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Siegerehrung - Marco Sietas (IDSF-Sportdirector und Chairman) Ulrike Gerk (TSZ Dresden) Stanislaw Tillich (Sachsens Ministerpräsident) Tassilo und Sabine Lax (2.) Stefano Bernadini und Stefania Martinelli (1.) Slawek Lukawczyk und Edna Klein (3.)

IDSF Weltmeisterschaft der Senioren I S Standard im Elbflorenz

Siegerehrung - Marco Sietas (IDSF-Sportdirector und Chairman) Ulrike Gerk (TSZ Dresden) Stanislaw Tillich (Sachsens Ministerpräsident) Tassilo und Sabine Lax (2.) Stefano Bernadini und Stefania Martinelli (1.) Slawek Lukawczyk und Edna Klein (3.)

Die Weltmeister Stefano Bernadini und Stefania Martellini (Italien)

Die Vizeweltmeister Tassilo und Sabine Lax

Die WM-Dritten Slawek Lukawczyk und Edna Klein (Belgien)

Burkhard Diestel, Iran Khadjeh-Nouri, Dietrich u. Ursula Rupp, Sabine und Tassilo Lax, Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich und Gattin, Asis Khadjeh-Nouri (v.l.n.r.)

Asis Khadjeh-Nouri bei der AWARD-Übergabe durch Laudatorin Sibille Vinzens

Seit Jahren findet die Welttanzgala in Dresden vor ausverkauftem Hause statt, auch zum Leidwesen von Fans, die sich erst kurz vor der Veranstaltung um Karten bemühten. Das Tanzsportzentrum Dresden hat als Austragungsort das Internationale Congresscenter gewählt, ein Ort in dem es jährlich eine Welttanzgala gibt, vor einem tanzbegeisterten Stammpublikum. Seit Monaten waren keine Karten mehr erhältlich. Wie der DTV-Präsident Franz Allert in seinem Grußwort schon zum Ausdruck brachte, bewegen sich die Senioren I seit vielen Jahren auf einem absoluten Spitzenniveau. Davon konnten sich die tanzbegeisterten und vor allem fachkundigen Zuschauer überzeugen. Dass diese Weltmeisterschaft auch auf politischer Ebene Anerkennung findet zeigt sich darin, dass der sächsische Ministerpräsident, Stanislaw Tillich, die Schirmherrschaft übernommen hat. Mittlerweile fand nun die zweite Weltmeisterschaft in Sachsen statt, nach Leipzig die erste in Dresden und das, wie der Turnierleiter Franz Allert feststellte, fast taggenau zum 20-jährigen Bestehen des Landestanzsportverbandes Sachsen am 29. September. Nicht nur die aus dem In-und Ausland angereisten Fans und Zuschauer waren gespannt, wie sich am Ende des Abends das Finale zusammensetzen wird, ganz besonders das Dresdner Publikum, die Mitglieder des Tanzsportzentrums Dresden und die Präsidiumsmitglieder des LTVSachsen. Von den 42 Paaren aus 24 Nationen waren zur Eröffnung der Abendveranstaltung im Rahmen eines festlichen Balles, noch die besten 24 Paare zu erleben. Den nochmaligen Einmarsch der Nationen begleiteten Studenten der Modefachschule Dresden. Die angehenden Modedesigner zeigten mit Schwarz-Weiß-Kontrasten, Materialveränderungen-und Entfremdungen sowie Abstraktionen, Kunst an ihren Kostümen und Kopfschmuck. Eine recht originelle Idee, die mit viel Beifall honoriert wurde und den Studenten eine Plattform bot, um ihr Können einer völlig anderen Interessengruppe zugänglich zu machen. Während des Turniers gab Franz Allert, dem Publikum interessante Informationen zum Turniertanzsport. Charmant führte er durch den Abend und ließ es sich nicht nehmen, mit viel Witz Wissenswertes zu vermitteln. So erklärte er unter anderem die drei unabdingbaren „K“ im Tanzsport: Konzentration, Koordination und Kondition. Ein Herr am Nachbartisch, selbst noch aktiver Tänzer, ergänzte das vierte „K“: „und Kohle“. Gemeint waren hier ganz offensichtlich die Finanzen. Franz Allert hob besonders die Leistungen der sächsischen Paare im Turniertanzsport hervor, die Vielzahl der errungenen WM-Titel und seine (google) - Recherche über den Tanzsport in Dresden habe 27.000 Einträge ergeben. Da zeitgleich in Ludwigsburg die EM (Standard – Formation) stattfanden, wurden Grußbotschaften mittels Applaus hin-und hergesandt. Nach dem Blackpoolsieg von Tassilo und Sabine Lax, dem 2. Platz bei der GOC waren mit Sicherheit alle gespannt, wie die WM unter den Favoriten des Abends ausgehen wird. Drei Paare lagen von Anbeginn gleich auf. 1. Stefano Bernardini/Stefania Martinelli - Italien (6,0) Die Sieger in dem engen Dreikampf an der Spitze mit LU und Lax, haben sich von Runde zu Runde gesteigert und sich am Ende mit einer guten Performance und vier gewonnenen Tänzen durchgesetzt. Besonders stark sind die schnellen Tänze, Tango und Quickstep, in denen beide ihr gesamtes Potential abrufen können. Die Rückwärtsbewegungen im Langsamer Walzer, Slowfoxtrott und Wiener Walzer sind nicht immer gut genug koordiniert und verhindern häufig einen sanften und kontinuierlichen Bewegungsablauf. Dennoch Glückwunsch an die neuen Weltmeister. 