
Festrede des Präsidenten Dietrcih Rupp

Dr. Horst Galle und seine Frau Heidrun

Ehrenmitglieder des LTVS Rolf Herrmann und Dr. Horst Galle

Erinnerungen austauschend, Schatzmeister Gerhard Oehmig und Sabine Herrmann

Gerhard Oehmig und seine Frau Elke

Der Vize Gerd Zeiss mit seiner Frau Dagmar

Die Jugendwartin Jana Otto mit dem Fotografen Hartmut Herzberg

Ehrenmitglied des LTVS Michael Hölschke mit seiner Frau Renate

Ursula und Dietrich Rupp

Sabine und Rolf Herrmann
20 Jahre Landestanzsportverband Sachsen oder was ich schon immer mal von Euch wissen wollte:
Am 20. November trafen sich die Präsidiumsmitglieder zur Jubiläumssitzung in der Churfürstlichen Waldschänke Moritzburg. In der Einladung dazu hieß es: „ Wir können mit Stolz auf die 20-jährige Entwicklung zurückblicken und das soll auch würdig gefeiert werden. Deshalb wollen wir uns nach getaner Arbeit gemeinsam mit unseren Ehepartnern, die ja keinen unbedeutenden Anteil an unserer Ehrenamttätigkeit haben, sowie unseren Ehrenmitgliedern und Ehefrauen gemütlich zusammenfinden“. Dieser Einladung folgten wir gern.
Ein kleiner Exkurs in die Geschichte der unmittelbaren Umgebung soll gestattet sein: Nach Herzog Moritz, der sich 1542 nahe seiner Residenz Dresden ein Jagddomizil errichtete, ist das wohl schönste Wasserschloss Sachsens. Ab 1723 lässt Kurfürst August der Starke unter Leitung von Matthäus Daniel Pöppelmann – bekannt als Architekt des Dresdner Zwingers-das Schloss prachtvoll umbauen, um einen angemessenen Rahmen für seine rauschenden Feste zu schaffen. Inmitten einer weitläufigen Teich-und Parkanlage entstand ein viertürmiges Barockjuwel, dessen Pracht sich in künstlich angelegten Teichen anmutig widerspiegelt. Als zauberhafte Kulisse diente dieses Schloss dem legendären Märchenfilm „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“. Eine der bedeutendsten Jagdtrophäensammlungen Europas ist heute nur einer der Schätze von Schloss Moritzburg. Widmen wir uns nun der jüngeren Geschichte, zu der ich die Präsidiumsmitglieder befragt habe.
Dietrich Rupp und weitere Gründungsmitglieder gaben mir bereit willig Auskunft: Seit weit mehr als 20 Jahre engagiert Ihr Euch ehrenamtlich für den Tanzsport. Ihr seid die Geburtshelfer des Landestanzsportverbandes Sachsen. Wann und wo fand die Gründungssitzung statt?
D. R.: Die Gründungsversammlung fand am 29. September 1990 im Klubhaus Pentacon, in der Schandauer Str. 64 in Dresden statt.
Anwesend waren Delegierte von 32 Tanzkreisen bzw. bereits gegründeter Tanzsportvereine.
Was hat Euch vor 20 Jahren bewogen, mit Dietrich Rupp, Gerhard Oehmig, Gert Zeiss, Horst Galle, Rolf Herrmann und Dieter Matzke den Landestanzsportverband Sachsen zu gründen? Wer war der Hauptinitiator, der Motor Eurer Truppe?
