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Pokal _SSWE_5

5. Sächsische Seniorenwochenende

Radebeuls Oberbürgermeister Bert Wendsche persönlich ließ es sich in seiner Funktion als Schirmherr nicht nehmen, das 5. Sächsische Seniorenwochenende (auch liebevoll SSWE genannt) am 2. April 2011 zu eröffnen. Nach Meinung einiger Beobachter das schönste SSWE in seiner 5-jährigen Historie. Dabei hatte es die diesjährige Auflage gegen Konkurrenzveranstaltungen in Hamburg und Bayern am gleichen Wochenende sehr schwer, die erhofften Startfelder zu erhalten. Dass die Startbilanz sehr zur Erleichterung des Veranstalters nur geringfügig zurückging, ist ein Lohn der harten Arbeit der vergangenen Jahre. Diese schöne Veranstaltung in der Lößnitzsporthalle in Radebeul bei Dresden organisiert ein perfekt eingespieltes Team des TC Rot-Gold Meißen und des TSC Serenade Dresden. Die Paare bekommen mit Digis und ausgefeilter Computertechnik nicht nur jedes Kreuz in jedem Tanz zu sehen, sondern dürfen inzwischen gewiss sein, dass die drei Turnierleiter (Thomas Rings am 2.4.2011, Ulrich Trodler und Daniela Georgi am 3.4.2011) den Zeitplan stets verlässlich im Griff haben. Selbst auf Foto-Brunner nahm die Turnierleitung Rücksicht bei der Rundengestaltung, so dass die Fotografen jeden Teilnehmer auf den drei Flächen vor die Linse bekamen. Das 600.000ste Brunner-Foto stammt übrigens vom SSWE. Am Samstag waren traditionell die Landesmeisterschaften Sachsen und Sachsen-Anhalt der Senioren II und Senioren Latein eingebettet. Paar des Tages waren Frank und Stephanie Büchel aus Leipzig. Sohnemann Marcus wurde unlängst in Coswig Vizelandesmeister C-Latein. Jetzt begann der Siegeszug der Eltern. Als der Beisitzer der LM nach den Siegen in der Senioren II D und Senioren II C STD die Pflichtfragen „Aufsteigen und in der B-Klasse mittanzen?“ stellte, entgegnete Frank Büchel nach 21 absolvierten Tänzen mit Anzeichen erster Erschöpfung: “Wir tanzen heute noch Latein.“ Fünf Turniere an einem Tag wären ein Rekord für die Ewigkeit gewesen. Als selbiger Beisitzer nach den Landesmeistertiteln Nummer drei und vier in der Senioren Latein D und C das vierte Mal mit seinen Pflichtfragen auftauchte, sagten die Blicke nach 42 Tänzen das Ergebnis voraus: „Vielen Dank, aber wir sind jetzt wirklich erschöpft und haben dieses Wochenende ausreichend getanzt.“ So gönnten sich die beiden, statt zweier weiterer Turniere einfach einen „Feier-Freisonntag“ und haben diesen hoffentlich genossen. In der Senioren II B war der Landesmeister praktisch abonniert: Ralf und Cornelia Geschner aus Chemnitz, die bisher die Sonderaufstiegsregeln des LTVS bei LM konsequent ignorierten, tanzen sich bundesweit von Sieg zu Sieg und waren auch diesmal nicht zu bezwingen. In der Senioren II A wurden sie Vizemeister hinter ihren „Stadtrivalen“ Thomas und Katja Göpfert. Am Sonntag hatten die Beiden nach den Siegen in der Senioren II B und A-Klasse die Chance zum Mittanzen in der Senioren II S. Sie entschieden sich gegen den Mut zur Lücke und gewannen das zeitgleich stattfindende Turnier der Senioren I B. Drei Siege an einem Tag machten die Beiden damit zum Paar des zweiten Tages. Das „fleißigste“ Paar des                   5. SSWE´s wurde indes ein weiteres Paar: Dr. Dieter und Dr. Christiane Pioch aus Holzkirchen bei München hatten in der Senioren III B, II B und III A Klasse insgesamt sechs Starts aufzuweisen. Nach dem Doppelsieg am Sonntag hätten die zwei garantiert als siebte Möglichkeit gern die Senioren III S mitgetanzt. Leider war dieses Turnier  schon vorher gelaufen. Dort hätten sie sich mit dem hochkarätigsten Paar des gesamten Starterfelds messen können: Karl-Heinz und Gabriele Haugut aus Nürnberg. Das derzeit beste deutsche Paar der Leistungsstarken 66 oder Senioren IV S gab sich in Radebeul die Ehre. Als Sieger der Saxonian Dance Classics ließen Sie erwartungsgemäß auch alle jüngeren Senioren III-er an beiden Tagen hinter sich. Das Startbuch dieses Paares ist der Traum eines jeden Tänzers. Über 300 Siege haben die beiden auf ihrem Konto. Die beiden äußerst sehenswerten Siegerpokale des 5. SSWE können sie in der heimischen Vitrine wohl nicht mehr unterbringen. Bis auf die Senioren II A, waren die Gesamtsiege der LM-Turniere fest in sächsischer Hand. Dort konnte