trainer sind nun gefordert, das fortzusetzen und weiter zu gestalten. Das war aber nicht das eigentliche Ziel, aber so ist es nun einmal.
Unser Kinderangebot hat die Erwartungen erfüllt, viele unserer Mitgliedskinder brachten Freunde mit. Es war ein lustiges und kaum zu bändigendes Getümmel, das den Organisatoren einiges an Nerven abverlangte. Wir wollten es so, wir haben es gemeistert. Ob die Freunde auch Mitglieder werden, wird die Zukunft zeigen.
Der eigentliche Höhepunkt begann 17.00 Uhr. Unser Trainingssaal war brechend voll. Dass hier etwas besonderes geboten wird, hatte sich aus den Vorjahren herumgesprochen. Es kam auch diesmal eine tolle Stimmung auf. Kindern mit ihren Spaßtänzen und den Anfängen im Turniertanz kann man ohnehin nichts übel nehmen. Sie hatten sich intensiv vorbereitet, gegenüber dem Vorjahr eine deutliche Steigerung.
Unsere aktiven Paare waren fast alle da, selbst fast alle Sonderklassen, die am Vortag ihre Deutsche Standardmeisterschaft getanzt hatten und eine kurze Nacht verkraften mussten, denn für die Strecke Tübingen – Dresden brauchte man schon mehrere Stunden Zeit. Wir hatten Gelegenheit, mehrere Landesmeister auszeichnen zu können, egal ob in der C-Klasse oder der Sonderklasse erfolgreich.
Eine gemeinsam getanzte Basicfolge oder die für das 50-jährige Jubiläum im Mai einstudierten und kurzfristig nochmals eintrainierten Standard- und Lateinshows rissen zu Beifallsstürmen hin. Und schließlich erfüllte unsere Deutschen Meister über zehn Tänze, Christoph Kies und Blanca Ribas Turon, alle Erwartungen mit ihren Solotänzen.
Wenn wir zur Überbrückung von Umziehpausen auch unsere Breitensportler für je einen Kreis- und einen Blocktanz zur Fläche gebeten haben und sie etwas zögernd, aber eben doch mitmachten, dann war das eine gute Demonstration für den Freizeit und Breitensport und es passte so richtig zum „Tag des Tanzens 2005“.
D. Rupp
Das Tanzsport-Center Hoyerswerda hat mit seinem 14. Internationalen Tanzturnier ein brillantes Kapitel Vereinsgeschichte geschrieben. Die Gäste in der ausverkauften Lausitzhalle (820 Zuschauer) erlebten nicht nur Turniertanz par Excellenze, sondern auch ein spritziges buntes Rahmenprogramm, das von aktiven des TSC und der Tanzschule Schulze dargeboten wurde.
Den Ehrenpokal des Oberbürgermeisters der Stadt Hoyerswerda ertanzten sich das Geschwisterpaar Tomas Surovec/Ivana Surovcova, Uni Dance Bratislava. Die slowakischen Staatsmeister über zehn Tänze überzeugten nicht nur mit ihrer ausgezeichneten tänzerischen Leistung, sondern sie eroberten sich auch im Sturm die Herzen der Zuschauer und erhielten außerdem noch den Pokal für den Publikumsliebling.
Den Wertungsrichtern stellten sich zwölf Paare der Hauptgruppe A/S-Klasse aus Österreich, Polen, Tschechien, der Slowakei und Deutschland. Erfreulich, dass mit Johannes Jahny/ Karolin Kaiser nach 4 Jahren wieder ein Paar des TSC Hoyerswerda am Start war. Doch was wäre ein solches Turnier, ohne schmückendes Beiwerk einem tollen Rahmenprogramm während der Ausrechnungspausen.
Eröffnet wurde das Turnier mit einer Standardformation, vertanzt nach Musicalmelodien vom TSC Hoyerswerda. Unter dem Beifall der Abendgäste erzählte Trainerin Rosemarie Schulze, dass dieser Programmteil selbständig von den Tanzsportlern Uwe Jawinski und Karolin Kaiser choreographiert und die Musik zusammengeschnitten wurde. Mit Charme und Witz schmeichelte sich Michael Hölschke vom TSK Residenz Dresden, der das Turnier leitete, beim Publikum ein. Er fand es toll, dass über 800 Zuschauer in die Lausitzhalle gekommen waren, um Tanzkunst in höchster Vollendung zu sehen. Und es sei selten, bei solch einem Event Live-Musik gespielt wird. „Mein Kompliment an das Yamaha Musik-Team Hoyerswerda“ sagte er.