Nach der Maueröffnung gab es erste Kontakte mit dem DTV. Ziel war zuerst die Bildung eines ATV der DDR (Amateur-Tanzsportverband), der unabhängig vom Zentralhaus für Kulturarbeit und einheitlich für alle DDR-Bezirke wirksam werden sollte. Initiator war Arno Hoock, bisher zuständig für internationale Kontakte in der ZAG (Zentrale Arbeitsgemeinschaft) Turniertanz. Relativ eng involviert waren die damaligen BAG-Vorsitzenden Galle, Rupp, Schmiede, Zeiß. Einen Satzungsentwurf gab es. Da wir alle schon ehrenamtlich im Turniertanz steckten, gab es eigentlich keinen neuen Beweggrund. Wir wollten, dass es weitergeht. Nach der Volkskammerwahl am 18.03.1990 zeichnete sich die Länderstruktur ab, so dass der ATV aufgegeben wurde und die Gründung von Landesverbänden begann. Diese Aufgabe formulierte auch der DTV-Hauptausschuss, der im Frühjahr 1990 in Ost-Berlin (Hotel Unter den Linden) tagte. Dort sind Arno Hoock und ich (D. R.) als Gäste zeitweise dabei gewesen. Unsere Patenländer waren Bayern und Baden-Württemberg. Insbesondere Bayern (LTV-Präsident Guido Malfatti) hat uns bei der Erarbeitung erforderlicher Dokumente unterstützt. Diese Arbeiten haben Horst Galle, Ditrich Rupp und Gert Zeiß gemeinsam erledigt. Ich entsinne mich,
a) wie wir in der Nähe des Flughafens Dresden in einem Hotel mit Herrn Malfatti besprochen haben, was und warum in einer Satzung stehen muss
b) wie wir z.B. Gerts Wohnung mit zerschnittenen Mustersatzungen und zusammengeklebten Entwürfen dekoriert hatten.
Hauptinitiator: ich weiß nicht.
Gerhard Oehmig: Die meisten Aktivitäten gingen wohl vom ehemalige BAG-Vorsitzenden, Dietrich Rupp, aus. Nach 28 Jahren aktiven Turniertanzens und acht Jahren Vereinsvorstand, lagen mir der Fortbestand und die weitere Entwicklung des Turniertanzes in Sachsen am Herzen.
D. R.: für die drei Funktionen, Vorsitzender, 1. Stellvertreter und 2.Stellvertreter/Sportwart, wollten wir kandidieren. Die Gründungsversammlung sollte entscheiden, wer Vorsitzender sein soll. Der mit der zweithöchsten Stimmenzahl wurde 1. Stellvertreter usw.
Für die anderen Funktionen hatten wir dank der Vorgespräche Kandidaten, die alle bestätigt wurden.
Wo gab es Hindernisse oder Schwierigkeiten?
D. R.: das ist heute schwer zu rekapitulieren. Ich hatte in Abwicklung meines Arbeitgebers zum 30.06.1990 eine Rechenstation aufzulösen und die Arbeitsräume frei zu räumen. Mit einer Übergangszeit bis 30.09.1990 hatte ich danach erst einmal kein Telefon und keine Arbeit, eine Umschulung stand an.
G.O.: Direkte Hindernisse sind mir nicht in Erinnerung. Die Schwierigkeiten lagen meines Erachtens in den neuen Strukturen und den Finanzierungsmöglichkeiten. Der Wechsel von der Kultur, als Träger in der DDR, zum Sport, waren wahrscheinlich die markantesten Änderungen.
G. Z.: Schwierigkeiten bestanden u. a. bei der technischen Ausrüstung für die Verbandsarbeit. So bekamen wir einen dringend benötigten Kopierer geschenkt, der unsere Arbeit wesentlich erleichterte. Positiv für die Arbeit im neu gegründeten LTVS wirkte sich aus, dass Dr. Horst Galle, Gert Zeiß und Dietrich Rupp (Nachfolger für Herrn Baumgart als Leiter der Bezirksarbeitsgemeinschaft Turniertanz in Dresden) in Sachen Leitungstätigkeit auf dem Gebiet Turniertanzsport schon gewirkt hatten.
Wer waren Eure Berater und von wem gab besondere Unterstützung und in welcher Form?
G.O.: Unterstützung kam vor allem vom Bayerischen Landesverband, wobei es hier vorwiegend um die tanzsportlichen Belange ging. In meinem Ressort, dem Finanzsektor, war mehr oder weniger die eigene Intuition gestützt durch diverse Fachbroschüren gefragt.
