
Mitten in den Vorbereitungen auf das Jubiläums-Wochenende „25 Jahre STK Impuls Leipzig“ mit einem Treff der „Ehemaligen“ am 23. April, einer Tanz-Gala mit den Welt- und Europameistern Benedetto Ferruggia und Claudia Köhler am 24. April und dem 25. „Messemännchen“-Turnier am 25. April möchte ich euch einige Fragen stellen.
Was heißt eigentlich STK?
Sabine und Rolf: als wir den Tanzkreis (so hieß das damals) Anfang 1985 gründeten, nannten wir ihn „Schüler-Tanzkreis Impuls Leipzig“. Als wir ihn 1990 beim Amtsgericht als Verein anmeldeten, dann nur als „STK“ – und dieses STK ist deutbar als Schüler-, als Sport-, ja auch als Senioren-Turniertanzklub, je nach Alter.
Wie viele Mitglieder hattet ihr 1985, wie viele sind es jetzt?
Sabine und Rolf: Bei Gründung waren es fünf Erwachsene, also der Vorstand und zwölf Paare bis 14 Jahre (tatsächlich nur Paare, da die Anfänger in einer Arbeitsgemeinschaft des Energiekombinates Leipzig übten und nicht dem STK angehörten); jetzt sind es 161 Mitglieder in der Altersspanne von vier bis 79 Jahre, vom Kindergartenalter bis zur Gruppe von Frauen über 60. Zu Beginn war es nur aktiver Turniertanz – jetzt sind wir breiter aufgestellt, leider in den Relationen zu „Lasten“ des Turniertanzes.
Wart ihr selbst aktiv?
Rolf: ich habe während des Studiums in Leipzig bei Seiferts im Jugendtanzkreis angefangen und nach dem Studium dort auch Sabine kennengelernt. Für Grün-Gold Leipzig haben wir aktiv getanzt, in der Sonderklasse elf Jahre lang.
Sabine: Besonders schön waren die sechs Siege hintereinander vor dem Aufstieg von der A in die S und die tollen Mannschaftsreisen nach Polen, Ungarn und in die CSSR.
Ihr seid jetzt Rentner, was wart ihr eigentlich von Beruf?
Sabine: gelernte Bankkauffrau, später Sachbearbeiterin Information und Dokumentation, nach der Wende Sportkoordinatorin im Landestanzsportverband.
Rolf: Diplomjournalist, 27 Jahre Sportredakteur, nach der Wende im Landessportbund Referent für Öffentlichkeitsarbeit.
… und im Ehrenamt?
Sabine: seit Gründung des STK Impuls 1985 Sportwartin, seit Gründung des TK Blau-Gold Leipzig 1990 Schatzmeisterin und bin nun in beiden Vereinen bis 2013 wieder gewählt.
Rolf: seit Gründung des STK Impuls 1985 Präsident, seit Gründung des TK Blau-Gold Leipzig 1990 Sportwart, in beiden Vereinen bis 2013 ebenso wieder gewählt. Mit Gründung des LTVS 1990 war ich bis 2007 Lehrwart. Von 1968 bis 1986 Präsidiumsmitglied des Sportjournalisten-Verbandes der DDR.
Worauf seid ihr als Trainer besonders stolz?
Sabine und Rolf: Auf die zwei „Grünen Bänder“ als jeweils bester deutscher Verein eines Jahres im Turniertanz-Nachwuchsbereich. Eine solche Auszeichnung hat noch kein anderer Verein in den „neuen“ Bundes-Flächenländern. Wir waren in Sachsen jeweils der erste Verein, der einen Deutschen Meister gestellt hat, der ein Jugendpaar in ein Finale einer „Deutschen“ gebracht hat, der ein Paar in einem Finale einer „Deutschen“ der Hauptgruppe hatte, der ein Paar zu einer WM gebracht hat, der eine „Deutsche“ ausgerichtet hat. Wir waren der erste Verein, der seit der ersten Landesmeisterschaft 1991 bei der Zahl der Landesmeister die Zahlen 50, 100 und 150 überschritten hat; gegenwärtig sind es 159 LM-Titel. Wer auf der Internet-Seite des LTVS nachschaut, wird in der Gesamtwertung aller LM den STK Impuls klar vorn sehen – und bei den Paaren, Damen und Herren sind unter den jeweils besten 20 in Sachsen immer mindestens acht von unserem Verein.
Welche Namen sind besonders mit Impuls-Erfolgen verbunden?
Sabine und Rolf: Mit Sicherheit Claudia Köhler, die ja mit Christian Lange 1997 das erste sächsische Jugendpaar in einem Finale einer „Deutschen“ waren, die als 10-jährige im STK Impuls begonnen hatte und als 18-jährige in die „weite Welt“ (zuerst nach Krefeld) zog und heute Welt- und Europa-Meisterin ist. Dann Frank Ekelmann und Lynn Müller-Hegemann, 22-fache Landesmeister, 1998 deutsche Jugendmeister Standard und eine Woche später Achte der DM Standard der Hauptgruppe, und das jetzige Profipaar Boris und Madeleine Rohne.
Ihr seid beide B-Trainer Standard und Latein, beide auch Wertungsrichter, Rolf Turnierleiter, beide in zwei Vereinen Präsidiumsmitglieder. Wo liegen eure Schwerpunkte?
Sabine: Auf dem Nachwuchstraining von den Vorschulkindern bis zum Übergang C/B, seitdem unser Sohn Uli als A-Trainer die höherklassigen Paare vollständig übernommen hat, und in der ehrenamtlichen Vereinsarbeit, immer weniger als Wertungsrichterin.
Rolf: gleiche Aussage mit dem Zusatz, dass ich erst bei den Schulkindern mit dem Training beginne und noch mehrere Turniere im Jahr leite, im Jahr 2010 übrigens das 25. „Messemännchen“ seit 1986 ohne Pause.
Vielen Dank für das ausführliche Interview und die Zeit, die ihr euch dafür genommen habt.
Ich wünsche euch weiterhin große Erfolge bei allen Vorhaben und dafür beste Gesundheit!
Text und Foto: Heike Herzberg