Mit lustigen und temperamentvollen Kindertänzen wie „Hands up“, „Techno Hit-Mix“ und „Turbopolka“ sowie ein „My Fair Lady Medley“ versprühten die Tänzer ein Feuerwerk der Lebensfreude. Und mit einem Dance4Fans-Medley wurde dem Publikum ein Hauch von Urlaub unter südlicher Sonne, Palmen und Meer vermittelt. Als besonderes Schmeckerchen kündigte Rosemarie Schulze die Show Tango Argentino „Misterioso“ mit Petr. Horacek, Europameister und mehrfacher Finalist der WM, und Partnerin an. Schmunzelnd vermerkte sie, dass das Paar das Geheimnis lüften wird, was hinter verschlossener Tür im Schlafzimmer passiert.
„Mir hat das Turnier ausgezeichnet gefallen“, resümierte der Österreicher Dr. Eugen Brenner, Wertungsrichter. “Besonders toll finde ich die Arbeit des TSC und der Tanzschule Schulze, die mit Kindern und Jugendlichen geleistet wird“. Und Marcus Fichtner/Sarah Treffy vom TC „Classic“ Berlin, Siebte des Turniers waren sich einig: „Wir hatten viel Spaß. Uns hat es in Hoyerswerda sehr gut gefallen. Wir würden gern wieder zu einem Turnier kommen. Und das Publikum war Klasse“. Ein großes Dankeschön für die gelungene Veranstaltung sprach das slowakische Siegerpaar Tomas Surovec/Ivana Surovcova dem TSC Hoyerswerda aus. Der 22-jährige Ökonomiestudent resümierte, dass der beste Preis der tolle Applaus war.
Die Vorbereitungen für das nächste Jahr haben bereits begonnen, denn am 28. Oktober 2006 findet dann das 15. Internationale Tanzturnier statt. Und da möchte der TSC an das erreichte Niveau anknüpfen und wenn möglich noch etwas steigern.
Kaiser
Leidensfähig waren Sie alle: 40 unerschrockene Fans vorwiegend aus Dresden, die mit dem Bus nach Wien ausflogen, um Ihre Lieblinge Christoph & Blanca zum WM-Titel anzutreiben. Da war zunächst die frühe Abfahrtszeit am 19.11. um 3 Uhr morgens. Hinzu kam das Schneetreiben bei kalten Temperaturen leicht unter Null Grad. Um 7:49 Uhr war die Fahrt anstatt in Wien an einer verschneiten AGIP-Tankstelle im 100-Seelen-Dörfchen Hladov 63 km vor der österreichischen Grenze zu Ende.
Im Galgenhumor stellten einige Mitreisende fest: „Es hätte ja auch schlimmer kommen können, z.B. wenn man an einer Tankstelle inmitten der böhmischen Pampa mit dem Bus liegen bleibt.“….
Das Handy des Busfahrers war nun die Hoffnungsquelle der Liegengebliebenen. Die Nerven der Wartenden lagen zunehmend blank. Große Erleichterung machte sich breit, als sich der Bus um 12:34 Uhr einem neuen Dieselfilter frisch repariert wieder in Bewegung setzte.
Zum Jive der Vorrunde angekommen, baute der Fanblock seine Hilfsmittel auf: Spruchbänder, Rasseln, Cheerleaderausrüstung und Fahnen (z.T. ex DDR mit von Hand herausgenähten Emblemen). Auf den Spruchbändern stand für alle deutlich lesbar, warum wir gekommen waren: <Chris & Blanca, Step 4 Gold>. In den kommenden acht Stunden wurde geschrieen, angefeuert, gerasselt, Fahnen-geschwenkt, Spruchbänder gehalten, geklatscht und ab und zu wässrige Lösungen zur Stärkung der Stimmbänder nachgefüllt.