G. Z.: vom Landestanzsportverband Bayern, mit dem damaligen Präsidenten Malfatti und dem damaligen Jugendwart Kurt Haas.
D. R.: Mir fällt da sofort ein: Von Baden-Württemberg bekamen wir nach der Gründung Kopierer und Faxgerät, die dann erst einmal bei mir standen.
Was würdet ihr heute anders machen?
D. R.: Ich wüsste nicht.
G. O.: Nichts.
Warum überhaupt ehrenamtliches Engagement? Schließlich habt ihr Beruf, Familie, langt das nicht? Ihr seid wohl nicht ausgelastet?
G. O.: Keinesfalls, aber wer einmal gesellschaftlich engagiert war, den lässt das nicht mehr los.
D. R.: An den Aufgaben wächst man und wenn es keine Beweggründe dagegen gibt, bleibt man einfach, solange man akzeptiert wird und die Arbeit bewältigt werden kann.
Wer sich zu viele Gedanken macht und an sich zweifelt, wird schwermütig oder anders psychisch krank.
G. Z.: Es gibt einen schönen Ausspruch für die Tätigkeit eines Menschen, den ich 1991 von einer Führungskraft der Deutschen Bank im Rahmen meiner beruflichen Tätigkeit genannt bekam -
„Nicht Indianer sondern Häuptling sein!“. Das bedeutete für mich u. a. im Bereich Turniertanz mit bei der Planung und Gestaltung bzw. Umgestaltung tätig zu sein.
Mit der Gründung des TK Orchidee Chemnitz im Jahr 1966 wurde ich als Vorsitzender des Vereins gewählt und in dieser Funktion Mitglied der Bezirksarbeitsgemeinschaft Turniertanz Karl-Marx-Stadt. So wuchs ich neben meiner beruflichen Tätigkeit und meinem Studium in die organisatorische Arbeit des Turniertanzsports hinein. Und dies, obwohl ich mit meiner Ehefrau Dagmar von 1966 bis 1986 selbst aktiv Turniertanzsport betrieben habe. 1986 übernahm ich die Funktion als Vorsitzender der Bezirksarbeitsgemeinschaft Turniertanz Karl-Marx- Stadt und erhielt 1988 die Berufung als Mitglied der zentralen Arbeitsgemeinschaft Turniertanz der DDR. Darüber hinaus bin ich seit 1969 als Wertungsrichter für Turniertanz tätig und besitze seit 1986 die Turnierleiterlizenz.
Es war und ist nicht immer leicht, alle diese ehrenamtlichen Tätigkeiten erfolgreich auszuüben. Hierfür benötigt man häufig das Verständnis und die Unterstützung durch die Familie.
Und hier melden sich unsere Jüngeren zu Wort: Gunnar Lippmann: Ich gebe einiges von dem zurück, was ich erhalten habe. Es ist auch Befriedigung, wenn die Dinge laufen und man seinen Teil dazu getan hat. Und es ist Ehrgeiz, das so gut hinzukriegen wie die Altvorderen, HAHAHA … ist nicht so ernst gemeint …
Jana Otto: Ich möchte und wollte gerne dem Tanzen auch nach meiner sportlichen Laufbahn treu bleiben!
Uli Herrmann: Da ichjetzt seit über 15 Jahren als Trainer arbeite, war es für mich klar, dass ich mich irgendwann einmal auch im Ehrenamt für den Tanzsport engagieren will. Und bei der „Nähe“ (Vater Rolf) zum früheren Lehrwart eine nicht unlogische Konsequenz.
Was ist besonders gut gelungen?
G. O.: Aus meiner „nichtfachlichen Sicht“, das Kadersystem, welches die Grundlagen für die erreichten sportlichen Erfolge legte.
G. L.: Dafür muss ich erst länger im Amt sein.
J. O.: Die Kommunikation zwischen Sportlern und Funktionären, (könnte aber teilweise noch besser sein).
U. H.: Die Trainer-C-Standard-Neuausbildung, mit über 40 Teilnehmern. Ein absoluter Kraftakt, da ich, bis auf wenige Ausnahmen, die Teilnehmer selber sammeln musste, und am Ende ein super Lehrgang daraus hervorging. Aber auch über die nahtlose Fortführung des Weiterbildungswochenendes für Trainer und Wertungsrichter, in dem ich maßgeblich von meinen Eltern unterstützt werde, ist hier zu nennen.
