
Die Linien stehen! Die „Swanies“ bei ihrer Darbietung

Die Mannschaft und ihre Fans vor dem Bus auf der Fahrt nach Berlin
Samstagabend gegen 19 Uhr war es geschafft. Zu diesem Zeitpunkt lagen fast drei Stunden hinter den acht Mädchen der TanzSportGemeinschaft Rubin Zwickau in denen alles von ihnen abverlangt wurde. Das erklärte Ziel für den Wettbewerb war eine Medaille zu ertanzen. Mit einem vierten Platz verfehlten die Swanies dieses Ziel trotz guter tänzerischer Leistung ganz knapp. Dennoch brauchten sie sich nichts vorzuwerfen. Hoch konzentriert absolvierten sie die Stellprobe und die beiden Wertungsdurchgänge.
Einen Tag vorher war daran nicht zu denken. Einige Stunden vor dem Abschlusstraining im heimischen Clubheim erreichte die Trainerin und 1. Vorsitzende Claudia Tischler die Hiobsbotschaft. Eine der neun Tänzerinnen lag krank im Bett und konnte am Samstag nicht mittanzen. Nun musste die komplette Choreographie auf die neuen Gegebenheiten angepasst werden. 15 Bilderwechsel in 3,5 Minuten waren zu ändern. Einige Mädchen tanzten nun verschiedene Sequenzen völlig anders. Für die Vorbereitung blieben drei Stunden und fürs Training dann noch mal 90 Minuten. Aus dem geplanten Spaßtraining wurde eine harte Trainingseinheit. Einen Tag vorher stand noch mal eine Einheit in einer Sporthalle an, um sich auf die große Fläche vorzubereiten. Dies war nun wieder hinfällig. Nun sollte sich zeigen, wie gut das Team harmoniert. Von der Abfahrt des Busses am Morgen bis zur Endrunde am Abend spürte man die enorme Konzentration in der Mannschaft. Von Angst jedoch keine Spur!
Vor zwei Jahren sah das ganz anders aus. Beim Eintreffen einiger Teams rutschte damals den Mädchen das Herz in die Hose. Auch diesmal wollte so manche Mannschaft mit ihrem Auftritt in der Kabine Eindruck schinden, erreichte damit nur nicht die erhoffte Wirkung. Nach der Vorrunde stieg die Spannung fast ins Unermessliche. Wer kommt ins „Große Finale“ und wer muss sich mit den Plätzen fünf bis sieben zufrieden geben? Dementsprechend groß war die Freude nach der Bekanntgabe. Die „Swanies“ waren unter den besten vier Teams! Nun hieß es noch mal alles geben.
Neben den Muldestädterinnen standen noch zwei Mannschaften aus Stendal und eine Berliner Formation im Finale. Die Stendaler verließen sich wieder auf ihr bewährtes Mittel vom Vorjahr, zogen etwas zu große Klamotten drüber und demonstrierten, wie man mit einfachen Schritten und jeder Menge Show zum Sieg kommt. Auch die Berliner passten sich diesem Muster an. Nur anders als die Sachsen-Anhaltiner hatten sie eine andere Klamottentaktik gewählt. Sie trugen extrem kurze Hosen, lichtdurchlässige Strumpfhosen und beeindruckten möglicherweise damit die Wertungsrichter.
Nach dem Wettbewerb stellte sich die Trainerin die Frage, in welche Richtung sich das Videoclip-Dancing entwickelt: „Stehen Show und Effekte im Vordergrund? Unser Ziel ist es, die Mädchen mit Dynamik, einem Schuss Akrobatik sowie formationstypischen Gesichtspunkten wie Genauigkeit und getanzte Übergänge vertraut zu machen und somit das sportliche Tanzen zu fördern. Aber auch über die Mannschaftsstärke muss nachgedacht werden. So stehen zumeist Teams mit mehr als 12 Tänzern auf dem Podest ganz oben.“
Trotz der verpassten Medaille kann dieses Team stolz auf seine tänzerische Leistung und dem enormen Teamgeist sein. Dies honorierten auch die vielen mitgereisten Fans mit frenetischen Schreien während der Durchgänge und den zahlreichen, selbst gestalteten Plakaten rund um die Tanzfläche.
Mario Tischler