Rein von den gefahrenen Kilometern hatten es die zwölf sächsischen Paare diesmal am weitesten. In Brühl bei Köln fand die Deutsche Meisterschaft der Jugend A und der Deutschland Pokal der Junioren I B Standard statt. So war es eine gute Idee, dass sieben Paare mit einem Bus morgens um 3.30Uhr von Dresden über Grimma nach Brühl fuhren. Am gleichen Abend ging es wieder zurück.
Drei der 15 startenden Paare des Deutschlandpokales kamen aus Sachsen. Als Neulinge im Feld, da sie erst zur Landesmeisterschaft aufgestiegen sind, präsentierten sich Ricardo Perez/Josefine Fischer (TC Blau-Gelb Grimma) vor den Augen der Wertungsrichter, den Zuschauern und ihrer riesigen Fangemeinde, hervorragend. Nach der Vorrunde lagen Sie noch einen Platz weiter vorn, die Zwischenrunde beendeten sie allerdings mit Platz elf. Sie selbst und ihre Trainer waren mit der Leistung für die erste Meisterschaft sehr zufrieden.
Sehr deutlich zogen zwei Saxonia - Paare ins Finale ein. In der Vorrunde noch etwas nervös steigerten sie sich bis zum vierten Platz. In allen Tänzen ging es zwischen Arthur Niesen/Viktoria Bykowa und den späteren fünften, den Geschwister Yatsun aus Neustadt, sehr knapp zu. Der Unterschied in jedem Tanz lag in nur einer Platzziffer. Den Wiener Walzer mussten sie an ihre Konkurrenten abgeben.
Mit klarem und deutlichem Tanzen nahm Daniel Rebrunov/Charlotte Lanz nach zwei Ludwigsburger Paaren die Bronzemedaille aus den Händen des Bundesjugendwartes Boris Exeler entgegen. Bei der Verkündung der letzten Wertung huschte dann doch ein Lächeln über die Gesichter der zwei jungen Tänzer und die Konzentration fiel langsam ab. Man sah, dass die lange Busfahrt sowie das Warten auf ein Paar, welches im Stau steckte, den Kindern nichts anhaben konnte. Mal schauen ob die Älteren es ihnen nachmachen konnten.
Auch in der Jugend A war Sachsen zahlenmäßig mit acht Paaren hinter dem TNW gut vertreten. In der Vorrunde mussten aber bereits drei Paare die Tanzschuhe wieder ausziehen. Für Martin Schlemmer/Marie Louise Schwenke (TSC Silberschwan Zwickau) war es die erste Deutsche Meisterschaft. Sie wollten sich zeigen und können sich nun gut auf die bevorstehenden Ranglisten vorbereiten. Am Ende belegten sie den 34.-35. Platz. Nils Lohmann/Maria Heinrich (TC Saxonia Dresden) erhielten noch drei Kreuze. Sie brauchen sich nicht zu verstecken und sollten vor allem ihre Programme sauber durchtanzen. Mit Platz 31.-32. beendeten sie ihre Deutsche Meisterschaft. Beide Paare sind im nächsten Jahr bereits Hauptgruppe. Die jüngsten Sachsen im Jugendfeld waren Dima Babenko/Jessica Derr (TC Saxonia Dresden). Die große Schwester musste trösten, aber beide haben sich gut präsentiert und kamen auf Platz 28.
In der 24-er Runde mussten drei Paare ihre Rückennummer abgeben. Das Paar John Kupferschmidt/Saskia Lausmann (TSC Leipzig) verabschiedete sich aus der Jugend mit Platz 24. Eigentlich traut man diesem Paar mehr zu. Keiner hat bemerkt, dass Saskia krank war. Mama, Trainer und Jugendwartin machten sich vor, während und nach dem Turnier große Sorgen. Saskia aber lächelte alles weg. Nicht ganz zufrieden schien auch Danylo Yerokhin/Alina Schehimi (TSZ Dresden) nach dem Turnier zu sein. Wenn er sich noch gerade hinstellt und die Grimassen wegzaubert, können sie in den nächsten zwei Jahren mit Sicherheit weiter vorn mittanzen. Nur ein Kreuz für die nächste Runde fehlte Tom Quaas/Nadine Sagner (STK Impuls Leipzig). Dementsprechend groß war die Enttäuschung. Ein Semifinalplatz war den Vizelandesmeistern gegönnt, da sie auch bei diesem Turnier schönes Tanzen gezeigt hatten. Auch sie werden im nächsten Jahr in der Hauptgruppe mittanzen.
Völlig überrascht und nicht damit gerechnet, standen Wladimir Piskun/Ingrid Disput (TC Saxonia Dresden) bei ihrem Aufruf für das Semifinale noch ohne Frack da. Während die vorhergehenden Runden noch sehr ruppig waren und es immer wieder zu Zusammenstößen kamen, tanzten sie in dieser Runde noch einmal ihr Programm und ohne Probleme. In dieser Runde war es allerdings schwer mitzuhalten. Am Ende freuten sie sich über einen 11.-13.Platz.
Klar auf Kurs vom ersten Tanz an in Richtung Finale, waren Sergej Piskun/Sofiya Derr (TC Saxonia Dresden). Das Wertungsgericht setzte sie in allen Tänzen auf den sechsten Platz. Aber auch sie haben im nächsten Jahr noch die Möglichkeit, sich weiter nach vorn zu tanzen, allerdings wird nur ein Paar der sechs Finalisten die Jugend verlassen. Es wird also im kommenden Jahr noch einmal spannend.
Vom Präsidium begleiteten Uli Herrmann, Gunnar Lippmann und Jana Otto (gleichzeitig im Protokoll der Turniere sitzend) das große sächsische Team. Es wurde bereits der Wunsch geäußert, zukünftig immer zu den großen Wettkämpfen mit einem Bus zu reisen, da das das Zusammengehörigkeitsgefühl aller stärkt bzw. alle recht frisch wirkten.
Nach dem Turnier mussten die Paare leider noch eine Stunde warten, bevor der Bus wieder fahren durfte. Die vorgeschriebenen neun Stunden Ruhepause für den Busfahrer waren noch nicht um. Morgens um 6 Uhr kamen alle wieder in Dresden an und waren froh, dass erst einmal Ferien waren.
Jana Otto