Welche Projekte stehen noch auf der To do-Liste?
D. R.:
a) neuer Landestrainer Latein muss her
b) bisherige Aufgaben Sportkoordinator sind anders zu organisieren (Vorstellung Kaderbeauftragter)
c) oder vielleicht doch eine Geschäftsstelle in Teilzeit
d) Nachfolgekandidaten finden
G. O.: Ich sehe als dringendste Aufgabe die Nachwuchsförderung.
G. L.: Der Tanzsport in Sachsen muss auf breitere Schultern gelegt werden, zu wenige Vereine liefern Nachwuchs, zu wenige Vereine betreiben echten Leistungssport mit Drang zur Deutschen Spitze, zu wenige Trainer befassen sich mit mühevoller langjähriger Nachwuchsarbeit „von der Pike an“ … leider alles Dinge, die sich vermutlich nur langsam ändern lassen und leider nicht nur von mir abhängen. Und wir dürfen die älteren Paare nicht vergessen.
Ranglisten nach Sachsen, große Turniere in Sachsen halten und/oder dazubekommen als Leuchttürme für Vereine und Paare.
Das Miteinander in Sachsen bewahren, über Altersgrenzen hinweg, leider gibt es gegenläufige Tendenzen. Auch früher (90er Jahre) konnten wir bei allen Differenzen immer einigermaßen vertraut miteinander umgehen, Ausnahmen bestätigten die Regel.
J. O.: Gerne wieder ein paar Turnierfahrten oder eine Jugendfreizeit mit den Jugendtanzsportlern machen.
U. H.: 2011 findet, so sich genügend Interessenten melden, eine Trainer-C-Latein-Neuausbildung statt, für 2012 ist eine Wertungsrichter-C-Neuausbildung geplant, die aber vom DTV noch genehmigt werden muss.
Nun ein paar ganz private Fragen, die sich nicht unbedingt auf den Tanzsport beziehen (müssen):
Was treibt Euch an?
G.O.: Der Wunsch, etwas Nützliches für die Gemeinschaft zu tun.
G. L. Ich stehe nicht gern nur dabei und lasse machen.
J.O.: Meine Familie mit meinem Mann und den Jungs.
U. H.: Nächste Frage.
Auf welche eigene Leistung seid ihr besonders stolz?
G. O.: Das sollten besser meine Präsidialkolleginnen und Kollegen beurteilen. Aber ich denke, dass ich den Finanzsektor ganz gut im Griff habe.
G. Z.: Seit der Gründung des LTVS bin ich als Vizepräsident im Präsidium tätig und immer wieder im Rahmen der Jahreshauptversammlung von den Mitgliedern neu gewählt wurden. In dieser Tätigkeit sind mir drei Dinge recht gut gelungen:
1. Als es in unseren Vereinen zu wenig anleitende Kräfte für den Tanzsport gab, habe ich Mitte der 90-ziger Jahre zweimal auf dem Rabenberg eine F-Übungsleiterausbildung organisiert und diese als Lehrgangsleiter begleitet. Leider sind von den über 30 ausgebildeten F-Übungsleitern nur noch wenige in den Vereinen aktiv tätig.
2. Als Vizepräsident des LTVS arbeite ich seit 1991 aktiv im AfBFG des DTV mit. Dabei habe ich in Abstimmung mit dem damaligen Vizepräsidenten des DTV Gelhardt, in den 90-ziger Jahren jährlich für die fünf neuen Bundesländer die “Pilotprojekte – Tanz“ nach Sachsen geholt und die damit verbundene Weiterbildung unserer F-Übungsleiter organisiert. Ziel dieser Pilotprojekte, welche vom DTV finanziert wurden, war die Anleitung der F-Übungsleiter, damit diese die neuen Tänze in den Vereinen bei den Breitensportlern unterrichten konnten.