Die etwa 1000 vorwiegend einheimischen Zuschauer leisteten gegen die „hey“, “Juhu“, „Christoph“, „Blanca“, „Achtzehn“ und „Germany“ Rufe kaum Widerstand. Eher pikiert hielten Sie „15“ Schilder hoch, die Nennung ihrer österreichischen Staatsmeister im Bewerb - kleine Kostprobe für gewöhnungsbedürftige österreichische Übersetzungen sportlicher Fachbegriffe. Nutznießer unseres Krachs waren neben Christoph & Blanca auch Sergey Tatarenko/Wiktoria Lyschinska (Berlin, dritte JUG LAT) sowie Bernd & Monika Kiefer (Mainz, erste SEN-II), die sich danach artig bedankten.
Am Ende des Turniers folgt immer die Minute der Wahrheit: Die Österreicher Lokalmatadoren Gschaider/Stöckl wurden sechste. Nach dem Turnier hatten Christoph & Blanca zum Ehrentanz mit diesen beiden die Partner getauscht, und die deutschsprachige Mehrheit im Saal kurzzeitig geeint. Platz fünf ging nach Tschechien (Dvorak/Silhanova), die sich nach mäßiger Vorrunde steigern konnten. Danach kamen die vier Favoriten und die Spannung wurde größer: Platz vier: Cerruti/Novozilova (Italien), die konditionell im Finale stark abgebaut hatten. Erleichterung nach Platz drei: Silde/Firstova aus Russland, die für ihre schlechte Standardleistung an diesem Abend mit Platz sechs abgestraft wurden aber verdient die Lateinsektion gewannen.
Der Moderator ließ nach seiner Ansage: „Second Place:“ eine kleine Kunstpause, in der wir uns mucksmäuschenstill anschauten. Die Gedanken des Gegenüber konnte man lesen: Bitte sag endlich Slovenia!! Zu viele goldfreie Medaillen hatten Chris & Blanca schon gesammelt, zu viele tänzerische Eintagsfliegen durften schon auf den höchsten Punkten der 10 Tänze-Siegerpodeste landen und Slowenien ist (in dem Fall zufällig leistungsgerecht) amtierender Weltmeister....
Er sagte: „Germany“, ein Wort mit „Sch“ wandelte sich innerlich nur mühsam zu einem „Schade“. Nach einer halben Sekunde brach die ganze Wut und Enttäuschung in Form von Jubel aus uns heraus und ließ die Halle ein letztes Mal beben. Die gnadenlos gute Körperrhythmik unserer Favoriten, dessen Differenzierung man selbst in Christophs Fingernägeln noch sehen kann, hatte sich gegen die aufgesetzte hohe Geschwindigkeit des Konkurrenten Cigoj/Novozilova wieder einmal nicht durchgesetzt. Obwohl Musikalität bereits im ersten Wertungsgebiet herangezogen werden müsste. Die Dramatik des knappen Ergebnisses (eine Platzziffer Differenz) machte die Trauer eher größer: Eine einzige Ziffernkorrektur (Tausch zweier benachbarter Zahlen) auf einem einzigen Wertungsrichterzettel hätte genügt, um das Paar 18 zum Weltmeister zu machen. Den Tanz hätte man sich mit Slowfox und Samba und den Wertungsrichter aus drei von neun Kollegen heraussuchen können…
Einige Mitglieder unseres Fanblocks kamen zur Überzeugung, das Semifinale war die beste Runde. Nicht nur von Christoph & Blanca, sondern auch von uns Schlachtenbummlern. Auch „Fanblocking“ stellt hohe konditionelle und pietätvolle Anforderungen an seine Akteure. Das Anfeuern darf schließlich nicht als störender Radau wahrgenommen werden: Man muss den Turnierleiter manchmal ausreden lassen - auch wenn er den Amtshauptmann von Wien als Sponsor und Ehrengast vorstellt und sich eine handvoll müder Hände beim Klatschen trifft…, Man muss dem unterstützten Paar auch Erholungspausen vom Dauerfeuer gönnen…
Das Wichtigste: Man muss die Wertungsrichter begeistern anstatt einschüchtern, sodass Sie innerlich mit den Angefeuerten mitzufiebern. Bei engen Entscheidungen werten sie dann automatisch zugunsten der Helden. Auf diese Weise sind schon andere Sportler Weltmeister geworden.
In zwei Dingen waren sich alle einig: Wir sind stolz auf die grandiose Leistung der neuen Vizeweltmeister und die WM möge recht bald in Deutschland stattfinden. Dann werden „wir“ auf jeden Fall Weltmeister.