2. Tassilo und Sabine Lax - Deutschland (9,0) Die Publikumslieblinge des Abends machten es den Wertungsrichtern wirklich schwer und mussten sich am Ende knapp geschlagen geben. Mit eleganten Körperlinien und Musikalität gelang es ihnen die Tänze in ihrer Charakteristik auf hohem Niveau souverän darzustellen. Mit Beginn der Vorrunde bis zum letzten Tanz des Finales setzten sie sich großartig in Szene, ohne dabei zu übertreiben. Konditionell waren beide auf dem Punkt topfit, hielten bis zum letzten Tanz durch und erhöhten so den Druck auf die Konkurrenz enorm. Jedoch auch hier, wie beim Sieger, muss an den Rückwärtsbewegungen weiter gearbeitet werden, um ihr hochgestecktes Ziel zu erreichen. Insgesamt ein hervorragendes Turnier der beiden. Glückwunsch! 3. Slawek Lukawczyk/Edna Klein – Belgien (16,0) Sicherlich ein etwas enttäuschter Mitfavorit, der sich bei diesem Kampf um die Weltmeisterkrone mehr erhofft hatte. Dazu reichte aber an diesem Abend die gezeigte Leistung nicht aus. Sehr überraschend waren klare konditionelle Mängel, die technische Schwächen offenbarten. Dadurch war es auch nicht mehr möglich über vier Runden die charakteristischen Körperlinien zu halten. Dieser Umstand war mit Sicherheit am Ende ein ausschlaggebendes Kriterium für den klaren dritten Platz. Ich habe die beiden aber auch schon viel besser gesehen und mit Sicherheit wird man mit ihnen in Zukunft wieder rechnen müssen. 4. Mirko Francesconi/Milena Cervelli – Italien (20,5) Ein sehr attraktives zweites italienisches Paar, das einen sehr positiven Eindruck hinterlassen hat. Souverän zogen sie ins Finale ein, jedoch kam ihr tänzerisches Vermögen an diesem Abend nicht ganz an die ersten drei Paare heran. Besonders der Wiener Walzer fiel etwas von der guten Gesamtleistung ab. Bei weiterer tänzerischer Entwicklung wird dieses Paar jedoch höhere Plätze beanspruchen wollen. Zurecht ! 5. Pierre Payen/Isabelle Reyjal – Frankreich (25,0) Ein recht ausgeglichenes und solides Paar aus Frankreich. Sie kamen sicher auf den fünften Platz im Finale und zeigten eine gute Leistung. Manchmal musste man die Beiden auf der Fläche suchen, da sie etwas unauffällig wirken. Ein stärkeres Volumen und mehr Dynamik in ihren Bewegungen würde ihnen optisch einen besseren `Look` verleihen. 6. Petr Palat/Hana Palatova - Tschechische Republik (28,5) Ein elegantes Paar aus Tschechien, das als Sechster das Finale erreichte. Ihre Bewegungen wirken bei ihrer Größe souverän und eindrucksvoll. Besonders im Langsamen Walzer und Slowfoxtrott tanzten beide sehr harmonisch und tänzerisch überlegen. Im Tango und Quickstep jedoch fehlte die nötige Spritzigkeit und Technik, was deutliche Mängel offenbarte. Somit geht der sechste Platz in Ordnung. Schade, dass es unserem zweiten deutschen Paar, Jörg und Ute Hillenbrand (Platz 7), nicht gelungenen ist, ins Finale einzuziehen. Die Siegerehrung nahmen Stanislaw Tillich, der Ministerpräsident Sachsens, und der IDSF – Sportdirector, Marco Sietas, vor. Der Ministerpräsident würdigte die Leistungen: „ Das war Spitzensport auf höchstem Niveau, einfach Extraklasse!“ Marco Sietas bot mir zwischen Redance und der Abendveranstaltung die Möglichkeit, mit ihm ins Gespräch zu kommen: Mittlerweile ist er zum zweiten Mal in Dresden, erstmals vor zwei Jahren zu „Saxonian Ten Dance Cup“. Er hat Dresden in sehr guter und vor allem angenehmer Erinnerung. Er bezeichnet die Turnierstätte, das ICC, als einen Austragungsort „ mit tollem Ambiente, einfach traumhaft.