3. Im LTVS gab es seit der Gründung nur den Bereich Turniertanz. Dies war aber leider für unsere Vereine zu einseitig angelegt. Die Palette im Tanzsport ist ja wesentlich vielseitiger. So suchte ich Personen in den Vereinen, die mich beim Aufbau des Jazz und Modern Tanzes in Sachsen unterstützten. Im organisatorischen Bereich waren es Norbert Bussejahn aus Döbeln sowie in fachlicher Hinsicht Angela Iser und Diane Kreuzberger, zusätzlich seit 2006 Kerstin Baran. So startete der LTVS 1999 mit vier Mannschaften, die am Liga – Wettbewerb teilnahmen. 2010 trat der LTVS mit 17 Wettbewerbsmannschaften in der Oberliga, Verbandsliga, Jugend- und Kinderliga an. Wichtig dabei ist, dass wir in Sachsen mehr anleitende Kräfte für JMD (Trainer C und Trainerassistenten) ausgebildet haben. 2002 nahmen an der JMD-Assistentenausbildung in Dresden 21 Teilnehmer aus Sachsen teil.
An der daran anschließenden Trainer C - Ausbildung beteiligten sich 14 Sachsen. Dabei lief nach Abstimmung mit dem JMD - Ausschuss des DTV die Vorbereitung, Organisation und Ausbildung unter der Regie des Lehrgangsleiters des LTVS. 2009 fand eine weitere Trainerassistentenausbildung JMD in Sachsen statt, an der 20 Personen aus dem LTVS teilnahmen.
Auf diese Entwicklung bin ich ein wenig stolz, da ich trotz vieler Probleme und Schwierigkeiten diese Entwicklung in Sachsen wesentlich als Verantwortlicher seitens des Präsidiums des LTVS mitbestimmen konnte und weiterhin mitbestimmen kann. Diese kleinen Erfolge sind die Antriebskräfte für meine ehrenamtliche Tätigkeit im LTVS.
Na Gert, da sind wir aber mächtig in´s Plaudern gekommen.
Und worauf seid ihr besonders solz? G. L.: Nach meinem Erstberuf auch im zweiten erfolgreich zu sein.
J. O.: Auf meine Kinder Louis und Jonas, meine Auslandserfahrung als Gästebetreuerin.
U. H.: Auf Marinas und meine Tochter.
Als Kind wolltest Du sein wie…?
G. Z.: Schon als Kind interessierte mich Musik und Tanz. So spielte ich mehrere Jahre Akkordeon und gründete während meiner Mittelschulzeit in der 10. Klasse eine Tanzgruppe.
G. O.: Ich kann mich nicht an ein Vorbild erinnern. Ich war immer mit mir selbst ganz zufrieden.
G. L.: Nicht wie irgendjemand, sondern so gut wie möglich.
J. O.: Keine Ahnung, weiß ich gar nicht mehr.
U. H.: Meine Eltern. Daran hat sich nichts geändert.
Was sagt man euch nach?
G. Z.: Mir sagt man nach, dass ich ein Kämpfer für Gerechtigkeit bin und mich auf diesem Weg von keiner Person abbringen lasse. Dabei werden meinerseits Probleme direkt und offen angesprochen.
G. L.: Frag die Anderen.
G.O.: Da solltest du besser den Buschfunk abhören.
J. O.: Ich will zu viele Dinge auf einmal erledigen, kann gut mit Kindern umgehen.
U. H.: Hoffentlich nichts Schlechtes.
Eure Stärken?
G. Z.: Meine Stärken liegen besonders im Bereich der Organisation. Das bezieht sich auf dem beruflichen, privaten und sportlichen Bereich. Dabei gelingt es mir nicht immer bei harten Auseinandersetzungen die Ruhe zu behalten. Da geht bei mir oftmals das Temperament durch.
G. O.: Ausdauer und Freude an der Arbeit.
G. L.: Da ist hier zu wenig Platz (und grient).
J. O.: Ich organisiere gerne, bin teamfähig, das sollte man in dieser Sportart unbedingt sein, kann nicht Nein-sagen oder ist das eher eine Schwäche?
