Suche:

Startseite » DTSA » Artikel
Swanies_1

Silbermedaille für „Swanies“ aus Zwickau beim 3. Youth Dance Contest in Berlin

Die Aufregung war groß, als sich die 8 Tänzerinnen und 30 Begleiter am Samstagvormittag des 21. März 2009 zusammenfanden, um zum zweiten Mal in die Hauptstadt zu fahren. Vor fast genau einem Jahr starteten die jungen Mädchen zu ihrem ersten Wettkampfabenteuer und kamen mit einem tollen Ergebnis (Großes Finale und 8. Platz unter 13 Mannschaften) und vielen Eindrücken zurück. Schon damals stand fest: „Nächstes Jahr versuchen wir es wieder!“ Die Begeisterung war diesmal so groß, dass ein größerer Bus gechartert werden musste. Nur wenige Plätze blieben auch diesmal frei und das stimmte viele optimistisch, mit so vielen Fans kann einfach nichts schief gehen. Bevor es allerdings losgehen konnte, lagen viele Stunden schweißtreibenden Trainings hinter dem Team. Bereits seit September letzten Jahres arbeitete die Trainerin Claudia Döbrig mit den Tänzerinnen zusammen an Choreographie, Musikzusammenstellung und der Ausstrahlung jeder Einzelnen. In den letzten Wochen und Tagen war nicht nur das eigentliche Training, sondern auch psychische Aufbauarbeit gefragt. Gerade am Freitag und Samstag direkt vor dem Wettbewerb war die Anspannung und Aufregung so groß, dass an tanzen keiner denken konnte. Also begaben sich die „Swanies“ mit jeder Menge Ungewissheit im Gepäck auf die Reise nach Berlin. Dieses Mal wurden beim Wettbewerb in den Stilrichtungen HipHop, Streetdance und Videoclip-Dancing nur Mannshaften aus Vereinen, die im Deutschen Tanzsportverband (DTV) organisiert sind bzw. Schulteams zugelassen. Deshalb reduzierte sich die Teilnehmeranzahl vom Vorjahr auf insgesamt 5 Mannschaften. Davon waren neben den Zwickauern zwei aus Berlin und zwei aus Stendal. Allerdings waren die „Swanies“ die zahlenmäßig kleinste Gruppe mit 8 Tänzerinnen und man befürchtete schon, dass man unter den großen Mannschaften (bis zu 20 Tänzer) untergehen könnte. Aber bereits zur Stellprobe, also dem Aufwärmen für die Teams, stellte sich heraus, dass sich die Muldestädterinnen vor niemanden zu verstecken haben. Nun mussten die Mädchen nur noch motiviert werden, die beste Leistung zum richtigen Zeitpunkt abzurufen. Unter tosendem Applaus der mitgereisten Schlachtenbummler und der bereits begeisterten neutralen Zuschauer kamen die „Swanies“ als viertes Team in der ersten Runde auf die Fläche. Sie legten eine klasse Darbietung auf das Parkett des Landesleistungszentrums Tanzen in der Berliner Max-Schmeling-Halle. Mit der schnellsten und auch schwierigsten Choreographie von allen Mannschaften setzten sie ein Achtungszeichen. Zudem hatten sie mit 3:30 Minuten die zulässige Zeit voll ausgeschöpft und zeigten damit auch ihre immense Ausdauer und Kondition. Nun wurde es spannend. Auch in der 2. Runde, ein Finale gab es wegen der geringen Teilnehmerzahl nicht, mussten sie erst als 4. Team ran. Zwischenzeitlich hatte sich für alle sichtbar ein Zweikampf zwischen dem ältesten Team des Tages aus Stendal und den „Swanies“ entwickelt. Die Tänzer aus Sachsen-Anhalt beeindruckten mit auffallenden Outfits, raumgreifenden Arm- und Fußbewegungen sowie zwei Jungen, die sich äußerst gut bewegten. Trotz einfacherer Choreographie wirkten sie insgesamt dennoch etwas spritziger und machten Mängel in der Musikzusammenstellung wieder wett. An der Stimmung im Saal merkte man jedoch, dass die Mehrheit der Zuschauer ein anderes Team vorn sahen, nämlich die Zwickauer Mädels. Von Anbeginn bis Schluss mit einem enormen Tempo, vielen Bilderwechseln, gelungenen Kettenreaktionen und einer lupenreinen Achterreihe begeisterten sie alle Anwesenden. So waren danach die Noten der fünf Wertungsrichter keine Überraschung mehr. Mit jeweils vier Zweien in beiden Runden gewannen die „Swanies“ ihren ersten Pokal und fuhren mit der Silbermedaille um den Hals nach Hause. Alle Einsen erhielt das Team „Die schon wieder“ vom Tanzzentrum Stendal. Hinter den beiden erstplazierten Mannschaften wurde es enger. Schließlich belegte das 2. Team vom Tanzzentrum Stendal „Spotlights“ Platz 3, die „Cool Girls“ von Rot-Gold Berlin Rang 4 und die „Pink Panther“ vom Blau-Silber TSC Berlin den 5. Platz. In der Zwickauer Ecke war die Stimmung und Freude riesengroß, rechnete doch keiner mit diesem tollen Erfolgserlebnis. Und auch diesmal stand für alle wieder fest, es sollte nicht der letzte Wettbewerb für das Team sein. Eine Überraschung gab es dann aber doch noch. Auf dem Weg zurück nach Zwickau lüftete die Trainerin den Eltern ein bis dahin gut gehütetes Geheimnis. Die „Swanies“ werden in Zukunft für einen neuen Verein an den Start gehen. Dieser befand sich zu diesem Zeitpunkt schon in Planung und sollte eine Woche später gegründet werden. Die TanzSportGemeinschaft Rubin Zwickau ist die neue Heimat der Mädchen. Unter der Führung von Claudia Döbrig (1. Vorsitzende), Lutz Zetzsche (2. Vorsitzender) und Jan Großpietsch (Finanzen) entsteht derzeit ein zweiter Verein in der Muldestadt. Neben dem Videoclip-Dancing wird es Turniertanz, Breitensport und Hobbytanz geben. Die TSG Rubin möchte für alle Altersklassen, die passenden Angebote parat haben und seinen Mitgliedern ein interessantes Clubleben neben dem gemeinsamen Hobby bieten. Das ist der Vorsatz, den sich die Tanzbegeisterten im neuen Zwickauer Verein gesetzt haben.   Mario Tischler
Tanzspiegel 06/09