“ Tags zuvor hatte er sich vor Ort davon überzeugen können, dass alles bestens vorbereitet war, die Akustik stimmig ist, alle Fahnen der teilnehmenden Nationen vorhanden sind und betonte, „ dass vom ersten Moment an alles perfekt lief, alle Informationen und Organisationsabläufe klar strukturiert waren. Selbst Probleme, wie die kurzfristige Absage des chinesischen Wertungsrichters wegen des fehlendem Visum und der dafür angedachte kroatische Wertungsrichter wurden unkompliziert gelöst. Die kurze Verbindung und enge Nahtstelle zu Asis Khadjeh-Nouri brachten in Merle Klandorf aus Estland die Rettung. Der Veranstalter leistete eine wahnsinnig gute Arbeit und von der sportlich technischen Seite her bin ich sehr zufrieden. Dies ist eine Veranstaltung auf ganz hohem Niveau. An dieser Stelle gilt mein Dank dem DTV, dem LTV Sachsen, vor allem aber dem TSZ Dresden, Margot Hoffmann, Ulrike Gerk, mit seinen unzähligen Helfern, für diese wunderschöne Ballveranstaltung mit einem sehr guten Rahmenprogramm. Und noch etwas: Der DTV ist der einzige Verband in der Welt, der eine Veranstaltung wie diese WM alleine durchführt, ohne diese mit anderen Turnieren zu schachteln. Kompliment für einen reibungslosen Ablauf und ein hervorragendes Management. Ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass in Dresden auch andere internationale Großveranstaltungen ausgetragen werden.“ Sehr gern greifen wir diesen Vorschlag vom IDSF-Sportdirektor auf und bedanken uns für dieses Vertrauen. Die Lateinformation von Residenz Ludwigsburg bot äußerst eindrucksvoll mit ihrer temperamentvollen Choreografie die gesamte Bandbreite der Lateinamerikanischen Tänze dar. Die Zuschauer nutzten jeden Takt des Publikumstanzes nach den Klängen der Livekapelle Dresdner Galaband. Mit einem abwechslungsreichen Buffet des Maritim-Hotels wurden die Gäste kulinarisch verwöhnt. Der festlich geschmückte Saal ermöglichte angenehme Stunden an der Elbe mit dem berühmten Canaletto-Blick. „Die Veranstaltung mit Ball war richtig edel und chic, hier stimmte einfach alles“, so ein begeisterter Zuschauer auf dem Nachhauseweg. Zum Publikumsliebling des Abends wurden Tassilo und Sabine Lax gewählt. Beide standen mir für ein kurzes Gespräch nach dem Turnier zur Verfügung. „ Diese WM war der bisherige Höhepunkt in unserem tänzerischen Leben. Wir hatten den Kopf frei und haben noch immer genügend Energie und viel Kraft und Luft nach oben. Wir hatten richtig viel Spaß vor heimischer Kulisse zu tanzen. Danke an unsere Freunde und Bekannte, die vielen fleißigen Helfer, insbesondere unserer Mutter. Besonders schön war für uns, dass alle Anwesenden unserem Wunsch entsprochen haben und in Ballkleidung erschienen sind. Wir werten das als Respekt vor der dargebotenen Leistung. Wir wurden ganz liebevoll betreut und umsorgt. Vizeweltmeister zu sein hat den Vorteil, „Jäger“ sein zu können. Wir wollen noch mehr erreichen. Das wir das können, bestätigt uns Asis, der mit unserem Tanzen extrem zufrieden war.“ Im Anschluss an die Weltmeisterschaft wurde zum dritten Mal der Werner & Elfriede Graf AWARD verliehen. Mit diesem AWARD wird das Engagement des Dresdner Tanzehepaares geehrt, die mit dem bekannten „Dresdner Tanzfestival“ im Kulturpalast Dresden über viele Jahre hochklassigen und vor allem internationalen Spitzentanzsport nach Dresden gebracht haben. Dieser AWARD wird an Personen verliehen, die sich auf Grund ihrer besonderen Persönlichkeit und Leistungen im und um den Tanzsport verdient gemacht haben. Aus den Händen von Rainer und Ines Graf, die den AWARD zu Ehren ihrer Eltern übergaben, nahm Asis Khadjeh-Nouri diese Auszeichnung entgegen. Die Laudatorin, Sibille Vinzens (Deutsche Vizemeisterin Senioren I 10 Tänze) hob seine außergewöhnlichen Leistungen in seiner aktiven Tanzkarriere, erst mit seiner Schwester Iran Khadjeh-Nouri und später mit Andrea Kiefer, hervor. Er kann auf eine Vielzahl nationaler und internationaler Titel verweisen, zunächst als Amateur und später als Professional. Als Landestrainer in Sachsen, nunmehr schon seit 15 Jahren und Mitglied im Bundestrainerteam, ist er auch im Ausland sehr gefragt und gibt nicht nur sein Wissen an den Nachwuchs weiter, sondern auch an Spitzenpaare im In-und Ausland, die auf eine Vielzahl von nationalen und internationalen Titeln verweisen können. Herzlichen Glückwunsch! Das Medienecho nach der WM war groß, so berichteten die auflagenstärksten Zeitungen in Dresden, wie z. B. die SZ (Sächsische Zeitung), die Dresdner Neuesten Nachrichten und Morgenpost, ebenso der Fernsehsender mdr im „Sachsenspiegel“ und „Sport im Osten“ über die WM.  