U. H.: Es sind einfach zu viele, um sie hier alle erwähnen zu können.
Was magst Du an Dir weniger?
G. O.: Nichts
G. L.: Haha, netter Versuch…
J. O.: Tue zu wenig für mich selbst.
U. H.: Das sollen andere einschätzen, was sie an mir nicht mögen.
Was ist für Dich eine Versuchung?
G.L.: Schokolade, Espresso, ein guter Rotwein, eine Katze, die Reihenfolge kann wechseln
G. O.: Keine Ahnung.
J. O.: Ein Verwöhn- oder Wellnesstag, ein gemütlicher Abend.
U. H.: Ein Ball. Wenn ich einen Ball sehe, muss ich dran treten.
Mit wem würdest Du gern einen Monat lang tauschen?
G. O.: Mit niemandem.
G. Z.: Ich würde gern für einen Monat mit Michael Eichert als Sportwart des DTV tauschen, um im Bereich JMD einmal „aufräumen“ zu können. Das heißt, die eingeräumten Eigenmächtigkeiten des JMD - Ausschusses wieder abschaffen und dem Ausschuss die gleichen Rechte und Pflichten einräumen, so wie wir es im Turniertanzsport kennen.
G.L.: Mit einem Urlauber.
J. O.: Mit niemand – ich bin ich und ohne meine Familie geht es nicht.
U. H.: Mit Jeff Lynne, dann könnte ich mich mal in einem Musikstudio austoben. Ansonsten bin ich ganz glücklich dass es ist, wie es ist.
Wie kannst Du am besten entspannen?
G. O.: Bei klassischer Musik und beim Wandern.
G. Z.: Am besten entspanne ich mich bei der Gartenarbeit oder im Auslandsurlaub, wo ich so „selten“ mit Dagmar bin. (Anmerkung der Redaktion: Wenigstens dreimal im Jahr müssen wir auf G.Z. verzichten).
G.L.: Mit meinen Katzen.
J. O.: Gute Musik, Kerzenschein und einfach mal Ruhe bzw. auch mit Freunden abends einen Cocktail trinken gehen und an nichts denken zu müssen.
U. H.: Bei langen Spaziergängen.
Für welchen Künstler würdest Du viel Geld ausgeben?
G. O.: Diese Frage ist relativ zu sehen. Für ein gutes philharmonisches- oder Kammerkonzert lege ich schon mal ein paar Euro hin.
G. Z.: Eine meiner Lieblingsbands sind die Puhdys. Diese Band hat ein Stück meines Lebens in der DDR und nun in der BRD mit begleitet. Für ein Live - Konzert von M. Jackson hätte ich viel Geld ausgegeben. Leider ist das durch seinen frühen Tod nicht mehr möglich. Beeindruckt haben mich das Buch und der Film „Das Leben des Anderen“ sowie der Film über M. Jackson „This is it“. Besonders gern höre ich mir Musik aus den Ländern an, wo wir im Urlaub gewesen sind. Die Musik bringt Erinnerungen zurück und weckt gleichzeitig neue Reisewünsche.
G. L.: …wenn sie hübsch ist… aber sag´s nicht meiner Frau.
J. O.: Robbie Williams
U. H.: George Harrison, Jeff Lynne, Regina Spektor, Freddie Mercury, Montserrat Caballé und und und. Natürlich auch für Johnny Depp. Bei Freddie Mercury und George Harrison dürfte es allerdings sehr schwer werden.
Wo hättest Du gern Deinen Zweitwohnsitz?
G. O.: In der Schweiz.
G. Z.: Ein Zweitwohnsitz auf den Kanaren wäre nicht schlecht. So könnte man zwischen November und Februar der feucht – kalten Witterung entfliehen und die wärmende Sonne am Strand und in der Natur genießen.
G. L.: Teneriffa
J. O.: Sachsen, Kapstadt
U. H.: Auf einer voll ausgestatteten einsamen Insel. Nur Familie und Freunde dürften mit.
Eure Lieblingsurlaubsgegend?
