Elmshorn, am 11. Oktober 2008. In der kleinen Stadt nordwestlich von Hamburg trafen sich 33 Paare der Jun II zu ihrer Deutschen Meisterschaft. Nur 33 (letztes Jahr in Braunschweig waren es noch 45 Paare), offensichtlich waren die Abgänge in die Jugend nicht durch Zugänge aus der Jun I auszugleichen. Andererseits war es nicht schlecht für den Veranstalter, da die Fläche nicht sehr groß war, wie auch der ganze Saal ein eher familiäres Flair ausstrahlte. Weitere 15 Paare mit Anhang hätten erstmal noch Plätze finden müssen. Allerdings war unabhängig davon eine schöne Ausgestaltung zu bemerken, die ja auch von Wert bei solch einem Ereignis ist.
Pünktlich 17.00 Uhr ging es mit der Vorrunde los. Die Musikauswahl war hörbar nicht dem Zufall überlassen worden und gefiel während dem gesamten Turnier. Keine Pfiffe, keine sonstigen fußballtypischen Fangeräusche, dafür eine schöne Ballatmosphäre.
Von den 33 Paaren kamen immerhin 9 aus Sachsen, also mehr als ein Viertel. Wenn alle Bundesländer anteilig ähnlich viele Paare schicken könnten, wäre es ein Mammutturnier. In der Vorrunde blieben folgende Paare hängen (z.T. neu aufgestiegen, also nicht so dramatisch und sicher etwas erwartet oder befürchtet, je nach Realismus im Blickwinkel): Lohmann/Heinrich und Skoda/Kaiser (beide Silberpfeil Pirna, Platz 30-33), Luther/Weigelt (Silberschwan Zwickau, Platz 29) und Proschenko/Derr von Saxonia DD (die mit ihren 9 Jahren sicherlich jüngste und auf jeden Fall kleinste Dame des Turniers beeindruckte dabei mit ihrer erwachsenen Konzentriertheit und Sicherheit) auf Platz 26-27.
Da waren es noch 5! Diese trafen in der Zwischenrunde auf 6 Sternchenpaare, unter denen die nicht ganz so heimlichen Favoriten Sosunov/Kazarina sofort mit sehr an die nächsthöhere Altersgruppe erinnerndem „reifen“ Tanzen und ebensolchem Aussehen ihren Anspruch auf den Titel erhoben. Die Sachsen hofften eigentlich auf 4 Paare im Semifinale, doch es waren dann doch nur noch drei. Kupferschmidt/Lausmann (TSC Leipzig) kamen auf Platz 20 und Piskun/Derr (Saxonia DD) auf Platz 13, überrascht war da auch der anwesende Landestrainer, der sie im Semifinale sah.
Dieses Semifinale war schließlich die Schlussrunde für Piskun/Schehimi (Saxonia DD), Platz 10-11 und Ehrlich/Korndörfer (Muldental), Platz 8, die beide ihre aktuelle Leistungsstärke abrufen konnten und zufrieden mit dem Ergebnis sein können und sollten, auch wenn vielleicht ein Auge hoffnungsvoll zum Finale geblinzelt hatte. Umso erfreuter waren schließlich Böhme/Gröbe (TSC Leipzig) über ihren Finalplatz. Dort war aus der Sicht des Verfassers ganz deutlich wertbar der 6. und 5. Platz. Da die Wertung verdeckt war, wurde es spannend ab Platz 4, der ging an Rothe/Bauer (TSC Dortmund) und die Sachsen schließlich sehr glücklich mit Platz 3 auf dem Treppchen. Keine Überraschung bei den Favoriten: 2. Platz an die Hessen Kolosin/Elert und, wie eingangs vermutet, wurden Sosunov/Kazarina die neuen Deutschen Meister.
Da Ehrlich/Korndörfer und Böhme/Gröbe nächstes Jahr in der Jugend starten (wir wünschen viel Erfolg dort), liegt es nun an den anderen Paaren, im nächsten Jahr (wieder in Elmshorn) nach vorn zu tanzen. Da sind jede Menge Möglichkeiten und viel Luft nach oben.
Und sollte ich noch einen geduldigen Leser haben, der bis ans Ende des Artikels durchgehalten hat und vielleicht sogar aus der Jun I, II und der C-Klasse stammt: Der Rat lautet immer wieder: Freut Euch auf die B-Klasse und fahrt zur DM, schaut, lernt und ihr werdet besser.
Übrigens: Pünktlich 20.15 Uhr war das Turnier zu Ende, just zum Zeitpunkt, als das Länderspiel Deutschland-Russland startete. Zufall? Planung? Wir werden es nie erfahren…
gl