Am 31.10.2009 fanden in Glinde die Meisterschaften der Senioren I S in den Standardtänzen statt. 87 Paare waren am Start, um den Deutschen Meister dieser Klasse zu ermitteln. Vier sächsische Paare (im Vorjahr noch fünf) stellten sich der starken Konkurrenz, wobei das größte Interesse dem Zweikampf an der Spitze zwischen Tassilo und Sabine Lax (WM-Dritte 2009) und den Deutschen Meistern Jörg und Ute Hillenbrandt (WM-Sechste) galt.
Unschön aus sächsischer Sicht war die Tatsache, dass die sächsischen Landesmeister der Senioren I S, René und Heike Seyboth (STK Impuls Leipzig), nicht starten durften, weil ihnen die nötige Anzahl von Ranglistenturnieren fehlte. Eine langwierige Knieverletzung Renés zwang beide zur „Tanzpause“ und verhinderte den Start zu den Ranglistenturnieren. Da half es auch nicht, dass René dem DTV seine ärztlichen Atteste vorlegte, der Start zur DM wurde nicht genehmigt.
Für Roberto Weigel/Cordula Höchsmann (TSC Serenade Dresden) war schon nach der Vorrunde Schluss, sie belegten den 77. – 79. Platz, Andreas und Kerstin Hoffmann (TSC Excelsior Dresden) kamen eine Runde weiter und wurden 69. – 70.
Einen weiten Sprung nach vorn machten Kai Schönherr/Silke Ludwig (TK Orchidee Chemnitz e.V.), die die Runde der letzten 48 Paare erreichten und 41. – 44. wurden.
Spannend bis zuletzt war unbestritten das Finale, für das sich neben Tassilo und Sabine Lax (TSZ Dresden) und Jörg und Ute Hillenbrand (TC Blau-Orange Wiesbaden) noch Dr. Oliver und Tanja Geulen (TSC Tölzer Land), Torsten Strauß/Sabine Jacob (TSG Creativ Norderstedt), Heinz-Josef und Aurelia Bickers (TanzSportClub Rödermark) auch Sönke und Solveig Schakat (TTC Gelb-Weiß d. PSV Hannover) qualifizierten.
Aus meiner Sicht dominierten drei Paare das Geschehen von Anfang an (eigentlich nicht ganz von Anfang an, da die drei Paare als so genannte „Sternchenpaare“ den Luxus für sich verbuchen konnten, eine Runde später einsteigen zu können): Tassilo und Sabine Lax, Dr. Oliver und Tanja Geulen und Jörg und Ute Hillenbrand, wobei Tassilo und Sabine das mit Abstand ausgeglichenste und „internationalste“ Paar des Abends waren, souverän, dynamisch und rhythmisch exzellent. Man kann durchaus verstehen, dass dieses Paar bei internationalen Turnieren immer relativ deutlich vor den anderen deutschen Vertretern liegt. Allerdings gelang ihnen das leider nicht an diesem Abend. Die amtierenden Deutschen Meister aus Wiesbaden gewannen sehr zu meiner Überraschung alle 5 Tänze. Für Tassilo und Sabine deshalb bitter, weil immer nur eine Bestwertung zum Gewinn des jeweiligen Tanzes fehlte.
Manchmal stellt man sich schon die Frage, ob die Paare innerhalb deutscher Wettbewerbe wirklich anders tanzen oder international andere Dinge gewertet werden. Ob diese Frage als „rhetorisch“ verstanden werden könnte, überlasse ich dem Leser selbst.
Wie schon letztes Jahr verweise ich auch diesmal darauf, dass sich Tassilo und Sabine international durchsetzen werden, im Laufe des letzten Jahres wurden sie von keinem deutschen Paar auf internationalem Parkett bezwungen, auch diesmal tanzten sie souverän und schienen den Eindruck zu erwecken, dass sie jetzt endlich den „Spieß“ umdrehen konnten. Ein kleiner Trost bleibt – mit dem Vizemeistertitel sicherten sie sich die Fahrkarte zur Weltmeisterschaft im nächsten Jahr.
Nutznießer der „Schlacht“ um Platz eins waren indes Dr. Oliver und Tanja Geulen, die sich durch ihr unbeschwertes, einfühlsames und rhythmisches Tanzen einige Bestnoten sichern und sich dadurch im Vergleich zum Vorjahr um einen Platz nach vorn auf den dritten Rang schieben konnten.
U. Herrmann