G. O.: Berner Oberland.
G. L.: Teneriffa
G. Z.: Eine Lieblingsurlaubsgegend haben wir nicht unbedingt. Uns interessieren auf allen Kontinenten die Menschen, die Natur und die Geschichte des Landes. Deshalb reisen wir auch sehr gern und dabei nur selten ein zweites Mal in das gleiche Land.
J. O.: Kanarischen Inseln, Südafrika.
U.H.: Habe ich noch nicht gefunden.
Hier kannst Du Bücher empfehlen oder Deinen Lieblingsschriftsteller benennen…
G. O.: Diverse Programmierhandbücher.
G. L.: Jede Menge… gerade aktuell: Ehm Welk, Großvaters Grambauers Lebensuhr. Außerdem empfehle ich auf Anfrage gern einige Science Fiction-Bücher, die schulen die Fantasie. Außerdem hätte ich da noch ein paar Fachbücher zu Geschichte und Physik.
J. O.: Zurzeit kommt für mich nur die Zeitschrift „Eltern“ in Frage, da ich sonst kaum Zeit zum Lesen habe.
U. H.: Ich lese so selten, dass man auch nie sagen könnte. Ich mag Ephraim Kishon, ansonsten aber nur Magazine wie den Spiegel.
Welche Musik hörst Du besonders gern?
G. O.: Beethoven, Mozart, Brahms etc.
G. L.: Klassik verschiedenster Art
J. O.: Rock und Pop, alles wonach man sich tänzerisch toll bewegen kann.
U. H.: Alles. Ja, auch Klassik.
Gibt’s einen Lieblingskomponisten oder eine Lieblingsband?
G. O.: Beethoven
G. L.: ABBA
J. O.: und wieder Robbie Williams
U. H.: Siehe Künstler.
Eure Lieblingsfigur in der Geschichte?
G. O.: Da fällt mir momentan niemand ein.
G. Z.: Eine besondere Figur in der neuzeitlichen Geschichte ist für mich Michael Gorbatschow. Hat er doch mit seinen Entscheidungen wesentlich dazu beigetragen, dass wir heute wieder in einem vereinten Deutschland, mit allen Vorzügen und Nachteilen, leben können.
G. L.: Niemand bestimmtes.
U. H. Tendzin Gyatsho.
Wenn Du Dich nicht gerade dem Tanzsport verschrieben hättest, welcher Sportart hättest Du Dich sonst gewidmet?
G. O.: Eventuell Judo o. ä.
G. Z.: Bevor ich mit dem Tanzsport begonnen habe, spielte ich bereits fünf Jahre Fußball in Kinder- und Jugendmannschaften. Ohne Tanzsport hätte ich bestimmt weiter Fußball gespielt.
G. L.: Grübel, grübel, da gibt es einige, Leichtathletik hatte ich schon vorher betrieben, da fehlt mir inzwischen die Körperhöhe… wahrscheinlich irgendetwas Schnelles.
J. O.: Irgendeiner technisch-kompositorischen, wie beispielsweise dem Turnen.
U. H.: Fußball. Habe ich ja früher auch im Verein gespielt. Allerdings so erfolgreich, wie ein Fußballer tanzen würde.
Welches Projekt (politisch, sportlich…) würdest Du gern beschleunigen wollen?
G. O.: Ich wäre sehr froh, wenn sich die Entzweiung in unserer Gesellschaft stoppen ließe.
G. Z.: Wenn ich die Möglichkeit hätte, würde ich auf sozial - politischem Gebiet unverzüglich die noch bestehenden Unterschiede in der BRD zwischen Ost und West abschaffen. Das bezieht sich besonders auf die Gebiete Einkommen (Löhne, Gehälter, Renten usw.) und Ausgaben (Strom, Wasser, Abwasser u.ä.). Alles unter der Losung: „Deutschland einig Vaterland“.
