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22. German Open Championship 2008

Wenn mann von Blackpool als dem Mekka des Tanzsports spricht, wie sollte man dann die GOC bezeichnen? Als das Jerusalem des internationalen Tanzsports oder vielleicht sogar besser als die Drehscheibe des Welttanzsportgeschehens? Den Tanzpaaren aus aller Welt (mit Ausnahme von denen aus England, die anscheinend nicht wollen oder vielleicht auch nicht dürfen) ist es egal, sie kommen einfach nach Stuttgart, auch wenn natürlich für viele nur der olympische Gedanke gilt, dass allein die Teilnahme alles ist. Obwohl sicherlich die Stadt, die im 2. Weltkrieg schwere Zerstörungen erlitt, mit seinen Museen, seinen Parkanlagen und einer Vielzahl anderer kultureller Anziehungspunkte ein gesonderter Besuch wert ist, bleibt den Teilnehmern und auch angereisten Zuschauern kaum Zeit, das Sehenswerte der alten Residenz- und Hauptstadt Württembergs, nach 1945 von Baden-Württemberg, aufzusuchen. Es ist dazu einfach keine Zeit, weil man im Banne des Turniergeschehens steht und man schon selbst nicht mehr weiß, was man sich aus dem übervollen Turnierprogramm anschauen soll. Immerhin finden Turniere bis spät in den Abend hinein parallel im Beethovensaal, der Liederhalle, im Hegelsaal und in der alten Stuttgarter Reithalle statt. Allein in den Standard- und in den lateinamerikanischen Tänzen finden 26 (!) Turniere in den fünf Tagen statt. Dazu gesellen sich noch vier Turniere der Professionals und vier Turniere des Boogie-Woogie. Allein bei den Amateuren waren nach den offiziellen Ergebnislisten im Standard- und Lateinbereich 3425 Paare am Start, darunter 331 deutsche Paare (9,7%). Dabei waren auch 35 Paare des Landestanzsportverbandes Sachsen, der damit 10,6% des deutschen Kontingentes stellte. Generell kann festgestellt werden, dass das Gros der deutschen Paare sich im hinteren Drittel der Ergebnislisten wiederfindet, was leider auch für viele der sächsischen Starter gilt. Leider finden sich in den Startlisten aller Disziplinen der JUVENILES I und II sowie der JUNIOR I keine Paare unseres Landesverbandes, was nicht gerade optimistisch für die Zukunft stimmt, auch dann nicht, wenn in diesen Startgruppen keine oder kaum Paare aus anderen Landesverbänden zu finden waren. Auch bei den JUNIOR II und bei den YOUTH war gegenüber anderen Landesverbänden eine zu geringe Beteiligung festzustellen. Erfreulich hingegen ist, dass allmählich sächsische Seniorenpaare den Weg zur GOC finden. Wenn auch die Teilnahme sächsischer Paare am Grand Slam Standard- und bei den Rising Star Standardturnieren zahlenmäßig erfreulicher ist, darf das nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir lediglich mit etwa 10% am deutschen Startfeld beteiligt sind. Völlig unbefriedigend ist der Anteil der Lateiner. Hoffnungsvoll stimmen allerdings zwei Platzierungen, nämlich der 26. Platz von Christoph Kies und Blanca Ribas Turon beim IDSF-Grand Slam-Turnier, der einen dritten Platz hinter den Deutschen Meister und den Deutschen Vizemeister entspricht, und der 4. Platz bei dem IDSF Open Senior Standardturnier durch Tassilo und Sabine Lax, die damit bei diesem Turnier das beste deutsche Seniorenpaar wurden. Bei der GOC bekommen auch die A-Paare der Hauptgruppe Gelegenheit geboten, sich einem internationalen Starterfeld zu stellen. Leider eine verpasste Möglichkeit für die sächsischen A-Paare (mit einer Ausnahme bei den Lateinern)! Trotzalledem, die GOC ist und bleibt das tanzsportliche Event nicht nur für Deutschland und Europa, sondern inzwischen schon weit darüber hinaus. Dabei gewesen zu sein ist eine Bereicherung des tanzsportlichen Gesichtsfeldes, gleich, ob das eines Paares oder das eines Wertungsrichters. Betrachtet man die sächsischen Teilnehmer geordnet nach Vereinen, ergibt sich nach wie vor eine führende Stellung des TC Rot-Weiß und des STK Impuls Leipzig.   Dr. Horst Galle Landessportwart Sachsen
Tanzspiegel 10/08