U.Tr.
Am 5. November feierte der Tanzsportclub Silberschwan Zwickau seinen 58. Geburtstag und hatte sich dazu bei seinem Galaball jede Menge Highlights einfallen lassen. Fast 550 Gäste kamen diesmal, um die Darbietungen auf dem Parkett zu sehen und natürlich selbst zu tanzen. Immerhin begann vor über einem halben Jahrhundert die Ära eines der ältesten Tanzvereine Ostdeutschlands im traditionsreichen Konzert- und Ballhaus „Neue Welt“. Genau an dieser Stelle vollzogen die Mitglieder des damaligen Tanzkreises Silberschwan im Rahmen einer Ballveranstaltung die Gründung des bis heute sehr erfolgreichen Vereins. Mit dabei waren damals und heute das Ehepaar Gerhard und Ursula Herrmann. Die Ehrenmitglieder wurden natürlich dementsprechend begrüßt.
Nach der Eröffnung des Abends durch den 1. Vorsitzenden Prof. Dr. Andreas Neidhardt durften auch schon die Jüngsten aufs Parkett um ihr Können zu zeigen. Die 3-7jährigen präsentierten zu fröhlicher Musik ihre ersten Schritte auf dem Weg zu einer großen Tanzkarriere. Wie diese dann aussehen kann durften dann die etwas Älteren zeigen. Angefangen von den ersten Versuchen Tänze zu erlernen bis zu den Paaren die schon einige Erfolge vorzuweisen haben, konnte der TSC alles bieten. Hier sahen die Besucher welch großes Potential in den Nachwuchstänzern steckt. Die Arbeit mit den jungen Tänzern bildet genauso einen Schwerpunkt wie die mit den Breitensportlern. So zeigte die Hip-Hop-Gruppe, das Tanzen nicht nur im Paar funktioniert und auch alleine Spaß machen kann. Sehenswert mit einem Stuhl umgesetzt, konnte man die verschiedenen Stilrichtungen dieser Gruppe erkennen. Aber auch die Erwachsenen die sich einmal pro Woche zum Training treffen, stellten eine neue Standardformation zusammen und lieferten den Beweis, dass sie noch lange nicht zum alten Eisen gehören. Zum Abschluss dieses Programmpunktes zelebrierten zehn Jugendpaare eine Choreographie zu Cha-Cha-Cha und Rumba-Rhythmen und begeisterten mit dieser tollen Idee die Zuschauer.
Als Höhepunkt des Abends lud sich der Verein ein ganz besonderes Paar ein. Martin Dihlmann und Lydia Dihlmann-Weißer, die dreimaligen Vize-Weltmeister der Professionals in den Lateintänzen, tanzen zwar seit ein paar Jahren nicht mehr aktiv, aber sind als Trainer und Showtanzpaar immer noch sehr gefragt. Wie sagte Martin so treffend: „Wir tanzen nur noch was uns selbst Spaß macht!“ Und das sah man den beiden aus Sankt Augustin bei Bonn an. In einer 15-minütigen Show stellten Sie unter Beweis, dass Tanzen und Kunst sehr nah beieinander liegen. Mit Musikstücken, die nur beim genauen Zuhören den Tanz erahnen ließen, setzten sie soviel Temperament und Leidenschaft in ihre Bewegungen, dass viele Gästen Gänsehaut bekamen. Bemerkenswert war dabei mit welcher Leichtigkeit und Dynamik sie über das Parkett schwebten. Nach minutenlangem Beifall zeigten sie dem Publikum in Form eines Tango eine extravagante Zugabe.
Danach verabschiedete sich Daniela Georgi, die sehr charmante Gastgeberin des Abends, von den Zuschauern und überließ der Band „Team 102“ die Bühne. Die Musiker aus Gera überzeugten durch ihren Mix aus alten und neuen Hits und animierte das Publikum selbst die gesehenen Schritte umzusetzen.
Nach dem Galaball bleibt den Vereinsmitgliedern nicht viel Zeit um Luft zu holen, schließlich heißt es in knapp fünf Monaten „Internationales Ostertanzturnier“ an gleicher Stelle.
Mario Tischler
Pressewart des TSC Silberschwan Zwickau