G. L.: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit Ost-West.
J. O.: Einen neuen Job zu finden, nicht mehr nur Mutter zu sein, sondern wieder mich selbst zu verwirklichen.
U. H.: Dass die Schulen besser mit den Vereinen zusammenarbeiten würden, statt sich im Sumpf der Ganztagsangebote selber zu verstricken und damit den Sport und seine Vereine zu schwächen. Allerdings glaube ich eher nicht daran, dass sich Entscheidendes verändert. Leider haben wir als Verband offensichtlich keine Lobby im Ministerium für Kultus oder sonst wo.
Wem würdest Du mit welcher Begründung einen Orden verleihen?
G. O.: Unserem Präsidenten, für seinen unermüdlichen Einsatz für die Entwicklung des Landestanzsportverbandes.
G. Z.: Ich habe es bedauert, dass nicht der Bürgerrechtler Joachim Gauck als Bundespräsident gewählt wurde. Er war einer der Aktivisten beim friedlichen Aufstand 1989 in der DDR und hat auf der Straße die Freiheit für die Menschen in der DDR eingefordert. Das wäre für mich eine wertvollere Auszeichnung eines verdienstvollen Menschen gewesen, als dass er einen Orden umgehängt bekommt.
G. L.: Gehe in ein Krankenhaus mit Todeskandidaten, die trotzdem leben wollen und dafür kämpfen, da gibt es genug Orden zu verleihen.
J. O.: Meiner Mutter, da sie, wie ich denke, eine tolle Frau und gute Mutter aus mir gemacht hat.
U. H.: Meinen Eltern, für ihre unermüdliche Aufopferung (sowohl privat als auch in anderen Dingen), ihre Liebe und die viele Zeit, die sie sich trotz aller beruflichen Strapazen für meine Schwester und mich genommen haben. Meine Schwester und ich hatten und haben eine sensationelle Familie. Liebe Eltern - danke dass ihr mich ertragt. Marina würde auch einen Orden bekommen. Für die Liebe und Geduld mit unserer Tochter und mir.
Und zum Abschluss (D)eine Lebensweisheit…
G. O.: „Nimm dir Zeit für deine Freunde, sonst nimmt die Zeit dir deine Freunde“.
G. Z.: Meine Lebensweisheit lautet: „Niemals aufgeben, Unrecht bekämpfen und Recht einfordern!“
G. L.: Dafür bin ich noch nicht alt genug.
J. O.: „Lebe deinen Traum und träume nicht dein Leben!“
U. H.: Ich glaube, dass ich zu jung für Lebensweisheiten bin. Frag mich bitte in 100 Jahren wieder.
Vielen Dank für´s Gespräch! Dass wir bei diesen Gesprächen viel gelacht haben, trotz der ernsten Inhalte, versteht sich von selbst.
Die Jubiläums-Präsidiumssitzung war gelungen, die anschließende Feier ebenso, wie eine kleine Auswahl an Fotos zeigt. Erinnerungen wurden ausgetauscht, vor allem mit Sabine und Rolf Herrmann, Horst Galle und seiner Heidrun sowie mit Michael und Renate Hölschke. Die Gespräche gingen bis weit nach Mitternacht. Und es darf nicht unerwähnt bleiben, dass unser Ehrenmitglied Michael Hölschke an diesem Tag für sein jahrzehntelanges Engagement mit dem Joker für´s Ehrenamt geehrt worden ist. Das Sächsische Staatsministerium für Kultus zeichnet jährlich in einer feierlichen Veranstaltung seit 1995 verdiente Ehrenamtliche im Sport aus. Stellvertretend für über 80.000 Ehrenamtliche im Sport werden 50 Bürger auf Vorschlag von Vereinen und Verbänden mit dem »Joker im Ehrenamt« gewürdigt. Sie leisten als Fuktionäre, Übungsleiter, Kampfrichter, Vereinsmanager und Jugendleiter eine unverzichtbare Arbeit für das Gemeinwohl. Der Preis des »Jokers« ist nach der vielseitig einsetzbaren Spielkarte benannt. Wir gratulieren!
Jetzt blicken wir in die Zukunft und sind gespannt, auf die Arbeit der nächsten kommenden zehn Jahre und wünschen allen Beteiligten gutes Gelingen bei unseren Vorhaben.
Text und Fotos: Heike Herzberg