mit den Magdeburgern Andreas und Christine Pabst ein Paar aus Sachsen-Anhalt allen anderen die Rücklichter zeigen. Der Landesmeistertitel der Senioren II S ging an Tilo Schroth/Katrin Dinges aus Chemnitz, obschon sich insgesamt vier Paare für den Titel anboten. Die vierten der LM, Tilo und Kerstin Kaiser aus Leipzig kamen erst am zweiten Tag richtig in Sieg-Fahrt. Sie waren verständlicherweise traurig, dass der hohe LM-Erwartungsdruck die Beiden leider nur ganz  knapp neben das Siegertreppchen führte. Der Landesmeister der Senioren Latein B konnte, weil in der Zwischenrunde ausgeschieden, sein Glück kaum fassen. Antje Kniestedt aus Dresden hüpfte außer sich vor Freude auf und nieder, als sie die frohe Botschaft erfuhr. Sie quittierte die obligatorische Aufstiegsfrage mit einem prompten: „Ja, Jaaahhh bittääh“. Da hatte ihr Partner Steffen keinerlei Reaktionschance. Da nur einer gewinnen kann, erfüllten sich für manche Paare die Hoffnungen nicht. In der Senioren Latein B lagen Rene und Katrin Agater in der Vorrunde klar auf Finalkurs und schienen sichere Landesmeister zu werden. In der Zwischenrunde rutschten sie ein Kreuz und einen Platz hinter Kniestedts. Am zweiten Tag B-Latein musste der Rechner seine gesamte Rechenleistung aufbieten, führte Agaters haarscharf um Bronze und Aufstiegsplatzierung herum. Katrin merkte nach dem Turnier traurig an: „Das Turnier-Wochenende war typisch Agaters.“ Bleibt zu hoffen, dass alle Paare und besonders die beiden sympathischen Leipziger beim 6. SSWE 2012 kein typisches Agater-Wochenende haben. Die beiden Paare der Senioren Latein S waren die einzigen, denen der Veranstalter nach den Regeln der TSO kein eigenes Turnier bescheren konnte. Der Freude von Roberto Weigel und Cordula Höchsmann tat es keinen Abbruch. Sie gewannen ziemlich deutlich beide B/S-Kombi-Turniere und sind damit ranghöchste Latein-Landesmeister. Erfrischend an diesem SSWE war, dass die Turniere von einer Fülle an zuvorkommenden Helfern organisiert wurden, die die Paare und die Funktionäre bestens betreuten. Besonders umsorgt wurde eines der glühendsten Fans des SSWE´s, die jedes Jahr viele Vereinskameraden ihres heimischen TSZ Blau-Gold zum Tanzen nach Radebeul mitbringen. Hagen und Katrin Winterfeldt aus Berlin. Er wurde in den Turnierunterlagen als München Winterfeldt angekündigt, was prompt vor dem Ausdruck der begehrten Urkunden korrigiert wurde. Turnierleiter Ulrich Trodler brachte bei der offenen Wertung des Wiener Walzer der Senioren II B die Startnummern vollkommen durcheinander, so dass die Zweitplatzierten in allen Tänzen (nach Geschners) völlig entsetztem Blick und auch völlig verkehrt alle Sechsen sahen. Nach Turnierende wurden die Beiden etwas verunsichert bei der Turnierleitung vorstellig und baten: „Wir würden gern aufsteigen und gleich in der Senioren II A mittanzen.“ Beide Wünsche wurden sehr gern erfüllt und führten Winterfeldts im ersten A-Turnier sofort über weitere drei Runden bis ins Finale. So haben alle Paare wettermäßig ein traumhaftes schönes Wochenende verpasst, dafür hoffentlich schöne Turniereindrücke, Fotos oder neue leistungssteigernde Bekleidungsteile von EST-Dancewear oder Tanzsportbedarf Meyer mit nach Hause genommen. Alle Ergebnisse und einen Medaillenspiegel gibt’s im Netz gratis dazu: http://www.rotgoldmeissen.de/cms/index.php?page=272 UTR   Ulrich Trodler Fotos: Fa. Brunner - Pokal des 5. SSWE - Sen B/SLatein v. l. n. r.: 1) Wießner-Drude, Clemens - Wießner, Nataly (TSZ Phönix e. V. Berlin); 1) Weigel, Roberto - Höchsmann, Cordula (Tanzsportclub Serenade Dresden e.V.); 2) Rodewald, Jürgen - Rodewald, Kathrin (TSV Schwarz-Gelb Wittenberg 1957); 3) Bauknecht, Alexander - Weber, Gyöngyi (TSC Phoenix e.V., Frankfurt); 4) Müller, Ralph - Müller, Kerstin (Tanzsportzentrum Blau Gold Berlin e.V.); 5) Arentz, Uwe - Arentz, Andrea (TSC Excelsior Köln e.V.) - Senioren I S Standard  v. l. n.r.: 1) Seeger, Stefan - Griesmann, Sabine (Tanzsport-Club Alemana Puchheim e.V.); 2) Weigel, Roberto - Höchsmann, Cordula (Tanzsportclub Serenade Dresden e.V.); 3) Weidner, Mario - Weidner, Susanne (Tanzsportclub Serenade Dresden e.V.); 4) Kraus, Werner - Uhrmacher, Elisabeth (TSC Aktiv Wien) - mit den Siegern Latein Senioren I S: Weigel, Roberto - Höchsmann, Cordula
Tanzspiegel 06/11