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Deutsche Meisterschaften der Hauptgruppe S-Latein 2009

Deutsche Meisterschaften sind und bleiben in jeder Altersgruppe der Höhepunkt im Wettkampfjahr. So ist es in jeder Sportart. Die Lateiner der Hauptgruppe haben sich in einem jeden Landesverband intensiv auf dieses Ereignis vorbereitet und ein jedes Paar erhoffte sich eine optimale Platzierung. In diesem Jahr waren für die Paare unseres Landesverbandes die Enttäuschungen größer, als die Freude über das Erreichte. Aber vielen anderen Paaren ist es sicherlich nicht viel besser ergangen. Die Saarbrücker Saarlandhalle ist ein optimaler Austragungsort für Meisterschaften, zumal sie mit emotional reagierenden und begeisterungsfähigen Besuchern sehr gut gefüllt war. Abgesehen von dem schönen Blumenschmuck auf den Tischen wäre es wünschenswert gewesen, wenn auf Werbeträgern über der Kapelle, die leider nur für das Publikum spielte und über der Turnierleitung auf das Ereignis sichtbar aufmerksam gemacht worden wäre. Ich vermisste außerdem und viele Schlachtenbummler sind daran gewöhnt, die Fahnen unserer 16 Bundesländer und die unserer Bundesrepublik. Schade, dass man solche, ohne größeren Aufwand machbare Ausschmückungen nicht vornahm oder vielleicht auch nicht vornehmen konnte. Insgesamt waren 80 Paare angetreten, um für Sieg und Platz fair zu streiten und die zwei Damen und sieben Herren des Wertungsgerichtes vom eigenen Können zu überzeugen. Wie gesagt, das gelang leider nicht allen Paaren. Acht Paare unseres Landesverbandes waren nach Saarbrücken gereist – für zwei war es bereits nach der Vorrunde vorbei. Gern hätte ich beide wenigstens etwas weiter vorn gesehen und wenn es auch nur bis zur 1. Zwischenrunde gereicht hätte. Diesen Sprung schafften gerade noch zwei weitere Paare aus Sachsen und dann war auch für diese die „Deutsche“ beendet – leider. In der 46er Gruppe, in der nun auch die letzten Sternchenträger einstiegen, waren aber noch immerhin vier Paare aus Sachsen dabei. Wenigstens von zweien hätte ich eine Platzierung in der Nähe zur 24er Runde erhofft, aber das schafften nur Konstantin Niemann und Anastasia Davydova aus Leipzig (27.-28. Platz). Daniel Wellhöfer und Marion Hopf, ebenfalls aus Leipzig, die mir übrigens gut gefielen, waren offenbar an diesem Tage nicht von einer Glücksgöttin, etwas Glück gehört neben gutem Tanzen auch dazu, gesegnet. Sie blieben weit unter den Erwartungen, auch ihren eigenen, zurück. Besonders Marion erschien mir tänzerisch reifer und ihr Tanzen fraulicher als früher. Auch Daniel tanzte locker und gelöst. Beide sichtlich unzufrieden mit der Platzierung und auch mit sich selbst. Vielleicht könnte es ein Trost für sie sein, dass ihre Stärken in der Kombination liegen und weniger in einer Spezialdisziplin. Ein Paar war zufrieden mit dem 44. Platz und mit sich selbst: Sebastian und Maike aus Borna, die erst das 3. Turnier miteinander tanzten. Für den Anfang sicherlich ein schöner Erfolg für dieses sympathische Paar, das sein tänzerisches Potenzial noch lange nicht ausgereizt hat. Konstantin und Anastasia wäre durchaus der Sprung in die 24er Runde zu können gewesen, von der sie lediglich zwei Kreuze trennten. Christoph Kies und Blanca Ribas Turon, das deutsche Allround-Ausnahmepaar. Ein Platz in der Endrunde war nicht nur für mich sicher, wie ein Amen in der Kirche. Man konnte sie schon im Semifinale auf dem 3., höchstens aber auf dem 4. Platz im Finale sehen, aber es sollte anders kommen. Der dritte Platz ging in allen Tänzen nach dem Wertungsrichterurteil klar an Sergey und Viktoria Tatarenko aus Berlin. Um Platz 4 und 5 entspann sich zwischen unserem Paar und Sinato / Kuschill ein dramatischer Zweikampf. Samba und ChaCha verbuchten noch Christoph und Blanca für sich, wobei allerdings die beiden ausländischen Wertungsrichter schon „5“ und sogar „6“ zogen. Bei näherer Betrachtung der Semifinalwertung hatte die russische Wertungsrichterin unserem Paar lediglich ein (!) Kreuz für das Finale gegeben und der Bulgare drei. Kein Wunder, dass die Finalwertung wie abgegeben ausfiel. Überhaupt schien die Russin keinen guten Tag gehabt zu haben, denn auch Jesper Birkehoj / Anna Kravchenko erhielten von ihr im Semifinale nur drei und Sergey und Viktoria Tatarenko ebenfalls nur ein Kreuz für das Finale. Schon des Öfteren und seit Jahren hört man zum Beispiel in Bad Harzburg, dass die deutschen Wertungsrichter die am besten geschulten seien – bisher hielt ich diese Aussage für geschönt. In der Rumba wendete sich das Blatt zu Ungunsten von Christoph und Blanca und das sollte so bis zum letzten Tanz so bleiben. Sichtliche Enttäuschung bei Christoph und Blanca, die auch nicht durch die Worte „steckt es weg, ihr seid die besten Allrounder“ wegzuwischen war. Nicht besser wird es Jesper und Anna ergangen sein, denn sie mussten sich vom ersten Tanz an von Timo Kulczak und Motshegetsi Mabuse geschlagen geben. Beides zwei Superpaare, aber nur eines konnte gewinnen! Trotzdem auch hier: Die vier Dreien von einem deutschen Wertungsrichter haben Jesper und Anna nicht verdient. Vielleicht kann dies ein kleiner Trost für Christoph und Blanca sein. Nach den für unseren Landesverband wenig berauschenden Lateinerfolgen auch bei den Junioren I und II und bei der Jugend muss der Landesverband nach neuen Wegen suchen, um nicht noch mehr Boden in der Lateindisziplin zu verlieren. Eine Möglichkeit, von sicherlich mehreren, ist in der Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen Landestrainer und Klubtrainern zu sehen – Quo vadis, Latein in Sachsen.   Dr. H. Galle
Tanzspiegel 05/09