Sen I S Standard

1. Tassilo Lax / Sabine Lax - Tanzsportzentrum Dresden (5)

2. Rene Seyboth / Heike Seyboth - STK Impuls Leipzig   (10,0)

3. Uwe Richter / Katja Richter - Tanzsportklub Residenz Dresden (18,0)

4. Jürgen Kosch / Katrin Kosch - ATC Graf Zeppelin Friedrichshafen (18,0)

5. Kai Schönherr / Silke Ludwig - TK Orchidee Chemnitz  (27,0)

6. Wolfgang Koschier / Birgit Fehrmann-Koschier - TSC Maingold-Casino,Offenbach (27,0)

 

Das Finale:

1. Stefano Bernardini/Stefania Martinelli - Italien (6)

2. Tassilo und Sabine Lax - Deutschland (9)

3. Slawek Lukawczyk/Edna Klein – Belgien (16)

4. Mirko Francesconi/Milena Cervelli - Italien) (20,5)

5. Pierre Payen/Isabelle Reyjal - Frankreich) (25)

6. Petr Palat/Hana Palatova -Tschechische Republik (28,5)

 

Die Wertungsrichter:

Boris Popov - Russland

Merle Klandorf –Estland

Marie Dvorakova –Tschechische Republik

Sanna Hento – Finnland

Bernhard Zirkler – Deutschland

Tommy Shaughnessy – Irland

Giancarlo Barbieri – Italien

Ferran Rovira – Spanien

Maja Serve – USA

 

Die Turnierleitung:

Franz Allert - Turnierleiter

Dr. Horst Galle – Beisitzer

Eberhard Korn – Protokollführer

Andreas Neuhaus – Protokollführer

Stephan Rath – Protokollführer

Marco Sietas –Chairman

  Heike Herzberg Asis Khadjeh-Nouri   alle Fotos: Prof. Dr. Helmut Roland WWW.SPORTEVENT-PHOTOGRAPHY.DE
Tanzspiegel 11/10